Meerrettich: scharfe Wurzel für die kalte Küche

Meerrettich, in Süddeutschland und Österreich auch Kren genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler. Verwendet wird die helle, feste Wurzel mit ihrem kräftigen, beißend-scharfen Aroma.
Der Naturheilverein Theophrastus wählte Meerrettich zur „Heilpflanze des Jahres 2021“. Diese Auszeichnung ist jedoch kein Nachweis dafür, dass Meerrettich als Lebensmittel Erkrankungen behandelt. Arzneiliche Präparate mit definierten Inhaltsstoffen sind nicht mit selbst geriebenem Meerrettich gleichzusetzen.
Woher kommt die Schärfe?
Beim Reiben werden Senfölglykoside und das Enzym Myrosinase zusammengebracht. Dabei entstehen flüchtige Senföle, die Augen und Nase reizen und für den typischen Geschmack sorgen. Meerrettich wird deshalb erst kurz vor dem Essen gerieben. Zitronensaft oder Essig bremsen die Verfärbung und runden das Aroma ab.
In größeren Mengen kann die Schärfe Mund, Magen und andere Schleimhäute reizen. Menschen mit empfindlichem Magen verwenden Meerrettich daher sparsam.
Verwendung und Lagerung
Frisch geriebener Meerrettich passt zu geräuchertem Fisch, Fleisch, Kartoffeln, Roter Bete, Eiern, Suppen und Saucen. Er wird erst am Ende zu warmen Speisen gegeben, weil langes Erhitzen die flüchtige Schärfe abschwächt.
Eine feste, unbeschädigte Wurzel hält im Gemüsefach des Kühlschranks mehrere Wochen, wenn sie vor dem Austrocknen geschützt wird. Angeschnittene Flächen werden abgedeckt. Weitere Hinweise zum sachlichen Umgang mit traditionellen Gesundheitszuschreibungen bietet „Bockshornklee: Gewürz und Heilmittel zugleich“.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 10. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor
Rezept: Kartoffel-Meerrettich-Suppe

Zutaten für 4 Portionen
- 700 g mehligkochende Kartoffeln
- 1 kleine Stange Lauch
- 1 Zwiebel
- 1 EL Rapsöl
- 900 ml Gemüsebrühe
- 150 g saure Sahne
- 30 g frischer Meerrettich
- 1 EL Zitronensaft
- 2 EL Schnittlauchröllchen
- Salz
- schwarzer Pfeffer
- 1 Prise Muskatnuss
Zubereitung
- Kartoffeln schälen und würfeln. Lauch gründlich waschen und in Ringe schneiden. Zwiebel fein würfeln.
- Rapsöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel und Lauch darin bei mittlerer Hitze 4 Minuten dünsten. Kartoffeln und Gemüsebrühe zugeben, aufkochen und zugedeckt 20 Minuten köcheln lassen.
- Die Suppe fein pürieren. Saure Sahne einrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Nicht mehr sprudelnd kochen.
- Meerrettich schälen und unmittelbar vor dem Servieren fein reiben. Zwei Drittel davon zusammen mit dem Zitronensaft unter die heiße Suppe rühren.
- Suppe in Schalen füllen und mit dem übrigen Meerrettich sowie Schnittlauch bestreuen.
Serviervorschlag: Dazu passt kräftiges Roggenbrot.
Allergene: Enthält Milch. Gemüsebrühe kann Sellerie enthalten; Kennzeichnung beachten.
Rezept: food-monitor / KI
