Goldbarsch statt Rotbarsch: Island setzt auf klare Herkunftskennzeichnung

Isländische Seafood-Produzenten und Exporteure haben gemeinsam beschlossen, im deutschen Markt künftig ausschließlich die Bezeichnung Goldbarsch für Golden Redfish aus Island (Sebastes marinus oder Sebastes norvegicus) zu verwenden.

Ziel ist es, mehr Klarheit im Markt zu schaffen und isländischen Goldbarsch eindeutig vom allgemeinen Begriff Rotbarsch abzugrenzen.

In Deutschland wird der Name Rotbarsch als Sammelbezeichnung für verschiedene Rotbarscharten unterschiedlicher Herkunft und Qualität verwendet. Diese Uneindeutigkeit erschwert Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – von Importeuren über den Handel bis hin zur professionellen Küche und zum Endverbraucher. Mit der gemeinsamen Verwendung des Namens Goldbarsch wollen die beteiligten isländischen Unternehmen Herkunft, Qualität und Verlässlichkeit ihres Angebots hervorheben.

Die Initiative verwendet Goldbarsch als Bezeichnung für Golden Redfish aus Island. Nach Darstellung der beteiligten Unternehmen soll dies Verwechslungen reduzieren und die Vermarktung erleichtern. Aussagen zu Geschmack, gleichbleibender Qualität und verlässlicher Versorgung beschreiben die Positionierung der Anbieter.

Die Initiative hebt auch den ernährungsphysiologischen Wert des Fisches hervor und verweist dazu auf eine von BBC Future veröffentlichte Lebensmittelrangliste. Eine solche Rangliste ist jedoch kein produktspezifischer Nachweis für die Qualität oder gesundheitliche Überlegenheit von Goldbarsch aus Island.

Für die isländische Goldbarschfischerei sind Zertifizierungen dokumentiert: Der MSC meldete im Oktober 2014 die weltweit erste Zertifizierung einer Goldbarschfischerei. Auch Iceland Responsible Fisheries dokumentiert die Zertifizierung von 2014 und spätere Prüfberichte. Hinweise zur Einordnung von Siegeln bietet der Beitrag Woran erkennt man Fisch aus nachhaltiger Fischerei?

Redaktionelle Einordnung vom 14. September 2026: Eine Zertifizierung ersetzt nicht die Betrachtung der aktuellen Bestandsentwicklung. Das isländische Meeresforschungsinstitut MFRI nennt in seiner Beratung vom 12. Juni 2026 für Goldbarsch eine Fangempfehlung von 43.319 Tonnen, fünf Prozent mehr als zuvor. Zugleich verweist es auf schwache Jahrgänge von 2009 bis 2016 und einen seit 2018 rückläufigen Laicherbestand. Hinweise auf bessere Nachwuchsjahrgänge bedeuten noch keine kurzfristige Erholung des befischbaren Bestands.

Deutschland ist schon seit Jahrzehnten der wichtigste Exportmarkt für isländischen Goldbarsch. Die gemeinsame Marktinitiative unterstreicht die langfristige Bedeutung dieses Marktes und den Anspruch der isländischen Fischwirtschaft, Transparenz, Qualität und Nachhaltigkeit konsequent in den Vordergrund zu stellen.

„Goldbarsch ist eine klare Herkunftsbezeichnung für Golden Redfish aus Island. Sie hilft, unterschiedliche Rotbarscharten und -erzeugnisse im Markt eindeutig zu unterscheiden und schafft Transparenz in Bezug auf Ursprung, Qualität und nachhaltige Bewirtschaftung. Das erleichtert die Orientierung im Markt und stärkt das Vertrauen in der Wertschöpfungskette“, sagt Björgvin Þór Björgvinsson, Projektleiter Seafood from Iceland.

Die Goldbarsch-Initiative war für eine erste Vorstellung auf der Fish International in Bremen vom 22. bis 24. Februar 2026 angekündigt. Dieser Messetermin ist inzwischen vergangen.

Quelle: seafoodfromiceland.com