Listeriose und Toxoplasmose in der Schwangerschaft

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Listeriose und eine erstmals in der Schwangerschaft erworbene Toxoplasmose können das ungeborene Kind gefährden. Mit Lebensmittelauswahl, ausreichendem Erhitzen und guter Hygiene lässt sich das Risiko senken.

Listeriose verläuft bei Schwangeren häufig mild oder ohne eindeutige Beschwerden. Toxoplasmose kann ebenfalls unbemerkt bleiben. Das Fehlen von Symptomen schließt eine Infektion daher nicht sicher aus. Bei Verdacht oder nach dem Verzehr eines zurückgerufenen Lebensmittels ist die ärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle.

Fleisch, Fisch und Eier vollständig erhitzen

Schwangere sollten rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, Mett, Tatar, Rohwurst wie Salami und Teewurst sowie Rohschinken meiden. Das gilt auch für rohen Fisch, Sushi, rohe Meeresfrüchte, Räucherfisch und gebeizten Fisch. Eier und Speisen mit Ei sind erst geeignet, wenn Eiweiß und Eigelb vollständig fest sind.

Als Richtwert gilt: Lebensmittel an allen Stellen mindestens zwei Minuten auf über 70 Grad Celsius erhitzen. Kurzes Erwärmen oder ungleichmäßiges Erhitzen in der Mikrowelle reicht unter Umständen nicht.

Tiefkühlprodukte sind nicht automatisch keimfrei

Gefrieren tötet Listerien und Toxoplasmen nicht zuverlässig ab. Tiefkühlbeeren, tiefgekühlte Kräuter sowie andere tiefgekühlte Obst- und Gemüseprodukte sollten Schwangere vor dem Verzehr auf über 70 Grad Celsius erhitzen. Auch Sprossen und Keimlinge gehören nur gut erhitzt auf den Teller.

Milchprodukte und Käse sorgfältig auswählen

Rohmilch und Produkte mit der Kennzeichnung „mit Rohmilch hergestellt“ sind ungeeignet. Eine Ausnahme können lange gereifte, gut durchgetrocknete Hartkäse wie Parmesan sein; die Rinde wird entfernt. Auch bei Käse aus pasteurisierter Milch sollten Schwangere die Rinde abschneiden.

Nicht empfohlen werden unter anderem halbfeste Blauschimmelkäse, Weichkäse mit klebriger Rinde wie Limburger oder Esrom sowie Sauermilchkäse wie Harzer Käse. Vergleichbar fermentierte oder gereifte pflanzliche Käsealternativen können ebenfalls mikrobiologische Risiken bergen. Geriebenen Käse am besten frisch selbst reiben und offene Gefäße an Bedientheken meiden.

Obst, Gemüse und fertige Salate

Obst, Gemüse, Salat und frische Kräuter kurz vor dem Essen gründlich unter fließendem Wasser waschen. Küchenfertige Schnitt- und Mischsalate, fertig aufgeschnittenes Obst sowie frisch gepresste Säfte oder Smoothies von offenen Verkaufsständen sind für Schwangere ungünstig, weil sich Keime darin leichter vermehren können.

Küchenhygiene und weitere Toxoplasmose-Risiken

Hände, Arbeitsflächen und Geräte gründlich reinigen. Rohes und verzehrfertiges Essen getrennt lagern und zubereiten. Leicht verderbliche Speisen rasch kühlen und nicht lange bei Raumtemperatur stehen lassen. Weitere mögliche Toxoplasmose-Quellen sind Erde und Katzenkot: Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen und das Katzenklo möglichst von einer anderen Person täglich reinigen lassen.

Eine kompakte Checkliste für Einkauf, Kühlung und Zubereitung bietet „Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft vorbeugen“.

Wie Käse, Räucherlachs und Wurst das Überleben von Listerien in einem Labormodell beeinflussten, ordnet Wie Lebensmittel das Überleben von Listerien im Verdauungstrakt beeinflussen ein.

Einen umfassenderen Überblick zu Ernährung, Bewegung und Lebensstil geben die aktualisierten Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft.

Die Auswahl- und Zubereitungshinweise wurden anhand der aktuellen Empfehlungen von Gesund ins Leben geprüft.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor

Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026