Seltene Infektionen mit möglichen schweren Folgen
Listeriose und Toxoplasmose kommen in der Schwangerschaft selten vor, können aber auf das ungeborene Kind übergehen. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind der Verzicht auf rohe tierische Lebensmittel, ausreichendes Erhitzen, konsequente Kühlung und eine saubere Arbeitsweise in der Küche.
Listerien können sich auch bei Kühlschranktemperaturen langsam vermehren. Toxoplasmen werden vor allem über rohes oder nicht vollständig gegartes Fleisch, mit Erde verunreinigte Lebensmittel und Katzenkot übertragen. Einfrieren ist keine verlässliche Alternative zum Erhitzen.
Diese Lebensmittel besser meiden
- rohes oder nicht vollständig gegartes Fleisch, Hackfleisch, Tatar und Medium-Steaks;
- Rohwurst und Rohschinken, beispielsweise Mettwurst, Teewurst, Salami oder Parma- und Serranoschinken;
- rohen Fisch, Sushi, Sashimi sowie geräucherten oder gebeizten Fisch, sofern er nicht unmittelbar vor dem Essen vollständig erhitzt wird;
- Rohmilch und daraus hergestellte Produkte, sofern sie nicht ausreichend erhitzt werden;
- Eier, bei denen Eigelb oder Eiweiß nicht fest geworden sind, sowie Speisen mit rohem Ei;
- rohe Sprossen und Keimlinge sowie Tiefkühlbeeren ohne vorheriges starkes Erhitzen;
- vorgefertigte Sandwiches, offene Feinkostsalate und lange gelagerte verzehrfertige Kühlprodukte.
Auch pflanzliche Ersatzprodukte müssen hygienisch behandelt und nach Herstellerangabe gelagert beziehungsweise erhitzt werden. „Vegan“ oder „vegetarisch“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt frei von Listerien oder anderen Krankheitserregern ist.
Durcherhitzen, kühlen und rasch verbrauchen
Fleisch, Fisch, Eier, aufgewärmte Speisen und geeignete Ersatzprodukte sollten an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang 70 Grad Celsius erreichen. Im Zweifel hilft ein sauberes Küchenthermometer.
Kühlpflichtige Produkte gehören nach dem Einkauf schnell in den Kühlschrank. Angebrochene Wurst, Käse, Brotaufstriche und Feinkost sollten nach Empfehlung des Netzwerks Gesund ins Leben möglichst innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden. Kleine Mengen sind deshalb günstiger als große Vorräte. Zubereitete Speisen rasch abkühlen, kalt lagern und vor dem Essen vollständig durcherhitzen.
Kreuzkontamination vermeiden
- Hände vor dem Kochen und nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln, Erde, Tieren oder Abfällen gründlich waschen;
- rohes Fleisch und ungewaschenes Gemüse getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln lagern und verarbeiten;
- Messer, Bretter, Schüsseln und Arbeitsflächen nach Kontakt mit rohen Zutaten heiß und gründlich reinigen;
- Obst, Gemüse und Kräuter unter fließendem Wasser sorgfältig waschen;
- vorgeschnittene Blattsalate und abgepackte Mischsalate sicherheitshalber meiden.
Zum Schutz vor Toxoplasmose sollten Schwangere bei Gartenarbeit Handschuhe tragen und die Katzentoilette möglichst von einer anderen Person reinigen lassen.
Eine ausführliche Einordnung der beiden Erreger bietet „Listeriose und Toxoplasmose in der Schwangerschaft“. Aktuelle Handlungsempfehlungen veröffentlicht das Netzwerk Gesund ins Leben.
Bei Fieber, grippeähnlichen Beschwerden oder dem Verdacht auf eine Infektion nach einem riskanten Lebensmittelkontakt sollten Schwangere ihre Ärztin oder ihren Arzt kontaktieren.
Die übergreifenden Empfehlungen fasst Neue Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft zusammen.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: gesund-ins-leben.de
