Haferdrink: Zucker und Nährstoffanreicherung verdienen einen zweiten Blick

Ob ein Haferdrink zur eigenen Ernährung passt, hängt von seiner Zusammensetzung und Verwendung ab. Pauschale Urteile über die gesamte Produktgruppe helfen beim Einkauf wenig.

Glas Haferdrink neben einer Schale Haferflocken auf einer Küchenarbeitsfläche – KI-Symbolbild
Foto: food-monitor / KI (Symbolbild)

17. September 2026, food-monitor Trendradar – Wer Haferdrink regelmäßig anstelle von Kuhmilch verwendet, sollte auf die Nährstoffversorgung achten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei geringem oder fehlendem Verzehr von Milchprodukten pflanzliche Alternativen, die mit Calcium und Jod sowie insbesondere bei vegetarischer oder veganer Ernährung mit Vitamin B2 und B12 angereichert sind. Nicht jeder Haferdrink enthält diese Zusätze. DGE: Pflanzliche Milchalternativen.

Auch beim Zucker lohnt sich eine genaue Unterscheidung. Bei der Herstellung kann Haferstärke enzymatisch in kleinere Zuckerbestandteile aufgespalten werden. Ein süßer Geschmack setzt deshalb nicht zwingend die Zugabe von Haushaltszucker voraus. Für die tatsächlich enthaltene Zuckermenge ist die Zeile „davon Zucker“ in der Nährwerttabelle maßgeblich. DGE-Positionspapier zu Kuhmilch und pflanzlichen Milchalternativen.

Für einen sinnvollen Produktvergleich sollten die Angaben jeweils auf 100 Milliliter bezogen werden. Hinzu kommt die übliche Verzehrmenge: Ein Schuss im Kaffee und mehrere große Gläser täglich tragen unterschiedlich zur gesamten Ernährung bei.

Die Unterschiede zu Kuhmilch und zwischen verschiedenen pflanzlichen Rohstoffen erläutert die Warenkunde „Pflanzendrinks und Kuhmilch: Nährstoffe im Vergleich“.

Den rechtlichen Hintergrund zum Zusatz bestimmter Vitamine und Mineralstoffe behandelt die BVL-Meldung zur Nährstoffanreicherung von Lebensmitteln. Sie liefert keine Bewertung eines einzelnen Haferdrinks.

Pulver und Konzentrat richtig vergleichen.

Wasser zugeben, mischen, fertig: Haferdrink zum Anrühren kann den Transport und die Vorratshaltung erleichtern. Beispielsweise ergeben 500 Milliliter dmBio-Haferdrink-Konzentrat nach Zugabe der doppelten Menge Wasser 1,5 Liter Getränk. Oatentik bietet ein Haferdrinkpulver an, aus dessen 800-Gramm-Packung nach Herstellerangaben acht Liter zubereitet werden können. Die Beispiele zeigen zwei unterschiedliche Wege zum gleichen Verwendungszweck. Produktangaben von dm, Produktangaben von Oatentik.

Beim Einkauf lohnt es sich, den Packungspreis durch die angegebene Getränkemenge zu teilen. Auch Nährwertangaben müssen auf dieselbe Grundlage bezogen werden: 100 Gramm Pulver sind nicht mit 100 Millilitern trinkfertigem Haferdrink vergleichbar. Wer stärker oder schwächer dosiert als angegeben, verändert die Zusammensetzung seines Getränks.

Die technische Frage, wie sich Pulver beim Anrühren verteilt, erläutert „Instantpulver: FEI-Projekt untersucht die Dispergierbarkeit“. Das Forschungsprojekt liefert keine Bewertung der hier genannten Haferdrink-Marken.

Für eine pauschale Aussage zur Umweltbilanz reicht die kleinere Packung allein nicht aus. Herstellung, Verpackung, Transport und Zubereitung müssten für einen belastbaren Produktvergleich gemeinsam betrachtet werden.

Entscheidend bleibt damit der eigene Gebrauch: Wie viel Drink wird benötigt, wie einfach gelingt die Zubereitung und welche Zutaten enthält das Produkt? Hinweise zur Dosierung, Kühlung und Haltbarkeit nach dem Anrühren gehören ebenso zum Vergleich wie der Preis pro Liter.

Statt allein nach „gesund“ oder „ungesund“ zu fragen, hilft deshalb eine konkrete Einkaufskontrolle: Welche Nährstoffe sind zugesetzt, wie viel Zucker enthält das Produkt und welche Rolle spielt es im täglichen Speiseplan?

Wie unterschiedlich die Zusammensetzung ausfallen kann, zeigt die in food-monitor vorgestellte Untersuchung „Pflanzendrink ist nicht gleich Pflanzendrink“. Sie bezog sich auf nicht angereicherte Bio-Produkte und erlaubt deshalb keine pauschale Bewertung angereicherter Haferdrinks.

Quellen: dge.de, dm.de, oatentik.com; redaktionelle Einordnung: food-monitor/KI.