Kirschen: Saison, Lagerung und der Wasser-Mythos

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Süßkirschen und Sauerkirschen unterscheiden sich

Kirschen gehören zum Steinobst. Süßkirschen werden meist frisch gegessen. Dazu zählen feste Knorpelkirschen und weichere Herzkirschen. Sauerkirschen schmecken deutlich säuerlicher und eignen sich besonders für Kuchen, Kompott, Konfitüre oder Saft.

Die deutsche Kirschsaison beginnt je nach Witterung und Region meist im Juni. Süßkirschen sind bis in den August erhältlich, Sauerkirschen haben ihren Schwerpunkt häufig im Juli und August. Importware kann die Angebotszeit verlängern.

Frische Kirschen erkennen und lagern

Frische Früchte sind prall, unbeschädigt und frei von Schimmel. Ein grüner, festsitzender Stiel ist ein Hinweis auf kurze Lagerzeit, garantiert allein aber keine Qualität. Druckstellen und aufgeplatzte Früchte verderben schneller.

Kirschen reifen nach der Ernte kaum nach und sind empfindlich. Im Kühlschrank halten sie meist zwei bis drei Tage, sehr frische Ware unter günstigen Bedingungen auch etwas länger. Am besten ungewaschen, locker und kühl lagern. Erst kurz vor dem Essen waschen und danach den Stiel entfernen; so dringt weniger Wasser in die Frucht ein.

Zum Einfrieren können Kirschen gewaschen, gut abgetrocknet und nach Wunsch entsteint werden. Gefrorene Früchte eignen sich später besonders zum Backen, Kochen oder für Desserts.

Darf man zu Kirschen Wasser trinken?

Ja. Die frühere Warnung, Wasser und Kirschen verursachten gemeinsam Bauchschmerzen, gilt heute als überholt. Sie stammt vermutlich aus Zeiten, in denen Trinkwasser häufiger mit Keimen belastet war.

Größere Mengen Kirschen können bei empfindlichen Menschen dennoch Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen. Verantwortlich sind nicht Wasser und Kirschen als Kombination, sondern unter anderem Fruchtzucker, Zuckeralkohole, Ballaststoffe und die individuell verträgliche Portionsgröße.

Der Beitrag Darf man zu Kirschen Wasser trinken? erklärt den Mythos ausführlicher.

Kirschkerne nicht zerbeißen

Kirschkerne enthalten wie andere Steinobstkerne cyanogene Glycoside. Beim Zerbeißen können daraus geringe Mengen Blausäure freigesetzt werden. Ein versehentlich verschluckter, unbeschädigter Kern passiert den Verdauungstrakt normalerweise ohne Folgen. Kerne sollten dennoch nicht absichtlich gekaut oder zermahlen werden und für kleine Kinder unzugänglich bleiben.

Kirschen sind Obst, kein Heilmittel

Kirschen liefern Wasser, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamin C und verschiedene Pflanzenstoffe. Die Mengen unterscheiden sich nach Sorte und Reifegrad. Aussagen, Kirschen könnten allein Entzündungen, Gicht oder Schlafstörungen behandeln, gehen über die gesicherte Wirkung eines üblichen Lebensmittelverzehrs hinaus.

Als saisonales Obst passen Kirschen gut in eine abwechslungsreiche Ernährung. Bei Diabetes oder Fruktosemalabsorption entscheidet die individuell verträgliche Menge; ein generelles Verbot ist daraus nicht abzuleiten.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI