Judasohr: ein Pilz, der nicht wie ein Pilz aussieht

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Das Judasohr ist ein Pilz, sieht aber nicht wie ein typischer Pilz aus.

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JFoto: Hirneola_auricula-judae_(xndr).jpg: Svdmolenderivative work: Ak ccm / CC BY-SA

Er ist wie eine Ohrmuschel geformt und daher auch für Einsteiger leicht zu bestimmen. Pilzsammler finden ihn an regnerischen Herbst- und Wintertagen am Stamm von alten Holunderbäumen. Der Name Judasohr geht auf die Legende zurück, dass sich der Jünger Judas nach seinem Verrat an Jesus an einem Holunderbaum erhängen wollte.

Das Judasohr (Auricularia auricula-judae), auch Holunderschwamm oder Ohrlappenpilz genannt, gedeiht am Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) besonders gut. Der Pilz ernährt sich vom Holz älterer, kranker oder abgestorbener Bäume und wächst auch auf Pflaumen- und Walnussbäumen, Weide, Ahorn und Buche.

Der Pilz hat eine außergewöhnliche Form: Statt eines typischen Huts mit Stiel ist der Fruchtkörper lappenartig und steht seitlich vom Holz ab. Er hat eine rötliche, olivbraune bis violettgraue Farbe, eine gallertartige Konsistenz und wird bis zu 15 cm groß. Die Außenseite fühlt sich samtig an, während die Innenseite glatt und von Adern durchzogen ist. Wenn es zu trocken ist, schrumpft er am Baum zusammen. Beim Sammeln gilt dabei die sogenannte „Handstraußregel“ nach der nur Pilze für den persönlichen Verbrauch innerhalb weniger Tage aus der Natur entnommen werden dürfen.

In der Küche kann der neutral schmeckende Speisepilz vielseitig verwendet werden. Er passt gut in Suppen, gemischte Pilz- und Gemüsepfannen und gibt Gerichten aus dem Wok einen besonderen Biss. Außerdem nimmt der Pilz die Geschmacksstoffe der Flüssigkeiten und Gewürze auf, mit denen er zubereitet wird. Das Judasohr lässt sich auch gut trocknen. Er quillt wieder zu seiner ursprünglichen Größe auf, wenn er vor dem Kochen für mindestens 15 Minuten in Wasser eingeweicht wird.

Quelle: Heike Kreutz, BZfE



Rezept: Judasohr-Gemüse-Wok mit Tofu

Wokgericht mit Judasohrpilzen, Pak Choi, Paprika, Möhren und Tofu
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 25 g getrocknete Judasohrpilze aus dem Handel
  • 250 g Naturtofu
  • 2 Pak Choi
  • 1 rote Paprikaschote
  • 2 Möhren
  • 250 g Naturreis
  • 3 EL Sojasoße
  • 15 g frischer Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Sesamöl
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Bio-Limette

Zubereitung

  1. Judasohrpilze mit reichlich heißem Wasser übergießen und 20 Minuten einweichen. Anschließend abgießen, gründlich abspülen und harte Ansätze entfernen.
  2. Naturreis nach Packungsangabe in Wasser garen. Tofu trocken tupfen und würfeln. Pak Choi längs vierteln, Paprika in Stücke und Möhren in dünne Scheiben schneiden.
  3. Ingwer und Knoblauch fein hacken. Sojasoße, Sesamöl, 1 TL fein abgeriebene Limettenschale und 2 EL Limettensaft verrühren.
  4. Rapsöl im Wok oder in einer großen Pfanne stark erhitzen. Tofu 5 Minuten rundherum goldbraun braten und herausnehmen.
  5. Möhren und Paprika 4 Minuten braten. Pak Choi, Pilze, Ingwer und Knoblauch zugeben und weitere 4 Minuten unter Rühren garen. Tofu und Soße untermischen und 2 Minuten erhitzen.

Serviervorschlag: Den Judasohr-Gemüse-Wok auf Naturreis anrichten.

Rezept: food-monitor / KI