Fertiger Pizzateig im ÖKO-TEST 2024: Keime, Salz und Phosphate

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Der Pizzateig-Test erschien in der Januarausgabe 2024 von ÖKO-TEST. Untersucht wurden 19 gekühlte Fertigteige, darunter vier Bio-Produkte und fünf Sets mit Tomatensoße. Bei den Sets floss nur der Teig in die Prüfung ein. Ein Produkt erhielt die Note „sehr gut“, drei waren „gut“ und vier fielen mit „mangelhaft“ durch.

Pizza
Foto: Shutterbug75 auf Pixabay

Was wurde untersucht?

ÖKO-TEST ließ die Teige in unabhängigen Laboren unter anderem auf Keime, Pestizidrückstände und den Natriumgehalt untersuchen. Bei Produkten, die Phosphate als Zutat auswiesen, wurde zusätzlich der Phosphatgehalt bestimmt. Deklaration und Portionsangaben flossen ebenfalls in die Bewertung ein.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die eingekauften Produkte und Chargen zum Testzeitpunkt. Rezepturen, Lieferanten und Produktionsbedingungen können sich später ändern. Der Test ist daher eine Momentaufnahme und keine dauerhafte Garantie für eine Marke.

Erhöhte Keimzahlen unterhalb der Warnwerte

Bei zwei Teigen lag die aerobe Gesamtkeimzahl über dem von ÖKO-TEST herangezogenen Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Die Messwerte blieben jedoch unter dem jeweiligen Warnwert. Eine Richtwertüberschreitung ist ein Hinweis auf Verbesserungsbedarf bei der Betriebshygiene; sie ist nicht automatisch mit einer akuten Gesundheitsgefahr oder einem behördlichen Grenzwertverstoß gleichzusetzen.

In mehreren Produkten wurden außerdem Enterobakterien nachgewiesen. Bei einem der vier mit „mangelhaft“ bewerteten Teige nennt ÖKO-TEST zusätzlich einen STEC-Nachweis. Unabhängig vom konkreten Test rät das Bundesinstitut für Risikobewertung, Mehl- und Pizzateig nicht roh zu essen. Nach dem Umgang mit rohem Teig sollten Hände, Flächen und Geräte gereinigt und der Teig vollständig durchgebacken werden.

Phosphate und Salz als Bewertungsfaktoren

Viele Testprodukte enthielten Diphosphate als Backtriebmittel. Diese Zusatzstoffe sind für bestimmte Anwendungen zugelassen. ÖKO-TEST wertete sie nach eigenen Kriterien dennoch ab, weil nach Auffassung der Redaktion andere Backtriebmittel eingesetzt werden könnten. Die Bewertung bedeutet nicht, dass ein zugelassener Phosphatzusatz in der festgestellten Menge automatisch rechtswidrig oder akut gesundheitsschädlich ist.

Fast alle Teige überschritten den von ÖKO-TEST verwendeten Schwellenwert von 1,1 Gramm Salz je 100 Gramm. Dieser Wert ist kein deutscher Grenzwert: Das Verbrauchermagazin orientierte sich an einer finnischen Kennzeichnungsschwelle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene einen Orientierungswert von höchstens sechs Gramm Speisesalz pro Tag. Wer Fertigteig verwendet, sollte deshalb auch den Salzgehalt von Soße, Käse und Belag berücksichtigen.

Testsieger und Einordnung

Der damals geprüfte Cucina Nobile Pizzateig von Aldi Nord und Aldi Süd erreichte als einziges Produkt „sehr gut“. Nach Angaben von ÖKO-TEST wurden in dieser Probe keine beanstandeten Pestizidrückstände oder erhöhten Keimzahlen festgestellt; der Teig enthielt keine Phosphatzusätze und überschritt auch den verwendeten Salz-Schwellenwert nicht.

Vier Produkte erhielten „mangelhaft“: Frischer Pizzateig Bio, Henglein Frischer Pizzateig XXL, Jeden Tag Pizzateig und Knack & Back Glutenfreier Pizzateig. Für Kaufentscheidungen im Jahr 2026 empfiehlt sich ein Blick auf aktuelle Zutatenlisten, Nährwertangaben und mögliche neuere Testergebnisse, da Anbieter Rezepturen zwischenzeitlich geändert haben können.

Praktische Hinweise

  • Fertigteig bis zur Verarbeitung entsprechend der Packungsangabe kühlen.
  • Rohen Teig nicht probieren und Kontakt zu verzehrfertigen Lebensmitteln vermeiden.
  • Nach der Verarbeitung Hände, Geräte und Arbeitsflächen reinigen.
  • Die Pizza vollständig durchbacken.
  • Beim Salz nicht nur den Teig, sondern die gesamte Mahlzeit betrachten.

Quellen: ÖKO-TEST: Fertiger Pizzateig im Test; BfR: Escherichia coli in Mehl und Teig; DGE: FAQ Speisesalz.