Vitamin C und Harnsäure: kleine Studie zeigt begrenzten Effekt

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Eine kurze Interventionsstudie liefert Hinweise – aber keinen Beleg für eine Gichttherapie

Gläser und Karaffe mit Orangensaft
Foto: VdF Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie, Uwe Bender 

Eine 2026 im „European Journal of Nutrition“ veröffentlichte Studie hat untersucht, wie Vitamin C und der Pflanzenstoff Hesperidin die Harnsäurekonzentration im Blut beeinflussen. Das Ergebnis: In der kleinen und kurzen Untersuchung sank der Wert nach Vitamin-C-reichen Testgetränken im Mittel um etwa 0,5 Milligramm pro Deziliter. Hesperidin zeigte keinen entsprechenden Effekt.

So war die Studie aufgebaut

Teilgenommen haben 40 Erwachsene mit vergleichsweise hohen Harnsäurewerten, aber ohne frühere Gichtanfälle. In der randomisierten, doppelblinden Cross-over-Studie tranken sie jeweils zwei Wochen lang täglich 200 Milliliter eines standardisierten Getränks. Die Varianten enthielten Vitamin C, Hesperidin, beide Stoffe oder keinen der beiden Wirkstoffe.

Die Vitamin-C-Varianten lieferten knapp 600 Milligramm Vitamin C pro Portion. Das ist deutlich mehr als in einem üblichen Glas Orangensaft und entsprach nach Angaben der Forschenden ungefähr der Menge in 1,2 Litern Orangensaft. Nach einer Woche waren die Vitamin-C-Spiegel im Blut gestiegen und die Harnsäurewerte gesunken; in der zweiten Woche zeigte sich keine weitere Abnahme. Harnsäureausscheidung und Harnsäure-Clearance veränderten sich nicht.

Was sich daraus nicht ableiten lässt

Die Untersuchung war auf Laborwerte ausgerichtet, dauerte nur zwei Wochen und schloss Menschen mit Gicht aus. Sie beantwortet daher nicht, ob Vitamin C Gichtanfälle verhindern oder eine bestehende Gicht behandeln kann. Auch lassen sich die Ergebnisse der angereicherten Testgetränke nicht unmittelbar auf normalen Orangensaft oder andere Lebensmittel übertragen.

Ein erhöhter Harnsäurewert ist ein wichtiger Risikofaktor für Gicht, führt aber nicht bei jedem Menschen zur Erkrankung. Wer erhöhte Werte, Gicht oder eine Nierenerkrankung hat, sollte Nahrungsergänzungsmittel und die Behandlung mit einer Ärztin oder einem Arzt abstimmen. Die Studie liefert einen Forschungsbefund, ersetzt jedoch keine medizinische Therapieempfehlung.

Einordnung und Transparenz

Die Studie wurde an der Universität Kiel und der Hochschule Geisenheim durchgeführt. Die Testgetränke wurden in Geisenheim entwickelt und von der Eckes-Granini Group produziert. Laut Veröffentlichung erhielten die Forschenden keine finanzielle Förderung; relevante Interessenkonflikte wurden nicht angegeben.

Studie: Enderle J. et al. (2026): Effect of vitamin C and hesperidin on serum uric acid concentrations in healthy adults with high uric acid levels, European Journal of Nutrition, veröffentlicht am 25. Februar 2026.

Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026

Quelle: link.springer.com