Landwirtschaft heute: Kernlose Tafeltrauben – ein „Kunstprodukt“?

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Kernlose Tafeltrauben: natürliche Eigenschaft und gezielte Züchtung

Kernlose Tafeltrauben
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Kernlose Tafeltrauben sind kein gentechnisches „Kunstprodukt“. Bei manchen Reben entstehen Früchte ohne vollständig ausgebildete Samen. Solche Eigenschaften kommen natürlich vor und wurden durch klassische Züchtung verstärkt.

Wie entstehen Trauben ohne Kerne?

Bei der sogenannten Parthenokarpie entwickelt sich die Frucht ohne vorherige Befruchtung. Daneben gibt es Sorten, bei denen nach der Befruchtung nur sehr kleine, weiche Samenreste entstehen. Auch diese Trauben werden im Handel häufig als „kernlos“ bezeichnet.

Da kernlose Reben keine verwendbaren Samen liefern, werden geeignete Sorten vegetativ vermehrt. Dafür schneiden Fachleute Edelreiser von einer Rebe und pfropfen sie auf eine passende Unterlage. Die neue Pflanze besitzt damit dieselben Sorteneigenschaften wie die Mutterpflanze.

Bekannte kernlose Sorten

Zu den bekannten Sorten gehören „Sultana“, auch „Thompson Seedless“ genannt, und „Korinthiaki“. Aus getrockneten Beeren entstehen Sultaninen beziehungsweise Korinthen; Rosinen ist der Oberbegriff. Inzwischen gibt es zahlreiche weitere weiße, rote und blaue kernlose Tafeltrauben.

Warum sind manche kernlosen Beeren besonders groß?

Viele kernlose Sorten bilden von Natur aus eher kleine Beeren. Im Erwerbsanbau können deshalb während des Wachstums Gibberelline eingesetzt werden. Diese Signalstoffe kommen auch in Pflanzen vor und fördern unter anderem das Wachstum der Beeren und Stiele. Nicht jede kernlose Sorte benötigt eine solche Behandlung.

Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft erläutert, dass inzwischen auch kernlose Züchtungen große Beeren ohne Hormonbehandlung ausbilden. Anwendungen von Wachstumsregulatoren unterliegen den jeweils geltenden Zulassungs- und Rückstandsregeln. Die bloße Kernlosigkeit verrät daher nicht, ob eine Traube behandelt wurde.

Einkauf und Lagerung

Achten Sie auf pralle, saubere Beeren und frische, noch grüne Stiele. Ein heller wachsartiger Belag auf der Schale ist meist der natürliche Duftfilm und kein Schimmel. Beschädigte oder schimmelige Beeren sollten entfernt werden.

Laut Bundeszentrum für Ernährung sind Tafeltrauben ganzjährig erhältlich; das größte Angebot gibt es von August bis November. Im Kühlschrank bleiben sie verpackt bis zu etwa 14 Tage frisch. Waschen Sie die Trauben erst kurz vor dem Essen gründlich unter fließendem Wasser.

Wie die Kerne kernhaltiger Trauben weiterverarbeitet werden, erklärt der Beitrag „Traubenkernöl in der Küche: Hochwertiges Öl mit Beerennote“. Tafeltrauben reifen nach der Ernte nicht weiter; Hintergründe dazu bietet „Pflückreif und Genussreif: Welches Obst reift nach?“.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, www.ble.de; Bundeszentrum für Ernährung, www.bzfe.de / food-monitor



Rezept: Warmer Couscous-Salat mit Ofen-Trauben

Couscous-Salat mit gerösteten kernlosen Trauben, Feta, Mandeln und Petersilie
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 500 g kernlose Tafeltrauben, rot und grün gemischt
  • 250 g Perlcouscous
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 150 g Feta
  • 50 g Mandelblättchen
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 TL flüssiger Honig
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Trauben unter fließendem Wasser gründlich waschen, abtrocknen und von den Stielen zupfen.
  2. Trauben mit 1 EL Olivenöl mischen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und 15 bis 18 Minuten rösten, bis einige Früchte leicht aufplatzen.
  3. Perlcouscous nach Packungsangabe in Salzwasser 10 bis 12 Minuten bissfest garen. Abgießen und kurz ausdampfen lassen.
  4. Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett 2 bis 3 Minuten goldbraun rösten. Zwiebel schälen und in feine Halbringe schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln und grob hacken. Feta bis zur Verwendung gekühlt aufbewahren und erst jetzt zerbröseln.
  5. Restliches Olivenöl, Zitronensaft und Honig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Warmen Couscous mit Zwiebel, Petersilie und Dressing mischen. Ofen-Trauben und Feta vorsichtig unterheben und mit den Mandelblättchen bestreuen.

Lebensmittelsicherheit: Den Salat frisch und lauwarm servieren. Reste innerhalb von zwei Stunden abkühlen lassen, abgedeckt im Kühlschrank lagern und innerhalb eines Tages verbrauchen.

Allergene: Enthält glutenhaltiges Getreide (Weizen), Milch und Mandeln.

Serviervorschlag: Lauwarm servieren, damit die gerösteten Trauben ihr Aroma besonders gut entfalten.

Rezept: food-monitor / KI