Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (csPSM) im Ackerbau kann gezielt reduziert werden, ohne dass dabei Ertrag oder Qualität beeinträchtigt werden.
Das haben die ersten Ergebnisse eines Praxisprojekts der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising gezeigt.
In das Projekt wurden zehn landwirtschaftliche Betriebe aus allen Regierungsbezirken einbezogen. Auf ihren Versuchsfeldern in Winterweizen, Sommergerste und Mais konnten in einzelnen Pflanzenschutzmaßnahmen Einsparungen von bis zu etwa 50 Prozent der Präparate erzielt werden. Nach Angaben der LfL wurde die Reduktion durch verringerte Aufwandmengen und in einzelnen Fällen auch durch kompletten Verzicht bestimmter Pflanzenschutzmittel erzielt. Ergänzend kamen mechanische Verfahren wie Hackgeräte im Maisanbau zum Einsatz.
Trotz der reduzierten Pflanzenschutzmittel zeigten sich auf den Versuchsflächen keine signifikanten Unterschiede bei Ertrag oder Qualität zwischen reduzierten und ortsüblichen Behandlungen. Auch die wirtschaftliche Bewertung der reduzierten Varianten war vergleichbar mit der betrieblichen Praxis. Damit verdeutlichen die Ergebnisse des LfL-Projekts, dass eine standortangepasste Optimierung des Einsatzes von chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmitteln unter realen Produktionsbedingungen möglich ist.
Die bisherigen Erkenntnisse liefern wertvolle Hinweise, wie Landwirte die politische Zielvorgabe zur Pflanzenschutzmittelreduktion erreichen können. Die teilnehmenden Betriebe dienen außerdem als Demonstrationsflächen, auf denen Erfahrungen und Strategien an andere Landwirte und Fachberater weitergegeben werden. In den kommenden Jahren sollen die Untersuchungen auf weitere Pflanzenschutzmaßnahmen, die gesamte Kulturdauer sowie zusätzliche Ackerbaukulturen ausgeweitet werden. Ziel des Projekts, das noch bis Ende 2028 läuft, ist es, die Potenziale einer nachhaltigen Reduktion von csPSM im Ackerbau systematisch zu evaluieren und praxisnahe Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft bereitzustellen.
