Felsenbirne: zum Naschen und Einkochen

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Früher war es weit verbreitet, die Felsenbirne als Wildobst zu nutzen. Heute wissen viele nicht mehr, dass die Früchte des sommergrünen Strauchs essbar sind.

Felsenbirne
Foto: Tigerente – Eigenes Werk, CC BY 2.5

Die Felsenbirne schmeckt ein wenig nach Heidelbeere und hat eine dezente Marzipan-Note. Die kleinen Früchte werden nicht nur pur gegessen, sondern verfeinern auch Joghurtspeisen und cremige Desserts. Getrocknet kann man sie über Müsli streuen, als Tee aufgießen und zum Backen von Brot und Kuchen verwenden.

Häufig wird das Wildobst zu Konfitüre, Gelee und Sirup verarbeitet. Für Konfitüre werden die Früchte meist mit Himbeeren, Brombeeren oder Johannisbeeren gemischt und mit Zitronensaft abgeschmeckt. Es ist weniger Gelierzucker als üblich notwendig, da die Früchte einen hohen Pektingehalt haben. Pektin ist ein natürliches Geliermittel.

Die Samen im Fruchtfleisch der Felsenbirne enthalten, ebenso wie Apfelkerne, Blausäure abspaltende Glykoside. Nach dem Verzehr unreifer Früchte und wenn man größere Mengen Samen zerkaut, kann es zu Magen-Darmbeschwerden kommen. Die meisten Kerne werden jedoch unverdaut wieder ausgeschieden. Blausäure ist hitzeempfindlich und verflüchtigt sich bei hohen Temperaturen, etwa beim Kochen von Konfitüre. Wer die Kerne entfernen möchte, kann die Früchte weichkochen und durch ein feines Sieb streichen.

Die Felsenbirne ist als Zierstrauch in Parkanlagen, in Gärten, aber auch wild an Böschungen und Wegrändern zu finden. Bei uns ist die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) heimisch. Der kleine Baum oder Strauch gehört wie der Apfel zu den Kernobstgewächsen. Im Frühjahr trägt er eine weiße bis cremefarbene Blütenpracht und im Herbst orange bis dunkelrote Blätter. Die lang gestielten, erbsengroßen Früchte können von Ende Juni bis September geerntet werden.

Bei der Reife verfärben sie sich je nach Art von leuchtend rot nach rötlich-violett bis schwarz-blau. Da sie nach und nach voll ausreifen, können sie über mehrere Wochen gepflückt werden. Allerdings sollte man mit der Ernte nicht zu lange warten, da die Felsenbirne auch bei Vögeln sehr beliebt ist.

Für Garten und Tierwelt

Die Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis) ist die einzige in Europa heimische Art. In Parks und Gärten wächst außerdem häufig die aus Nordamerika stammende Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), deren Früchte ebenfalls essbar sind. Felsenbirnen gelten als pflegeleichte Gehölze für sonnige bis halbschattige Standorte und eignen sich durch ihren meist kompakten Wuchs auch für kleinere Gärten. Die frühen weißen Blüten bieten Wildbienen und Hummeln Nahrung; die Früchte werden von Vögeln und Kleinsäugern gefressen.



Rezept: Felsenbirnen-Himbeer-Konfitüre

Dunkle Felsenbirnen-Himbeer-Konfitüre im Glas und auf geröstetem Brot
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen (je ein Glas à 250 ml)

  • 650 g vollreife Felsenbirnen
  • 500 g Himbeeren
  • 50 ml Wasser
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 2 EL Zitronensaft
  • kochendes Wasser zum Ausspülen der Gläser

Zubereitung

  1. Vier saubere Schraubgläser mit je 250 ml Fassungsvermögen und die Deckel mit kochendem Wasser ausspülen und umgedreht auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen.
  2. Nur eindeutig bestimmte, vollreife Felsenbirnen verwenden. Die Früchte verlesen, waschen und von den Stielen befreien. Himbeeren ebenfalls verlesen und nur bei Bedarf vorsichtig waschen.
  3. Die Felsenbirnen mit 50 ml Wasser in einem Topf aufkochen und zugedeckt bei geringer Hitze etwa 10 Minuten weich garen.
  4. Die weichen Früchte durch ein feines Sieb streichen, damit die Kerne entfernt werden. 500 g Felsenbirnenpüree abwiegen.
  5. Felsenbirnenpüree, Himbeeren, Gelierzucker und Zitronensaft in einem großen Topf gründlich vermischen. Unter Rühren aufkochen und nach Packungsangabe des Gelierzuckers, mindestens jedoch 4 Minuten, sprudelnd kochen lassen.
  6. Für die Gelierprobe einen Teelöffel Konfitüre auf einen kalten Teller geben. Wird sie nach kurzer Zeit fest, die Konfitüre sofort randvoll in die vorbereiteten Gläser füllen und fest verschließen. Andernfalls weitere 1 bis 2 Minuten kochen und erneut prüfen.
  7. Die Gläser aufrecht vollständig abkühlen lassen. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und stets mit einem sauberen Löffel entnehmen.

Serviervorschlag: Die Konfitüre auf Brot oder Brötchen servieren oder zum Verfeinern von Naturjoghurt verwenden.

Rezept: food-monitor / KI


Rezept: Felsenbirnen-Quark-Auflauf

Gebackener Quark-Auflauf mit ganzen Felsenbirnen
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 400 g sicher bestimmte, reife Felsenbirnen
  • 500 g Speisequark (20 % Fett)
  • 3 Eier
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 50 g Weichweizengrieß
  • 1 Bio-Zitrone
  • 10 g Butter für die Form
  • 1 EL Puderzucker zum Servieren

Zubereitung

  1. Die Felsenbirnen verlesen, vorsichtig waschen und Stielreste entfernen. Die Früchte ganz lassen und die Kerne nicht zerkleinern.
  2. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache Auflaufform mit Butter einfetten.
  3. Die Zitrone heiß waschen, die Schale fein abreiben und 1 EL Saft auspressen.
  4. Quark, Eier, Zucker, Vanillezucker, Grieß, Zitronenabrieb und Zitronensaft glatt verrühren. Die ganzen Felsenbirnen vorsichtig unterheben.
  5. Die Masse in die Form füllen und auf der mittleren Schiene 40 bis 45 Minuten backen, bis der Auflauf goldbraun und in der Mitte gestockt ist.
  6. Den Auflauf 10 Minuten ruhen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Serviervorschlag: Lauwarm servieren. Nur Früchte verwenden, die zweifelsfrei als essbare Felsenbirnen bestimmt wurden.

Rezept: food-monitor / KI

Heike Kreutz

Quelle: bzfe.de / food-monitor