Kürbiskernöl ist ein dunkelgrün bis rötlich schimmerndes Speiseöl mit kräftig nussigem Röstaroma.

Das Öl wird aus den Samen von Ölkürbissen gewonnen. Für Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. dienen schalenlos wachsende Kerne des Steirischen Ölkürbisses (Cucurbita pepo var. styriaca). Andere Kürbiskernöle können aus weiteren Sorten und Anbaugebieten stammen und sich in Farbe, Geschmack und Herstellungsweise unterscheiden.
Wie Kürbiskernöl hergestellt wird
Beim traditionellen steirischen Verfahren werden gereinigte, getrocknete Kerne gemahlen, mit Wasser und Salz zu einer Masse verarbeitet und schonend geröstet. Anschließend wird das Öl mechanisch beziehungsweise hydraulisch ausgepresst. Je nach Ausgangsmaterial und Verfahren werden für einen Liter Öl ungefähr 2,5 Kilogramm Kerne benötigt. Die Röstung prägt das nussige Aroma und die dunkelgrün-rötliche Farbe.
Kürbiskernöl passt in Salatdressings, Aufstriche und Dips. Wenige Tropfen verfeinern fertig gegarte Kürbissuppe und Kürbispüree, Pasta, Kartoffelsalat oder Vanilleeis. Zum scharfen Anbraten, Frittieren und längeren Backen ist das empfindliche Öl nicht geeignet. Es wird am besten erst nach dem Garen oder für kalte Speisen verwendet.
Die bei der Zubereitung von Speisekürbissen anfallenden Kerne lassen sich je nach Sorte ebenfalls nutzen; Tipps bietet der Beitrag „Geröstete Kürbiskerne: Knabberei zum Selbermachen“. Daraus entsteht jedoch nicht automatisch das typische Steirische Kürbiskernöl.
Fettsäuren und Nährwerte
Kürbiskernöl besteht nahezu vollständig aus Fett und ist entsprechend energiereich. Charakteristisch sind vor allem Linolsäure, eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, und Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure; daneben enthält es gesättigte Fettsäuren. Vitamin E und weitere fettlösliche Begleitstoffe tragen zum Nährstoffprofil bei.
Wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe der Kürbiskerne gehen dagegen nicht in nennenswertem Umfang in das reine Öl über. Aussagen, das Öl sei eine relevante Quelle für B-Vitamine, Kalzium, Magnesium, Zink oder Selen, sind deshalb irreführend. Für die Alltagsküche ist Abwechslung sinnvoll: Kürbiskernöl als aromatisches Würzöl verwenden und zum Braten hitzestabilere Öle wählen.
Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. erkennen
Die geschützte geografische Angabe „Steirisches Kürbiskernöl“ ist an dem gelb-blauen EU-Siegel „g.g.A.“ und einer Kontrollnummer erkennbar. Die Kerne müssen aus dem festgelegten österreichischen Anbaugebiet stammen und nach der Produktspezifikation verarbeitet werden. Das Gebiet umfasst die Steiermark sowie definierte Teile des Burgenlands, Kärntens und Niederösterreichs. Die geltende Spezifikation ist bei EUR-Lex dokumentiert.
Kürbiskernöl reagiert empfindlich auf Licht, Wärme und Sauerstoff. Dunkle Flaschen bevorzugen, zu Hause kühl und lichtgeschützt lagern und nach dem Öffnen gut verschließen sowie im Kühlschrank aufbewahren. Angebrochene Flaschen innerhalb weniger Wochen verbrauchen; entscheidend sind zusätzlich das Mindesthaltbarkeitsdatum und eine sensorische Prüfung. Riecht oder schmeckt das Öl ranzig, bitter oder auffällig, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Rezept: Warmer Kürbis-Linsen-Salat mit Kürbiskernöl

Zutaten für 4 Portionen
- 700 g Hokkaido-Kürbis
- 200 g Berglinsen
- 150 g Feldsalat
- 1 kleine rote Zwiebel
- 40 g Kürbiskerne
- 1 EL Rapsöl
- 3 EL Kürbiskernöl
- 2 EL Apfelessig
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 TL flüssiger Honig
- Salz
- schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Den Hokkaido unter fließendem Wasser gründlich waschen, Stielansatz entfernen, halbieren und entkernen. Das Fruchtfleisch mit Schale in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Schmeckt ein kleines rohes Stück ungewöhnlich stark bitter, den gesamten Kürbis nicht verwenden. Würfel mit Rapsöl, Salz und Pfeffer mischen und auf einem mit Backpapier belegten Blech 25 bis 30 Minuten vollständig garen.
- Linsen in einem Sieb abspülen und nach Packungsangabe in Wasser vollständig garen. Sie dürfen ihre Form behalten, sollen aber nicht mehr hart sein. Abgießen und kurz ausdampfen lassen.
- Feldsalat verlesen, gründlich in reichlich frischem Wasser waschen und trocken schleudern. Zwiebel schälen und in feine Halbringe schneiden. Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten, dabei bewegen und nicht verbrennen lassen.
- Kürbiskernöl, Apfelessig, Senf und Honig zu einem Dressing verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Warme Linsen und Kürbiswürfel mit Zwiebel und der Hälfte des Dressings mischen. Feldsalat erst unmittelbar vor dem Servieren vorsichtig unterheben und das restliche Dressing darüberträufeln.
- Salat auf vier Schalen verteilen und mit den gerösteten Kürbiskernen bestreuen.
Hinweis zu Allergenen und Sicherheit: Senf gehört zu den kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen. Bei abgepackten Zutaten zusätzlich die Zutaten- und Spurenhinweise prüfen. Stark bitter schmeckende Kürbisse wegen möglicher Cucurbitacine nicht essen. Warme Komponenten rasch abkühlen und getrennt vom gewaschenen Feldsalat abgedeckt kalt stellen; Reste möglichst am Folgetag verzehren und den Salat erst frisch mischen.
Serviervorschlag: Den Salat lauwarm servieren, damit das Kürbiskernöl sein nussiges Aroma behält.
Rezept: food-monitor / KI
