Ernährung 2026: Neue Gesetze und Regeln im Überblick

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Im Jahr 2026 ändern sich mehrere Regeln, die Lebensmittel, Gastronomie und Verbraucherinnen und Verbraucher betreffen. Dieser Überblick nennt die wichtigsten bereits geltenden Änderungen und ordnet angekündigte Vorhaben nach ihrem tatsächlichen Rechtsstand ein.

Keine Käfighaltung von Legehennen mehr in Deutschland

Seit dem 1. Januar 2026 ist auch die sogenannte Kleingruppenhaltung von Legehennen in Deutschland nicht mehr zulässig. Eier aus Käfighaltung können jedoch weiterhin aus anderen EU-Staaten importiert und hier verkauft oder in verarbeiteten Lebensmitteln verwendet werden. Der Erzeugercode auf deutschen Schaleneiern beginnt deshalb nicht mehr mit der Ziffer 3.

Neue Vorgaben für Honig, Konfitüre und Fruchtsaft

Seit dem 14. Juni 2026 gelten die in Deutschland umgesetzten EU-Frühstücksrichtlinien. Bei Honigmischungen müssen die Ursprungsländer grundsätzlich in absteigender Reihenfolge mit ihren Gewichtsanteilen angegeben werden. Für Konfitüren gelten höhere Mindestfruchtgehalte: mindestens 450 Gramm Früchte je Kilogramm Konfitüre und 500 Gramm je Kilogramm Konfitüre extra. Zudem gibt es neue Bezeichnungen für Fruchtsäfte mit mindestens 30 Prozent weniger Zucker. Einzelheiten erläutert der Beitrag „Neue Kennzeichnungspflichten für Lebensmittel im Jahr 2026“.

BPA: Übergangsfristen laufen schrittweise aus

Die EU hat Bisphenol A (BPA) in Lebensmittelkontaktmaterialien weitgehend verboten. Das Verbot gilt nicht erst seit 2026; die Verordnung trat bereits im Januar 2025 in Kraft. Wegen der je nach Produkt unterschiedlichen Übergangsfristen können ältere Materialien aber noch zeitweise im Verkehr bleiben. Für bestimmte wiederverwendbare Enderzeugnisse endet eine wichtige Übergangsfrist im Juli 2026. Bereits in Verkehr gebrachte Produkte dürfen unter den gesetzlichen Voraussetzungen noch weiterverkauft werden.

Sieben Prozent Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in Restaurants, Cafés, Kantinen und im Catering wieder der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Getränke bleiben grundsätzlich bei 19 Prozent; für einzelne Getränke gelten Ausnahmen. Die Steuersenkung verpflichtet Betriebe nicht dazu, ihre Verkaufspreise entsprechend zu reduzieren.

Ganztagsbetreuung beginnt für die erste Klasse

Seit August 2026 haben neu eingeschulte Kinder der ersten Klasse stufenweise einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. In den folgenden Jahren kommt jeweils eine Klassenstufe hinzu. Damit gewinnt eine ausgewogene und organisatorisch verlässliche Schulverpflegung weiter an Bedeutung.

Keine EU-Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel beschlossen

Zu Beginn des Jahres war erwartet worden, dass die EU 2026 verbindliche Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln festlegt. Diese Erwartung hat sich bis zum 15. August 2026 nicht erfüllt. Die Europäische Kommission erklärt weiterhin, dass noch kein Vorschlag vorliegt. Nahrungsergänzungsmittel können bei zu hoher Dosierung gesundheitliche Risiken verursachen; im Zweifel ist fachlicher medizinischer Rat sinnvoll.

Aktualisiert am 15. August 2026

Weiterführend: Lebensmittelmarkt in Deutschland: Trends und Entwicklungen.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI