Paprika ist nicht gleich Paprika: Von edelsüß bis rosenscharf

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Paprikagewürz gibt es in vielen verschiedenen Sorten.

Paprikapulver
Foto: tijmen van dobbenburgh von FreeImages

Während Rosenpaprika ein pfeffrig-scharfes Aroma hat, verleiht die edelsüße Variante Speisen eine fruchtige Note und eine schöne dunkelrote Farbe. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Gewürzpaprika gehört ebenso wie Gemüsepaprika zur Art Capsicum annuum aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die Art stammt aus Amerika; Kew nennt als natürliches Verbreitungsgebiet die südlichen USA bis Brasilien sowie die Karibik. Die Früchte sind deutlich kleiner und weniger fleischig als bei der Gemüsepaprika. Für die Schärfe sorgen Capsaicinoide wie Capsaicin. Sie werden vor allem im inneren, die Samen tragenden Gewebe gebildet. Die Samen selbst sind nicht der Bildungsort der Schärfestoffe, können diese jedoch aufnehmen; dies erläutert die New Mexico State University. Nach der Ernte werden die Früchte getrocknet. Fruchtfleisch und innere Fruchtbestandteile können getrennt vermahlen und je nach gewünschtem Schärfegrad gemischt werden.

Im Gewürzregal finden Verbraucher verschiedene Paprikapulver, die sich in Farbe, Aroma und Schärfe unterscheiden. In Deutschland werden im Wesentlichen Delikatess-Paprika, Paprika edelsüß und rosenscharf angeboten. Delikatess-Paprika besteht aus reinem Fruchtfleisch und hat ein mildes Aroma. Es wird zum Beispiel zum Färben von Tomatenmark und Ketchup eingesetzt. Edelsüß-Paprika schmeckt würzig bis süßlich und erinnert etwas an getrocknete Tomaten. Paprika rosenscharf ist die schärfere der hier vorgestellten gebräuchlichen Paprikapulver-Varianten und hat eine bräunlich-rote Farbe. Die Bezeichnung ist keine allgemeine Rangliste aller erhältlichen Chili- und Paprikagewürze; die Schärfe hängt auch vom konkreten Produkt ab. Es sorgt für brennend-scharfe bis erdig-fruchtige Aromen.

In der Küche können die verschiedenen Sorten sehr gut kombiniert werden. Mit etwas Fett entfaltet das Gewürz sein Aroma am besten. Da bei zu großer Hitze Bitterstoffe entstehen, wird das Pulver erst zum Ende der Garzeit hinzugegeben. Rührt man es in etwas warmem Wasser, Brühe oder Soße an, entstehen keine Klümpchen.

Paprika wird wegen seines Aromas gerne zum Würzen von deftigen Eintöpfen und Schmorgerichten verwendet. Bekannt ist Paprika für ungarische Spezialitäten wie Szegediner Gulasch und Paprikahuhn. In der vegetarischen Küche werden Tomaten- und Linsengerichte, Auberginen, Pilzpfannen und Gemüsesuppen mit der fruchtigen Würze verfeinert. Aber auch Brotaufstriche wie Liptauer, bayerischer „Obazda“ und Chutneys bekommen mit Paprika mehr Pfiff und eine schöne Farbe. Dabei verträgt sich das Gewürz gut mit Chili, Knoblauch, Kümmel, Muskat und Petersilie. Kaufen Sie das Pulver nur in kleinen Mengen, da es rasch sein Aroma verliert. Paprikapulver luftdicht, trocken, kühl und lichtgeschützt lagern. Das BZfE empfiehlt für gemahlene Gewürze, sie nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres zu verbrauchen, weil das Aroma nachlässt. Das ist eine Qualitätsorientierung, keine pauschale Sicherheitsgarantie; Lagerhinweise und Mindesthaltbarkeitsdatum des jeweiligen Produkts beachten.

Heike Kreutz

Botanik, Schärfestoffe und Lagerhinweise am 14. September 2026 präzisiert. Ergänzende Produktübersicht: BZfE vom 2. September 2026.



Rezept: Paprika-Linsen-Eintopf mit zweierlei Paprikapulver

Roter Linseneintopf mit Paprika, Kartoffeln und Petersilie
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 250 g braune Tellerlinsen
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 2 rote Paprikaschoten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Dose gehackte Tomaten (400 g)
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 TL Paprikapulver edelsüß
  • 1/4 TL Paprikapulver rosenscharf
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1/2 Bund glatte Petersilie

Zubereitung

  1. Die Linsen in einem Sieb abspülen. Die Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Die Paprikaschoten putzen und ebenfalls würfeln. Zwiebel und Knoblauch fein hacken.
  2. Das Rapsöl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel darin 3 Minuten glasig dünsten. Knoblauch und Tomatenmark zugeben und unter Rühren 1 Minute mitdünsten.
  3. Linsen, gehackte Tomaten, 900 ml Gemüsebrühe und Lorbeerblatt zugeben. Aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen.
  4. Kartoffeln und Gemüsepaprika einrühren. Den Eintopf weitere 15 bis 20 Minuten garen, bis Linsen und Kartoffeln weich sind.
  5. Beide Paprikapulver mit den übrigen 100 ml warmen Gemüsebrühe glatt rühren und in den Eintopf geben. Noch 3 Minuten sanft köcheln lassen. Das Lorbeerblatt entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Die Petersilie grob hacken und unmittelbar vor dem Servieren über den Eintopf streuen.

Serviervorschlag: Den Eintopf heiß in tiefen Tellern anrichten.

Rezept: food-monitor / KI

Quelle: bzfe.de