Fleisch und Demenz: Studie belegt keine Schutzwirkung

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Beobachtungsstudie ist keine Ernährungsempfehlung

Eine schwedische Kohortenstudie fand bei älteren Menschen mit bestimmten Varianten des APOE-Gens einen statistischen Zusammenhang zwischen höherem Fleischkonsum und einem günstigeren Verlauf der geistigen Leistungsfähigkeit. Daraus folgt jedoch nicht, dass Fleisch Demenz verhindert oder behandelt.

Die im März 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie begleitete 2.157 Menschen ab 60 Jahren, die zu Beginn nicht an Demenz erkrankt waren. Die Daten stammten aus einer schwedischen Langzeitkohorte mit bis zu 15 Jahren Nachbeobachtung. Während dieser Zeit erkrankten 296 Teilnehmende an Demenz.

Der Zusammenhang zeigte sich nur in einer genetischen Untergruppe

569 Teilnehmende trugen die Genvarianten APOE ε3/ε4 oder ε4/ε4, die mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko verbunden sind. In dieser Untergruppe war das höchste Fünftel des gesamten Fleischkonsums gegenüber dem niedrigsten Fünftel mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert. Bei Teilnehmenden ohne diese Genvarianten zeigte sich kein entsprechender Zusammenhang.

Wichtig ist die statistische Einordnung: Der Test auf einen unterschiedlichen Zusammenhang zwischen den Gen-Gruppen war für den Endpunkt Demenz nicht eindeutig signifikant. Außerdem war ein höherer Anteil verarbeiteten Fleisches am gesamten Fleischkonsum mit einem höheren Demenzrisiko verbunden.

Warum die Ergebnisse vorsichtig zu bewerten sind

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann Zusammenhänge zeigen, aber nicht beweisen, dass der Fleischkonsum die Ursache für das geringere Risiko war. Die Ernährungsangaben beruhten auf Selbstauskünften. Die Forschenden nennen zudem mögliche verbleibende Störfaktoren, einen Überlebensbias und die überwiegend nordeuropäische Studienpopulation als Einschränkungen.

Die Ergebnisse müssen deshalb in anderen Bevölkerungsgruppen bestätigt werden. Sie sind kein Anlass, den Fleischkonsum eigenständig zu erhöhen oder einen Gentest allein zur Ernährungsplanung durchführen zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Erwachsenen weiterhin höchstens 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche.

Wie einzelne Studien in ein gesundes Ernährungsmuster eingeordnet werden sollten, erläutert die Übersicht Ernährung, Fitness und Gesundheit: So hältst du die Balance.

Aktualisiert am 14. August 2026

Redaktionelle Einordnung: food-monitor

Quelle: jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen