Am 17. Juni 2026 wurden die neuen EU-Regeln für Gentechnik vom Europaparlament endgültig verabschiedet.
Historische Einordnung: Die nachfolgende Stellungnahme des VLOG stammt vom 15. Juni 2026 und wurde vor den damaligen Abstimmungen veröffentlicht. Die darin formulierten Forderungen und zeitlichen Bezüge geben diesen Stand wieder.
Nach Einschätzung des VLOG wäre „Neue“ Gentechnik in Lebensmitteln mit den damals zur Abstimmung stehenden Regeln künftig für Verbraucher:innen meist nicht mehr erkennbar. Der Verband verwies dazu auf eine Untersuchung und die Bedeutung freiwilliger Siegel.
Für 69 Prozent der Verbraucher:innen ist es wichtig, beim Kauf erkennen zu können, ob Lebensmittelprodukte ohne „Neue“ Gentechnik hergestellt wurden. Das ist Teilergebnis einer breit angelegten repräsentativen Marktforschungsstudie von Prof. Dr. Holger Buxel von der Fachhochschule Münster zum Thema „Neue Gentechnik in Lebensmitteln“ im Auftrag des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) im Frühjahr 2026.
„Auch sogenannte ‚neue‘ Gentechnik im Essen muss künftig weiterhin klar erkennbar bleiben. Diesem eindeutigen Verbraucher:innenvotum müssen die Europabgeordneten diese Woche im Umweltausschuss und bei der Endabstimmung im Parlament durch Zustimmung für entsprechende Änderungsanträge Rechnung tragen“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting am 15. Juni 2026 im Vorfeld der für den 15. Juni im Umweltausschuss (ENVI) und für den 17. Juni 2026 im Europaparlament angesetzten Abstimmungen zur neuen EU-Verordnung für Neue Gentechnik (NGT).
„Wenn die neuen Gentechnik-Regeln jetzt ohne Änderungen verabschiedet würden, könnten Verbraucher:innen künftig nur noch bei Produkten mit ,Ohne Gentechnik‘- oder Bio-Siegel sicher sein, dass sie auch ohne neue Gentechnik hergestellt wurden. Für Lebensmittelhersteller und -handel würde der Aufwand allerdings stark zunehmen, die Gentechnikfreiheit zu gewährleisten. Das wäre eine unfaire Kosten- und Lasten-Verschiebung von den Gentechnikfirmen zur Lebensmittelwirtschaft“, so Alexander Hissting.
Im Rahmen der aktuellen Marktforschungsstudie zu Neuer Gentechnik in Lebensmitteln im April 2026 beantworteten 44 Prozent die Frage „Wie wichtig ist es Ihnen beim Kauf von Lebensmittelprodukten, dass zu erkennen ist, ob die Produkte ohne neue Gentechnik hergestellt sind?“ mit „sehr wichtig“ und 25 Prozent mit „eher wichtig“. Zusammen ist die Erkennbarkeit also für mehr als zwei Drittel der 1.057 Befragten „wichtig“. Weiteren 8 Prozent ist die Erkennbarkeit „weniger wichtig“ und nur 3 Prozent „gar nicht wichtig“. Der relativ große Anteil von 18 Prozent Unentschiedenen dürfte damit zusammenhängen, dass das Thema NGT noch nicht allen bekannt ist.
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 14. September 2026
Quelle: ohnegentechnik.org

