Die Zwiebel: Was essen wir da eigentlich?

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Die Küchenzwiebel ist botanisch kein Wurzelstück, sondern ein unterirdisches Speicherorgan aus einer kurzen Sprossachse und verdickten Blättern.

Gelbe und rote Küchenzwiebeln
Fotolia #110128531 © Brent – Lizenznehmer: food-monitor

Der Begriff „Zwiebel“ bezeichnet sowohl die Pflanzenart Allium cepa als auch eine bestimmte Bauform von Speicherorganen. Die Küchenzwiebel gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und ist roh, gedünstet, gebraten, geröstet oder gekocht vielseitig einsetzbar.

Welchen Teil der Pflanze essen wir?

Die flache Sprossachse sitzt am unteren Ende der Zwiebel und wird auch Zwiebelscheibe oder Zwiebelboden genannt. Nach unten wachsen daraus die Wurzeln. Nach oben sitzen dicht übereinander fleischig verdickte Blattbasen, die sogenannten Zwiebelschuppen. In ihnen speichert die Pflanze Wasser und Nährstoffe für den Austrieb und die spätere Blütenbildung.

Die trockenen äußeren Häute schützen vor Feuchtigkeitsverlust und Verletzungen. Schneidet man eine Zwiebel längs auf, sind der flache Zwiebelboden und die übereinanderliegenden Schuppen gut zu erkennen.

Warum tränen die Augen beim Zwiebelschneiden?

Solange die Zwiebelzellen intakt sind, bleiben Enzyme und schwefelhaltige Ausgangsstoffe voneinander getrennt. Beim Schneiden werden die Zellen verletzt. Dadurch entstehen flüchtige Schwefelverbindungen, die zur Augenoberfläche gelangen und die Schleimhäute reizen. Die Tränendrüsen produzieren mehr Flüssigkeit, um den Reizstoff auszuspülen.

Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt ein scharfes Messer: Es zerdrückt weniger Zellen und kann den Tränenreiz verringern. Auch eine gute Lüftung oder das Schneiden unter einer laufenden Dunstabzugshaube hilft, die flüchtigen Stoffe von den Augen fernzuhalten.

Sind Zwiebeln ein Heilmittel?

Zwiebeln liefern unter anderem Ballaststoffe, Kalium sowie verschiedene schwefelhaltige Verbindungen und Polyphenole. Solche Pflanzenstoffe werden wissenschaftlich untersucht. Daraus lassen sich jedoch keine pauschalen Aussagen ableiten, Zwiebeln würden Gefäßveränderungen verhindern, den Magen-Darm-Trakt regulieren oder Schleim in den Bronchien lösen.

Zwiebelsirup und ähnliche Zubereitungen sind traditionelle Hausmittel. Sie ersetzen bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden weder eine medizinische Diagnose noch eine geeignete Behandlung.

Warum können Zwiebeln Blähungen verursachen?

Zwiebeln speichern Kohlenhydrate vor allem in Form von Fruktanen. Der menschliche Dünndarm kann sie nicht vollständig verdauen. Darmbakterien bauen sie im Dickdarm ab; dabei entstehen Gase. Wie gut Zwiebeln vertragen werden, ist individuell und hängt auch von der Menge ab. Eine gesicherte allgemeine Wirkung von Kümmel oder Oregano gegen diese Beschwerden lässt sich nicht versprechen.

Empfindliche Menschen können kleinere Portionen testen oder auf mildere Sorten ausweichen. Eine mögliche Alternative beschreibt der Beitrag „Frühlingszwiebel: als Rohkost, gegart oder in Dips“.

Wie lagert man Zwiebeln richtig?

Gute Ware ist fest und trocken und hat eine geschlossene, raschelnde Schale. Lagerzwiebeln bleiben an einem kühlen, dunklen, trockenen und gut belüfteten Ort je nach Sorte mehrere Monate haltbar. Plastiktüten und feuchte Behälter sind ungeeignet. Weiche, schimmlige oder faulige Zwiebeln gehören nicht in den Vorrat.

Zwiebeln und Kartoffeln sollten getrennt lagern, weil sie sich gegenseitig in ihrer Haltbarkeit beeinträchtigen können. Mehr dazu steht in „Warum sollten Kartoffeln nicht zusammen mit Zwiebeln lagern?“.

Ursprüngliche Quelle: Heike Stommel, BZfE.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, August 2026.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor



Rezept: Zwiebel-Kümmel-Suppe mit Roggen-Croûtons

Cremige Zwiebelsuppe mit Kümmel, Oregano und Roggenbrot-Croûtons
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 800 g gelbe Speisezwiebeln
  • 300 g mehligkochende Kartoffeln
  • 30 g Butter
  • 1 TL Kümmelsamen
  • 1/2 TL getrockneter Oregano
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne
  • 4 Scheiben Roggenbrot (etwa 160 g)
  • 1 EL Rapsöl
  • Salz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Butter in einem großen Topf zerlassen. Die Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze 12 Minuten unter regelmäßigem Rühren weich und leicht goldbraun dünsten.
  3. Kartoffeln, Kümmel und Oregano zufügen und 1 Minute mitdünsten. Gemüsebrühe angießen, aufkochen und die Suppe zugedeckt bei niedriger bis mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen.
  4. Währenddessen den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Roggenbrot in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden, mit Rapsöl mischen und auf einem Blech 8 bis 10 Minuten knusprig rösten. Einmal wenden.
  5. Die Suppe fein pürieren. Die Sahne einrühren und weitere 3 Minuten sanft erhitzen. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
  6. Die Zwiebelsuppe auf Schalen verteilen und die Roggen-Croûtons erst unmittelbar vor dem Servieren darübergeben.

Serviervorschlag: Wer sichtbare Zwiebelstreifen mag, nimmt vor dem Pürieren eine kleine Portion heraus und gibt sie anschließend zurück in die Suppe.

Rezept: food-monitor / KI