Laborstudie: Kleiner Löffel senkte Esstempo und verzehrte Menge

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Einordnung: Zwei kleine Laborversuche untersuchten, wie sich die Größe eines Löffels auf eine einzelne Porridge-Mahlzeit auswirkte. Die Ergebnisse erlauben keine Aussage über langfristiges Körpergewicht oder die Vorbeugung von Adipositas.

Teelöffel und Suppenlöffel im Vergleich

Im ersten Experiment nahmen 29 schlanke junge Männer teil. Sie waren im Mittel 24 Jahre alt und durften eine Porridge-Mahlzeit nach Belieben mit einem Tee- oder Suppenlöffel essen. Mit dem Teelöffel verzehrten sie im Mittel 532 Gramm, mit dem Suppenlöffel 575 Gramm. Das entsprach einer um rund acht Prozent geringeren Menge; der Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,006).

Die subjektiven Angaben zu Hunger, Appetit, Sättigung und Zufriedenheit unterschieden sich unter den beiden Bedingungen nicht erkennbar.

Kleinere Bissen und langsameres Essen

Im zweiten Experiment aßen 16 schlanke junge Männer eine vorgegebene Porridge-Menge. Mit dem Teelöffel waren die einzelnen Bissen im Mittel kleiner als mit dem Suppenlöffel. Auch die gemessene Essgeschwindigkeit war geringer.

Die Studie zeigt damit unter kontrollierten Laborbedingungen einen Zusammenhang zwischen kleinerem Besteck, kleineren Bissen und langsamerem Essen. Ob dieser Effekt bei anderen Lebensmitteln, bei Frauen, älteren Menschen oder Menschen mit Übergewicht ebenso auftritt, wurde nicht untersucht.

Keine Aussage zur langfristigen Gewichtsabnahme

Beide Gruppen waren klein, bestanden ausschließlich aus schlanken jungen Männern und absolvierten jeweils eine einzelne Labormahlzeit. Weder die weitere Energieaufnahme am Studientag noch Körpergewicht oder Gesundheitsfolgen über einen längeren Zeitraum wurden geprüft. Aus den Ergebnissen folgt daher keine belegte Strategie zur Gewichtsabnahme oder Adipositasprävention.

Wer mit kleinerem Besteck bewusster und langsamer isst, kann dies als persönliche Alltagshilfe ausprobieren. Der beobachtete Laboreffekt ist jedoch keine Garantie dafür, dauerhaft weniger Energie aufzunehmen.

Primärpublikation: James LJ, Maher T, Biddle J, Broom DR. Br J Nutr. 2018;120(7):830–837. doi: 10.1017/S0007114518002246

Quelle: imeonline.de / food-monitor