Übergewichtiges Deutschland: wachsende Diskrepanz zwischen Gesundheitsbewusstsein und Realität

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Rund 59 Prozent der Befragten haben Übergewicht oder Adipositas – obwohl fast jeder Zweite angibt, gesünder zu essen als früher.

Die Deutschen achten zunehmend auf ihre Ernährung, kaufen bewusster ein und versuchen, ungesunde Lebensmittel zu vermeiden. Trotzdem bleibt Übergewicht in Deutschland weit verbreitet. Das zeigen aktuelle Daten von Fitatu zur Ernährungs- und Gesundheitswahrnehmung der Verbraucher.

Bewusstsein vs. Realität

Laut der Analyse glauben 49% der Deutschen, sich heute gesünder zu ernähren als früher. Gleichzeitig geben 57% an, den Konsum von Produkten mit hohem Fettgehalt bewusst einzuschränken. Damit liegen die Deutschen sogar über den Briten, von denen lediglich 51% gezielt fettreiche Lebensmittel vermeiden.

Besonders kritisch sehen Verbraucher hochverarbeitete Produkte. Diese enthalten häufig hohe Mengen Fett, Zucker und Zusatzstoffe, die den Konsum größerer Portionen begünstigen können. Auch künstliche Zusatzstoffe stehen zunehmend in der Kritik: 53% der Deutschen vermeiden bewusst künstliche Farb- und Aromastoffe.

„Die Daten zeigen deutlich, dass Verbraucher heute wesentlich stärker auf Inhaltsstoffe und Produktzusammensetzungen achten als noch vor einigen Jahren“, erklärt Patrycja Koczaska, Ernährungsberaterin bei Fitatu

Trends im Einkaufsverhalten

Dieser Trend spiegelt sich deutlich im Einkaufsverhalten wider. Besonders häufig gekauft werden:

  • Produkte mit Fairtrade-Siegel: 64%
  • Zuckerfreie oder zuckerarme Produkte: 62%
  • Fettarme Produkte: 59%
  • Eiweißreiche Produkte: 35%

Gleichzeitig weisen die Daten darauf hin, dass gesund wirkende Produktlabels nicht automatisch gesündere Ernährungsgewohnheiten bedeuten. Produkte mit Bezeichnungen wie „proteinreich“, „Bio“ oder „Light“ werden häufig automatisch als kalorienarm wahrgenommen – obwohl auch sie zu einer erhöhten Energiebilanz beitragen können.

Erschreckende Zahlen zur Volksgesundheit

Trotz des hohen Ernährungsbewusstseins bleibt Übergewicht eines der größten Gesundheitsprobleme des Landes. Die Auswertung der selbst angegebenen Körpermaße ergibt folgende BMI-Gruppen:

  • 33,8 Prozent der Befragten haben Übergewicht ohne Adipositas.
  • 25,0 Prozent der Befragten haben Adipositas.
  • 38,7 Prozent der Befragten liegen im Normalgewichtsbereich.

Damit haben 58,8 Prozent, gerundet 59 Prozent, der Befragten Übergewicht oder Adipositas. Die Grafik auf Seite 10 des Kantar-Berichts im Auftrag von Fitatu (Februar 2026) ordnet die Werte entsprechend zu. Grundlage sind 9.611 Befragte in Deutschland im Alter von 18 bis 75 Jahren; die ausgewerteten Angaben stammen aus Juli 2024 bis Juni 2025. Der BMI wurde aus den selbst angegebenen Werten für Körpergröße und Gewicht berechnet. Er ersetzt keine individuelle Gesundheitsbeurteilung.

Lebensstil und veränderte Routinen

Neben der Ernährung spielt der Lebensstil eine zentrale Rolle. Während 72% der Deutschen zumindest gelegentlich Sport treiben, ersetzt jeder dritte Deutsche regelmäßig vollständige Mahlzeiten durch Zwischenmahlzeiten. Zeitmangel, Stress und flexible Arbeitsmodelle verändern laut Fitatu zunehmend die klassischen Essensroutinen.

„Zwischen Gesundheitsbewusstsein und tatsächlichem Verhalten besteht weiterhin eine deutliche Lücke. Viele Menschen wissen heute sehr genau, welche Ernährung gesund wäre – die Umsetzung im Alltag bleibt jedoch die größte Herausforderung“, erklärt Patrycja Koczaska,

Fazit

Die Ergebnisse zeigen, dass langfristige Veränderungen nicht allein durch Wissen entstehen. Entscheidend seien vielmehr alltagstaugliche Ernährungsgewohnheiten, mehr Bewegung sowie transparente Informationen über Inhaltsstoffe und Lebensmittelzusammensetzungen.

Über Fitatu

Fitatu ist eine führende App zur Ernährungsanalyse, die Nutzern hilft, ihre Gesundheitsziele durch transparentes Tracking von Kalorien und Nährstoffen zu erreichen.

Weiterführend: Übergewicht und Adipositas als gesellschaftliches Problem.

Quelle: fitatu.com