
Essen und Trinken während einer Erkrankung
Wenn Kinder krank sind, haben sie häufig weniger Appetit. Kleine Mahlzeiten, Ruhe und Zuwendung können helfen. Entscheidend sind der Allgemeinzustand und eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung; Essen und Hausmittel ersetzen eine notwendige ärztliche Untersuchung nicht.
Flüssigkeit passend zur Situation anbieten
Eine feste Trinkmenge von zwei bis drei Litern eignet sich nicht als allgemeine Empfehlung für Kinder. Der Bedarf hängt von Alter, Körpergewicht und den aktuellen Verlusten ab. Bei Fieber regelmäßig kleine Mengen anbieten und Säuglinge weiterhin nach Bedarf stillen. Nicht zum Trinken großer Mengen drängen. Bei Vorerkrankungen gelten die ärztlich vereinbarten Vorgaben.
Bei Durchfall oder Erbrechen werden auch Salze verloren. Dafür empfiehlt die DGKJ eine Elektrolyt-Glukose-Trinklösung aus der Apotheke, genau nach Packungsanleitung zubereitet. Wasser, Tee, Saft oder Suppe ersetzen diese Lösung nicht. Bei Erbrechen können häufige kleine Schlucke beziehungsweise Teelöffelmengen besser angenommen werden. Die erforderliche Menge richtet sich nach Gewicht und Flüssigkeitsverlust; bei Unsicherheit kinderärztlich beraten lassen.
Warnzeichen ernst nehmen
Wenig Urin, trockener Mund, eingesunkene Augen oder Trinkschwäche können auf Austrocknung hinweisen. Bei solchen Zeichen, anhaltendem Erbrechen, Blut im Stuhl oder einer Verschlechterung rasch ärztliche Hilfe suchen. Durchfall bei Säuglingen unter sieben Monaten oder Kindern unter acht Kilogramm sollte umgehend kinderärztlich beurteilt werden.
Bei Babys unter drei Monaten ist Fieber ab 38 °C ein Anlass zur zeitnahen ärztlichen Untersuchung. Auch ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit oder wiederholte Trinkverweigerung erfordern ärztlichen Rat. Bei schwerer Atemnot oder Bewusstlosigkeit sofort 112 rufen. Weitere altersbezogene Hinweise bietet kindergesundheit-info.de zum Thema Fieber.
Kleine Portionen statt pauschaler Nahrungspause
Nicht zum Essen zwingen, aber vertraute Speisen in kleinen Portionen anbieten. Eine generelle zweitägige Nahrungspause ist keine Empfehlung. Bei Durchfall weiterstillen und nach dem Flüssigkeitsausgleich wieder altersgerechte gewohnte Nahrung anbieten; Flaschennahrung nicht verdünnen. Eine tagelange spezielle Durchfalldiät ist nicht nötig.
Je nach Appetit und Verträglichkeit kommen beispielsweise Kartoffeln, Nudeln, Brei oder eine milde Suppe infrage. Bei Durchfall stark zuckerhaltige Getränke und Speisen zunächst begrenzen. Wenn ein Kind anhaltend kaum Nahrung annimmt, besonders als Säugling oder bei einer Vorerkrankung, die weitere Versorgung ärztlich klären.
Hausmittel: Wohltuend ist nicht gleich heilend
Hühnersuppe: Eine angenehm warme Suppe kann eine gut essbare Mahlzeit sein. Die oft zitierte Untersuchung der Universität Nebraska beobachtete Effekte an Immunzellen im Labor. Sie belegt keine verkürzte Krankheit bei Kindern. Daraus folgt auch nicht, dass heiße Suppe Krankheitserreger im Körper abtötet. Speisen und Getränke nicht verbrühend heiß anbieten.
Warme Zitrone: Wenn sie dem Kind schmeckt und gut vertragen wird, kann sie zur Getränkeauswahl gehören. Eine Heilwirkung wird damit nicht zugesagt. Kein Honig für Kinder unter einem Jahr.
Zistrosentee: Aus Hinweisen auf Pflanzeninhaltsstoffe lässt sich weder eine gesicherte Behandlung von Infekten noch eine pauschale Unbedenklichkeit für jedes Kind ableiten. Deshalb wird er hier nicht als Therapie empfohlen; bei entsprechenden Präparaten sind Altersangaben und fachlicher Rat zu beachten.
Suppe als Mahlzeit
Wer wieder Appetit hat, kann eine milde Suppe probieren. Sie ist bei Durchfall kein Ersatz für die benötigte Rehydratationslösung. Die frühere Rezeptidee von Schwanger und Kind bleibt als kulinarischer Verweis erhalten.
Quelle: schwangerundkind.de / food-monitor; fachliche Einordnung anhand der oben verlinkten Elterninformationen und Forschungsbeschreibung.
