Die rund fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter ungesüßter Kuhmilch stammen normalerweise aus der Milch selbst: Es handelt sich um Laktose, also Milchzucker.

Warum steht in der Nährwerttabelle „davon Zucker“?
Die Nährwerttabelle fasst unter „davon Zucker“ alle im Lebensmittel enthaltenen Einfach- und Zweifachzucker zusammen. Dazu gehört auch die natürlicherweise in Milch vorkommende Laktose. Die Angabe bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Hersteller Zucker zugesetzt hat.
Ob eine süßende Zutat verwendet wurde, zeigt die Zutatenliste. Bei reiner Milch besteht das Lebensmittel nur aus Milch; ein gesondertes Zutatenverzeichnis ist dann in der Regel nicht nötig. Bei Kakao-, Vanille- oder anderen Milchmischgetränken können dagegen Zucker, Sirupe oder weitere süßende Zutaten zugesetzt sein. Hier müssen Zutatenliste und Nährwerttabelle gemeinsam gelesen werden.
Hat Milch heute mehr Zucker als früher?
Dass der Milchzucker heute auf der Packung sichtbar ist, liegt vor allem an der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung. Laktose war auch vorher natürlicher Bestandteil der Milch. Der Wert kann je nach Produkt leicht schwanken; für den konkreten Einkauf ist die Angabe auf der Packung maßgeblich.
Was passiert bei laktosefreier Milch?
Für laktosefreie Milch wird das Enzym Laktase eingesetzt. Es spaltet Laktose in die Einfachzucker Glukose und Galaktose. Deshalb kann laktosefreie Milch süßer schmecken. Der Zucker verschwindet durch die Spaltung jedoch nicht einfach aus der Nährwerttabelle.
Nach Angaben des BZfE darf Milch als laktosefrei bezeichnet werden, wenn sie höchstens 0,1 Gramm Laktose je 100 Gramm enthält und der entsprechend niedrige Laktosegehalt gekennzeichnet ist.
Laktoseintoleranz ist keine Milcheiweißallergie
Laktose ist für die meisten Menschen ein normaler Bestandteil von Milch. Bei einer Laktoseintoleranz wird Milchzucker jedoch nicht ausreichend verdaut; mögliche Beschwerden und verträgliche Mengen sind individuell verschieden. Eine Milcheiweißallergie betrifft dagegen Eiweißbestandteile der Milch und erfordert eine andere Beurteilung. Wiederkehrende Beschwerden sollten fachlich abgeklärt werden.
Pflanzendrinks sind von Natur aus laktosefrei, unterscheiden sich aber bei Eiweiß, Calcium, Vitaminen, Jod und Zucker deutlich von Kuhmilch. Der Beitrag Pflanzendrinks und Kuhmilch: Nährstoffe im Vergleich erklärt, worauf die Packung hinweist. Warum Milch kein „Kalziumräuber“ ist, ordnet eine weitere Warenkunde zu Milch und Calcium ein.
Quellen und weitere Informationen
- Bundeszentrum für Ernährung: Milch – vom Einkauf in die Küche
- Bundeszentrum für Ernährung: Kohlenhydrate
- Lebensmittelklarheit: Zuckergehalt von laktosefreiem Joghurt
- Verbraucherzentrale: Laktosefreie Lebensmittel
Inhaltlich überarbeitet und aktualisiert am 21. August 2026.
Rezept: Ofenmilchreis mit Apfelkompott

Zutaten für 4 Portionen
- 800 ml Vollmilch
- 200 g Milchreis
- 40 g Zucker
- 1 TL Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 EL Butter
- 2 Äpfel, etwa 350 g
- 100 ml naturtrüber Apfelsaft
- 1 TL Zitronensaft
- 1/2 TL Zimt
Zubereitung
- Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze beziehungsweise 160 °C Umluft vorheizen. Eine tiefe Auflaufform mit etwa zwei Litern Fassungsvermögen mit Butter ausstreichen.
- Milch, Milchreis, Zucker, Vanillezucker und Salz unter Rühren aufkochen. Bei geringer Hitze fünf Minuten köcheln und regelmäßig umrühren.
- In die Form geben und auf der mittleren Schiene 35 bis 40 Minuten backen. Nach 15 und 30 Minuten vorsichtig umrühren.
- Äpfel schälen, entkernen und würfeln. Mit Apfelsaft, Zitronensaft und Zimt aufkochen und zugedeckt bei geringer Hitze acht bis zehn Minuten garen.
- Den Milchreis aus dem Ofen nehmen, zehn Minuten ruhen lassen und cremig rühren.
Serviervorschlag: Warm oder lauwarm mit Apfelkompott servieren. Reste zügig abkühlen, abgedeckt kühlen und vor dem Verzehr vollständig erhitzen.
Allergenhinweis: Das Rezept enthält Milch und Milchprodukte. Bei Laktoseintoleranz nur individuell verträgliche beziehungsweise geeignete laktosefreie Produkte verwenden.
Rezept: food-monitor / KI

Außerdem hier noch meine eigene Erkenntnis des Morgens (bin Chemielehrer): Laktosefreie Milch scheint eine größere Masse an Zucker zu enthalten (5,0 g gegenüber 4,8 g in unbehandelter Milch); dieser Unterschied kommt aber einfach dadurch zustande, dass die Spaltung (Hydrolyse) des Zweifachzuckers Lactose unter Anlagerung eines Wassermoleküls entsteht. Die Masse von H2O wird auf beide Einfachzucker verteilt (einer nimmt quasi ein H-Atom auf, der andere H und O), wodurch aus 4,8 g Laktosemolekülen ziemlich exakt 5,0 g Glucose- und Galactosemoleküle werden.
Lactose (= Milchzucker) ist ein Disaccharid, ein „Zweifachzucker“, das bei der Herstellung von lactosefreier Milch gespalten wird. Die Produkte dieser Spaltung sind die beiden Monosaccharide („Einfachzucker“) Glucose (= Traubenzucker) und Galactose (= Schleimzucker). Beide haben eine höhere „Süßkraft“ als der Milchzucker, so dass die Milch nach dem Abbau des Milchzuckers süßer schmeckt als vorher.
Birgit Voß: „Laktosefreie“ Milch ist nicht zuckerfrei, sondern hat bereits Laktase zugesetzt, die die Laktose spaltet. Damit können auch laktoseintolerante Menschen diese verzehren.
Aber warum schmeckt die Laktosefreie Milch so schrecklich süß. Und normale Milch nicht?