Weizenkleie entsteht beim Mahlen von Weizen und besteht überwiegend aus abgetrennten Randschichten des Korns. Sie ist besonders ballaststoffreich, bindet viel Wasser und lässt sich in Müsli, Joghurt, Brei oder Backwaren verwenden.
Die wichtigsten Unterschiede zu löslichen Beta-Glucanen aus Hafer erläutert der Vergleich „Haferkleie und Weizenkleie: Unterschiede und Wirkung“.

Was ist Weizenkleie?
Bei der Herstellung heller Mehle werden große Teile der Frucht- und Samenschale sowie der Aleuronschicht vom stärkereichen Mehlkörper getrennt. Diese Fraktionen bilden den Hauptanteil der Kleie; je nach Mahlverfahren können auch Anteile von Keimling und Mehlkörper enthalten sein. Weizenkleie ist daher nicht schlicht mit „Schale und Keimling“ gleichzusetzen.
Vollkornmehl entsteht anders: Es enthält sämtliche Bestandteile des gereinigten Korns einschließlich Keimling in ihrem natürlichen Mengenverhältnis. Mehr dazu erklärt der Beitrag „Mehltypen: Weizen, Dinkel, Roggen und Vollkorn“.
Viele Ballaststoffe auf kleinem Volumen
Weizenkleie enthält typischerweise rund 45 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm; der genaue Wert steht auf der Packung. Den größten Anteil bilden unlösliche Ballaststoffe. Sie binden Wasser, vergrößern das Stuhlvolumen und können die normale Darmtätigkeit unterstützen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene einen Richtwert von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag – aus der gesamten Ernährung, nicht allein aus Kleie. Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse und Samen tragen ebenfalls dazu bei.
Wer bisher ballaststoffarm gegessen hat, sollte die Menge schrittweise steigern. Eine plötzliche große Portion kann Blähungen, Druckgefühl oder Bauchschmerzen verursachen. Gleichzeitig ist ausreichendes Trinken wichtig, weil stark quellende Ballaststoffe sonst Beschwerden bis hin zu Verstopfung begünstigen können. Eine allgemein passende Empfehlung von exakt „ein bis zwei Esslöffeln pro Tag“ gibt es nicht; Verträglichkeit, übrige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr unterscheiden sich.
Bei anhaltender Verstopfung, starken Bauchschmerzen, Schluckstörungen, bekannten Darmverengungen oder entzündlichen Darmerkrankungen sollte eine zusätzliche Kleieaufnahme ärztlich oder ernährungstherapeutisch abgeklärt werden.
Mineralstoffe und Phytat
Die Randschichten des Weizenkorns enthalten unter anderem Magnesium, Kalium, Eisen, Zink und B-Vitamine. Weizenkleie enthält zugleich Phytat, das Mineralstoffe binden und ihre Aufnahme im Darm verringern kann. In einer abwechslungsreichen Ernährung ist das für gesunde Menschen üblicherweise kein Grund, Kleie grundsätzlich zu meiden.
Aus einzelnen Labor- oder Beobachtungsbefunden lassen sich jedoch keine pauschalen Aussagen ableiten, Phytinsäure senke den Blutzucker- oder Cholesterinspiegel oder schütze vor chronischen Darmerkrankungen. Weizenkleie ist ein ballaststoffreiches Lebensmittel, kein Arzneimittel.
So lässt sich Weizenkleie verwenden
Kleine Mengen Weizenkleie lassen sich in Müsli, Porridge, Joghurt, Suppen oder Bratlingsmassen rühren. Sie sollte nicht trocken löffelweise verzehrt werden. In Brot- und Kuchenteigen bindet Kleie zusätzliches Wasser. Die erforderliche Menge lässt sich nicht pauschal festlegen; sie hängt von Rezept, Mehl und gewünschter Konsistenz ab. Nach dem Mischen hilft eine Quellzeit, bevor die endgültige Teigkonsistenz beurteilt wird.
Weizenkleie enthält Gluten und ist bei Zöliakie ungeeignet. Auch bei einer Weizenallergie ist sie keine Alternative.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Julia Icking, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor
Rezept: Weizenkleie-Saatenbrot mit Haferflocken

Zutaten für 1 Kastenbrot (etwa 12 Scheiben)
- 200 g zarte Haferflocken
- 60 g Sonnenblumenkerne
- 60 g Kürbiskerne
- 40 g geschrotete Leinsamen
- 40 g Weizenkleie
- 20 g Flohsamenschalen
- 1 TL Salz
- 1 EL Honig
- 1 EL Rapsöl
- 450 ml lauwarmes Wasser, bei Bedarf etwas mehr
Zubereitung
- Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Weizenkleie, Flohsamenschalen und Salz in einer großen Schüssel gründlich mischen.
- Honig und Rapsöl im lauwarmen Wasser verrühren. Zur trockenen Mischung geben und sofort sehr gründlich vermengen, damit die Flohsamenschalen nicht verklumpen. Die Masse 45 Minuten quellen lassen. Sie soll formbar und feucht, aber nicht flüssig sein; bei trockenen Stellen esslöffelweise Wasser ergänzen.
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine etwa 25 cm lange Kastenform mit Backpapier auslegen. Die Masse einfüllen, fest andrücken und die Oberfläche glatt streichen.
- Das Brot auf der mittleren Schiene 60 Minuten backen. Vorsichtig aus der Form heben, das Backpapier entfernen und das Brot ohne Form weitere 10 bis 15 Minuten backen, bis die Oberfläche rundum trocken und gebräunt ist.
- Das Saatenbrot auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen und erst dann schneiden.
Serviervorschlag: Dünn aufschneiden und mit einem herzhaften oder milden Aufstrich servieren. Zu der ballaststoffreichen Mahlzeit ausreichend trinken.
Allergen- und Sicherheitshinweis: Weizenkleie enthält Gluten. Hafer kann mit glutenhaltigem Getreide verunreinigt sein; das Rezept ist deshalb nicht für eine glutenfreie Ernährung geeignet. Es enthält außerdem Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Leinsamen. Das Brot vollständig durchbacken und auskühlen lassen; feucht gelagertes Saatenbrot rasch kühlen oder portionsweise einfrieren.
Rezept: food-monitor / KI
