Winzerglühwein: Herkunft, Zutaten und neue EU-Regeln

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Winzerglühwein mit Gewürzen
Foto: Deutsches Weininstitut (DWI)

Winzerglühwein wird aus Wein des jeweiligen Erzeugers hergestellt und im eigenen Betrieb gewürzt und abgefüllt. Neben rotem Winzerglühwein sind inzwischen auch weiße und roséfarbene Varianten erhältlich.

Was bedeutet Winzerglühwein?

Die Bezeichnung „Winzerglühwein“ darf nach Angaben des Deutschen Weininstituts nur verwendet werden, wenn ein Weinbaubetrieb den Glühwein aus eigenen Weinen im eigenen Betrieb herstellt. „Deutscher Glühwein“ bezeichnet dagegen Glühwein, dessen Weinerzeugnisse aus Deutschland stammen.

Glühwein ist unionsrechtlich ein aromatisiertes weinhaltiges Getränk. Die seit 2026 geltende Fassung erlaubt als Grundlage Rotwein, Weißwein, Roséwein oder eine Kombination daraus. Das Getränk wird hauptsächlich mit Zimt, Gewürznelken oder beiden Gewürzen aromatisiert. Für klassischen Glühwein sind mindestens 7 Volumenprozent Alkohol vorgeschrieben. Wasser darf – abgesehen von technisch notwendigen Kleinstmengen bei der Verarbeitung – nicht zugesetzt werden.

Was ist bei Farbe und Kennzeichnung neu?

Wird ausschließlich Weißwein verwendet, muss „weiß“ in der Bezeichnung stehen; bei ausschließlich verwendetem Roséwein entsprechend „rosé“. Ein Gemisch verschiedener Weinfarben darf nicht als Rosé-Glühwein bezeichnet werden. Stattdessen müssen die verwendeten Farben kenntlich gemacht werden.

Die EU-Verordnung 2026/471 berücksichtigt außerdem Glühwein aus bestimmten Fruchtweinen sowie Varianten auf Basis teil- oder vollständig entalkoholisierten Weins. Für sie gelten eigene Mindestalkohol- und Kennzeichnungsvorgaben.

Welcher Wein und welche Gewürze passen?

Für roten Winzerglühwein eignen sich beispielsweise Spätburgunder, Dornfelder oder Regent. Weiße Varianten lassen sich unter anderem mit Müller-Thurgau, Silvaner oder Kerner zubereiten. Bukettsorten wie Scheurebe oder Bacchus bringen ein ausgeprägteres Aroma mit.

Zimt und Gewürznelken sind typisch. Je nach Wein passen auch Orangenschale, Sternanis, Kardamom oder ein wenig Vanille. Zucker oder Honig sollten sparsam und erst nach einer Geschmacksprobe zugegeben werden.

Glühwein schonend erhitzen

Glühwein sollte nur langsam erhitzt und nicht gekocht werden. So bleiben mehr Aromen erhalten. Eine Temperatur von etwa 70 bis 75 Grad Celsius reicht zum Servieren aus. Gewürze und Zitrusschalen werden anschließend entfernt.

Weitere Unterschiede bei Herstellung und Bezeichnung erklärt der Beitrag Punsch und Glühwein: Zutaten, Alkohol und Unterschiede.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Deutsches Weininstitut (DWI) / food-monitor



Rezept: Einfacher Winzerglühwein

Zutaten für etwa 4 Tassen

  • 750 ml trockener oder halbtrockener Rot-, Weiß- oder Roséwein
  • 1 unbehandelte Orange
  • 1 Zimtstange
  • 3 Gewürznelken
  • optional 1 Sternanis
  • nach Geschmack 1 bis 2 EL Zucker oder Honig

Zubereitung

  1. Orange heiß abwaschen. Zwei dünne Schalenspiralen ohne viel von der weißen Haut abschneiden; anschließend etwas Saft auspressen.
  2. Wein mit Orangenschale, 2 EL Orangensaft und den Gewürzen in einen Topf geben.
  3. Langsam auf etwa 70 bis 75 Grad Celsius erhitzen, aber nicht kochen. Zugedeckt 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.
  4. Gewürze und Orangenschale entfernen. Abschmecken, bei Bedarf sparsam süßen und heiß servieren.

Sicherheit und Allergene: Wein enthält in der Regel Sulfite. Das Getränk enthält auch nach dem Erhitzen Alkohol und ist nicht für Kinder, Schwangere oder Personen bestimmt, die Alkohol meiden. Vorsicht beim Umgang mit der heißen Flüssigkeit.