Wiesenlabkraut für Pesto, Soßen und süße Desserts

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Wiesenlabkraut besitzt junge, mild schmeckende Triebe und weiße Blüten. Für die Küche darf es nur sicher bestimmt und hygienisch verarbeitet werden.

Wiesenlabkraut mit weißen Blüten
Foto: AnRo0002 – Eigenes Werk, CC0

Wiesenlabkraut erkennen

Das Wiesenlabkraut wird botanisch meist als Galium mollugo beziehungsweise als Artengruppe um Galium mollugo eingeordnet. Es gehört zu den Rötegewächsen. Typisch sind schmale Blätter, die zu mehreren in Quirlen um den vierkantigen Stängel stehen, und zahlreiche kleine weiße Blüten in locker verzweigten Rispen.

Die mehrjährige Pflanze wächst vor allem auf nährstoffreichen Wiesen, an Wegrändern und in lichten Säumen. Einzelne Merkmale oder eine Bestimmungs-App reichen für den Verzehr nicht aus. Nur Pflanzen sammeln, deren Identität zweifelsfrei feststeht. Allgemeine Hinweise zu giftigen Doppelgängern gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Welche Pflanzenteile eignen sich?

Im Frühjahr sind die jungen Blätter und zarten Triebspitzen am mildesten. Sie können fein geschnitten Salate, Kräuterquark, Suppen oder Soßen ergänzen und lassen sich kurz wie Blattgemüse dünsten. Ihr Geschmack wird häufig als mild, frisch und leicht erbsen- oder salatartig beschrieben.

Die weißen Blüten erscheinen meist vom späten Frühjahr bis in den Sommer. Sie eignen sich in kleinen Mengen als essbare Dekoration oder zum Aromatisieren von kalten Getränken. Die reifen Samen wurden traditionell geröstet und als koffeinfreier Kaffeeersatz verwendet. Für Wildpflanzen gilt dennoch: kleine Mengen verwenden und bei Unverträglichkeiten auf den Verzehr verzichten.

Sammeln und hygienisch verarbeiten

Nicht an stark befahrenen Straßen, Hundeauslaufstellen, Ackerrändern mit möglicher Pflanzenschutzmittel-Anwendung oder sichtbar verunreinigten Plätzen sammeln. Nur wenige Triebe entnehmen und örtliche Schutzbestimmungen beachten. Zu Hause sorgfältig verlesen, unter fließendem Trinkwasser waschen, trocken schleudern und möglichst frisch verarbeiten.

Weitere Sicherheitshinweise finden Sie in Wildkräuter in der Küche – grüne Zutaten mit Gefahrenpotenzial. Als weitere milde Wildkraut-Idee eignet sich Vogelmiere in der Wildkräuterküche.

Warum heißt die Pflanze Labkraut?

Der Name wird mit der historischen Nutzung bestimmter Labkräuter bei der Milchgerinnung und Käseherstellung in Verbindung gebracht. Diese traditionelle Verwendung ersetzt kein standardisiertes Lab und ist keine zuverlässige Anleitung für die Herstellung sicherer Milchprodukte im Haushalt.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor



Rezept: Wiesenlabkraut-Pesto mit Walnüssen

Grünes Wiesenlabkraut-Pesto mit Walnüssen, Hartkäse und geröstetem Brot
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 80 g junge Blätter und zarte Triebspitzen von sicher bestimmtem Wiesenlabkraut
  • 50 g Walnusskerne
  • 50 g fein geriebener Hartkäse
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1/4 TL Salz
  • 4 Scheiben Bauernbrot

Zubereitung

  1. Nur eindeutig bestimmtes Wiesenlabkraut von unbelasteten Standorten verwenden. Blätter und Triebspitzen sorgfältig verlesen, unter fließendem Trinkwasser gründlich waschen und trocken schleudern.
  2. Walnusskerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze 3 bis 4 Minuten rösten und vollständig abkühlen lassen.
  3. Wiesenlabkraut, Walnüsse, Hartkäse, geschälte Knoblauchzehe, Olivenöl, Zitronensaft und Salz in einen hohen Mixbecher geben. Mit dem Stabmixer in kurzen Intervallen zu einem leicht stückigen Pesto verarbeiten.
  4. Abschmecken und bei Bedarf mit 1 bis 2 EL kaltem Trinkwasser cremiger rühren.
  5. Brotscheiben in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze von jeder Seite 2 bis 3 Minuten rösten und mit dem Pesto bestreichen.

Serviervorschlag: Das Pesto unmittelbar nach der Zubereitung auf geröstetem Brot servieren.

Allergenhinweis: Walnüsse sind Schalenfrüchte. Hartkäse enthält Milch. Bauernbrot enthält in der Regel glutenhaltiges Getreide und kann weitere Allergene enthalten.

Aufbewahrung: Das Pesto wegen der frischen Kräuter und des Öls nicht auf Vorrat herstellen. Sofort kühlen und spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen. Darauf weist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bei selbst hergestellten Kräuter-Öl-Produkten hin.

Rezept: food-monitor / KI