White Striping bei Edeka-Hühnerbrust: Untersuchung von 2025

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Die Albert Schweitzer Stiftung untersuchte 2025 mehr als 500 Packungen frischer Hühnerbrustfilets der Edeka-Eigenmarke Gut & Günstig. Nach ihrer visuellen Bewertung zeigten 94,5 Prozent Anzeichen von White Striping.

Hühnerbrustfilet der Eigenmarke Gut & Günstig mit sichtbaren weißen Streifen
Foto: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Stichprobe und Ergebnis

Die Tierschutzorganisation kaufte nach eigenen Angaben mehr als 500 Fleischproben in 67 Edeka-Filialen in 23 deutschen Städten. Untersucht wurden Packungen frischer Hühnerbrustfilets aus Haltungsform 2. Die Stiftung ordnete 94,5 Prozent der Produkte anhand sichtbarer weißer Streifen als von White Striping betroffen ein.

Der Bericht ist eine von einer Interessenorganisation durchgeführte Marktstichprobe, keine amtliche Lebensmittelkontrolle und keine repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Geflügelmarkt. Für die Einordnung sind Auswahl der Filialen und Packungen, Bewertungsmaßstab, Schulung der Beurteilenden und mögliche Abstufungen der Ausprägung wichtig.

Was White Striping bedeutet

White Striping ist eine Muskelveränderung, bei der Muskelfasern degenerieren und vermehrt Fett- und Bindegewebe eingelagert wird. Sichtbar sind parallel zu den Fasern verlaufende helle Streifen. Starkes Wachstum, hohe Brustmuskelmasse, Genetik, Alter und Fütterung gelten als wichtige Einflussfaktoren; die genauen Abläufe sind noch nicht vollständig geklärt.

Ausführlich erklärt dies der Beitrag White Striping im Hühnerfleisch: Entstehung, Qualität und Tierwohl.

Fleischqualität und Lebensmittelsicherheit trennen

Betroffenes Brustfleisch kann einen höheren Fett- und etwas niedrigeren Proteingehalt sowie veränderte Textur und Wasserhaltefähigkeit besitzen. Die häufig genannte relative Steigerung um bis zu 224 Prozent bezog sich in einer Studie auf einen Fettanstieg von etwa 0,78 auf 2,53 Prozent.

White Striping ist nach heutigem Kenntnisstand kein eigenständiger Hinweis auf eine akute mikrobiologische oder toxikologische Gefahr. Die Bezeichnung „Fleisch von kranken Tieren“ ist deshalb für eine Packungsuntersuchung zu pauschal. Unabhängig vom sichtbaren Befund gelten die üblichen Hygieneregeln für rohes Geflügel und vollständiges Durchgaren.

Tierwohlbewertung und Forderungen der Stiftung

Die Albert Schweitzer Stiftung wertet die hohe Häufigkeit als Hinweis auf Probleme schnell wachsender Zuchtlinien und forderte Edeka auf, höhere Tierschutzstandards umzusetzen und der Europäischen Masthuhn-Initiative beizutreten. Diese Aussagen sind die tierschutzpolitische Bewertung und Forderung der Organisation. Sie sind von der wissenschaftlichen Beschreibung des Muskelbefunds und einer amtlichen Rechtsbewertung zu unterscheiden.

Was aus der Untersuchung folgt

Die Stichprobe liefert einen konkreten Hinweis darauf, dass sichtbares White Striping bei dem 2025 untersuchten Eigenmarkenprodukt häufig vorkam. Sie belegt nicht für jede Packung, jedes Edeka-Geschäft oder sämtliche Hühner eines Lieferbetriebs denselben Befund. Für eine belastbare Markt- und Tierwohlbewertung wären standardisierte, unabhängige und repräsentative Untersuchungen einschließlich Haltungs- und Gesundheitsdaten erforderlich.

Quellen

Bericht über eine Untersuchung einer Tierschutzorganisation / fachlich und methodisch eingeordnet am 6. September 2026 / food-monitor / KI