Die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Planetary Health Diet 2.0 verfolgen ein ähnliches Ziel: mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger stark verarbeitete Produkte und eine Ernährung, die Gesundheit und Umwelt berücksichtigt. Dennoch sind beide Konzepte nicht deckungsgleich.
Deutschlandbezogene Empfehlung und globales Referenzmodell
Die DGE veröffentlichte ihre aktuellen lebensmittelbezogenen Empfehlungen „Gut essen und trinken“ im März 2024. Sie richten sich an gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland, die Mischkost essen. Grundlage ist ein mathematisches Optimierungsmodell, das Nährstoffversorgung, Gesundheits- und Umweltwirkungen sowie den beobachteten Lebensmittelverzehr in Deutschland berücksichtigt.
Die Planetary Health Diet wurde von der EAT-Lancet-Kommission als globale Referenzernährung entwickelt und 2025 aktualisiert. Die PHD 2.0 richtet sich an eine weltweite Bevölkerung ab zwei Jahren und soll zeigen, wie bis 2050 rund 9,6 Milliarden Menschen gesund, nachhaltig und gerechter ernährt werden können. Sie muss an regionale Kulturen, Verfügbarkeit und Ernährungsweisen angepasst werden.
Die wichtigsten Gemeinsamkeiten
Beide Modelle setzen auf eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und hochwertigen Pflanzenölen. Hülsenfrüchte und Nüsse spielen eine wichtige Rolle. Gesättigte Fettsäuren, stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Salz sollen begrenzt werden. Tierische Lebensmittel sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, werden aber in kleineren Mengen vorgesehen als im derzeitigen durchschnittlichen Verzehr in Deutschland.
Wo sich DGE und PHD unterscheiden
Die aktualisierte DGE-Gegenüberstellung von 2026 nennt unter anderem unterschiedliche Zielgruppen und Berechnungsgrundlagen. Die DGE arbeitet mit einer durchschnittlichen Energiezufuhr von 2.029 Kilokalorien pro Tag, die PHD mit 2.400 Kilokalorien für aktive Erwachsene. Diese Werte sind Modellgrößen und keine individuellen Kalorienvorgaben.
Auch die Lebensmittelgruppen sind teilweise unterschiedlich abgegrenzt. Deshalb lassen sich Grammangaben nicht überall unmittelbar miteinander vergleichen. Auffällig sind unter anderem unterschiedliche Modellmengen für Nüsse und Hülsenfrüchte, Milchprodukte sowie Öle und Fette. Die PHD 2.0 enthält außerdem Berechnungen für pescetarische, vegetarische und vegane Varianten; die DGE-Empfehlungen von 2024 beziehen sich auf Mischkost.
Was bedeutet das für den Alltag?
Die gemeinsame Kernbotschaft ist stabil: pflanzenbetont essen, Vollkorn bevorzugen, häufiger Hülsenfrüchte und Nüsse wählen und Fleisch sowie stark verarbeitete Produkte begrenzen. Die DGE-Empfehlungen sind dabei näher an deutschen Ernährungsgewohnheiten und Referenzwerten, während die PHD einen globalen Rahmen vorgibt.
Wer die wissenschaftlichen Hintergründe und weitere Ernährungsthemen im Gespräch mit Fachleuten vertiefen möchte, findet im Beitrag DGE-Podcast „Wie wollen wir essen?“: Themen und Folgen einen Überblick über das Audioangebot der Fachgesellschaft.
Die globale Perspektive auf Ernährungssysteme und Versorgung ergänzt der Welternährungsbericht 2025.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) / food-monitor
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026
