Spitzwegerich: Herbe Delikatesse aus der Natur

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Spitzwegerich hat ein herb-würziges Aroma. Junge Blätter und geschlossene Blütenstände lassen sich vielseitig zubereiten.

Spitzwegerich mit schmalen Blättern und Blütenähren
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Spitzwegerich sicher erkennen

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist eine mehrjährige Pflanze. Die schmalen, lanzettförmigen Blätter stehen in einer bodennahen Rosette und zeigen mehrere deutlich hervortretende, nahezu parallel verlaufende Blattnerven. Aus der Rosette wachsen blattlose, längs gerillte Stängel mit einer kurzen, walzen- bis eiförmigen Blütenähre. Zur Blütezeit ragen helle Staubblätter ringförmig aus der Ähre.

Für den Verzehr muss die Pflanze anhand mehrerer Merkmale zweifelsfrei bestimmt sein. Eine App oder ein einzelnes Foto genügt nicht. Bei Unsicherheit die Pflanze stehen lassen oder eine fachkundige Person hinzuziehen.

Blätter und Knospen zubereiten

Die jungen inneren Rosettenblätter sind im Frühjahr besonders zart. Sie schmecken herb und entwickeln beim Dünsten eine leicht pilzartige Note. Weil die Blattnerven faserig sein können, werden die Blätter am besten quer zu den Nerven fein geschnitten. Sie passen gegart in Suppen, Gemüsegerichte, Eierspeisen oder Kräuterquark.

Die noch geschlossenen, dunklen Blütenstände erinnern geschmacklich an Champignons. Sie lassen sich kurz in Öl oder Butter dünsten und zu Pasta oder Risotto geben. Weitere Ideen bietet der Beitrag „Wildkräuterküche mit dem Spitzwegerich“.

Sauber und verantwortungsvoll sammeln

Nicht an stark befahrenen Straßen, auf intensiv bewirtschafteten oder gespritzten Flächen, an Hundelaufwegen und nicht an sichtbar verunreinigten Stellen sammeln. Nur kleine Mengen ungeschützter Pflanzen für den eigenen Bedarf entnehmen und örtliche Regeln sowie Eigentumsrechte beachten. Hinweise zu geeigneten Standorten stehen im Beitrag „Wildkräuter aus der Stadt“.

Blätter und Knospen sorgfältig verlesen, unter fließendem Trinkwasser gründlich waschen und zeitnah verarbeiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist bei selbst gesammelten Wildkräutern auf Verwechslungs- und Hygienerisiken hin. Kleine Kinder, Schwangere, ältere sowie immungeschwächte Menschen sollten rohe Wildkräuter meiden.

Heilpflanzliche Verwendung einordnen

Für genau definierte Spitzwegerichblätter-Zubereitungen gibt es eine EU-Kräutermonografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) im Bereich Husten und Erkältung. Solche Arzneimittelbewertungen beziehen sich nicht auf beliebige selbst hergestellte Tees oder normale Lebensmittelmengen. Bei Beschwerden sind Packungsangaben und fachlicher Rat maßgeblich.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor



Rezept: Kartoffel-Spitzwegerich-Suppe mit Champignons

Kartoffel-Spitzwegerich-Suppe mit gebratenen Champignons
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen:

  • 600 g mehligkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 80 g junge, sicher bestimmte Spitzwegerichblätter
  • 150 g Champignons
  • 100 ml Sahne
  • Salz, schwarzer Pfeffer und Muskatnuss
  • 4 Scheiben Roggenbrot

Zubereitung:

  1. Kartoffeln und Zwiebel schälen und würfeln. Spitzwegerichblätter sorgfältig verlesen, gründlich waschen und quer zu den Blattnerven schneiden.
  2. Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebel drei Minuten glasig dünsten. Kartoffeln und Brühe zugeben und zugedeckt etwa 18 Minuten garen.
  3. Spitzwegerich zugeben und mindestens fünf Minuten sanft kochen. Sahne einrühren, die Suppe pürieren und vollständig erhitzen.
  4. Champignons putzen, in Scheiben schneiden und in einer Pfanne fünf bis sechs Minuten durchbraten. Suppe abschmecken und mit den Pilzen sowie Roggenbrot servieren.

Lebensmittelsicherheit: Nur zweifelsfrei bestimmte Pflanzen von unbelasteten Standorten verwenden. Suppe entweder sofort servieren oder innerhalb von zwei Stunden abkühlen, kalt stellen und am nächsten Tag einmal gründlich durcherhitzen.

Allergene: Milch, glutenhaltiges Getreide (Roggen) und je nach Gemüsebrühe Sellerie. Zutatenlisten von Brühe und Brot prüfen.

Rezept: food-monitor / KI