Frische Küchenkräuter bringen Würze, Duft und Farbe auf den Teller. Welche Sorte passt, hängt vom Gericht ab – und bei Lagerung, Tee und Kräutern in Öl sind einige Sicherheitsregeln wichtig.

Kräuter können helfen, Speisen aromatisch zu würzen, ohne automatisch mehr Salz oder Zucker einzusetzen. Aussagen wie „Superfood“ oder pauschale Heilversprechen sind dagegen wenig aussagekräftig: Die Zusammensetzung schwankt je nach Pflanzenart, Sorte, Anbau, Erntezeit und Verarbeitung. Küchenkräuter sind vor allem vielseitige Lebensmittel, keine Arzneimittel.
Für rohe Speisen frische Kräuter sorgfältig unter fließendem Trinkwasser waschen, beschädigte Blätter aussortieren und zügig verarbeiten. Getrocknete Kräuter und Gewürze sind nicht keimfrei. Kräutertees deshalb nach Herstellerangabe mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und ausreichend lange ziehen lassen.
20 Küchenkräuter und ihre Verwendung
1. Basilikum schmeckt pfeffrig-würzig bis leicht süßlich. Es passt zu Tomaten, Pasta, Salaten und Pesto. Die zarten Blätter erst am Ende zugeben; Kälte und Druck vertragen sie schlecht.
2. Bohnenkraut würzt Bohnen, Linsen, Eintöpfe und herzhafte Gemüsegerichte. Ganze Zweige können mitgaren und vor dem Servieren entfernt werden.
3. Borretsch erinnert geschmacklich an Gurke. Wegen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, Borretsch und andere Pflanzen mit 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden zu meiden. Mehr dazu im Beitrag Borretsch: Küchenkraut mit Gurkenaroma.
4. Dill hat ein frisches, leicht anisartiges Aroma. Er passt zu Gurke, Kartoffeln, Fisch, hellen Soßen und zum Einlegen. Das Blattgrün erst kurz vor dem Servieren zufügen.
5. Estragon schmeckt kräftig und erinnert je nach Sorte an Anis. Er ist typisch für Sauce Béarnaise, Kräuteressig sowie Gerichte mit Fisch, Geflügel oder Gemüse. Sparsam dosieren.
6. Kerbel ist feinwürzig und leicht süßlich. Er passt zu Suppen, Eierspeisen und Kräutersoßen. Das zarte Kraut nicht lange mitkochen. Kerbel aus der Natur nur bei zweifelsfreier Bestimmung sammeln, da Verwechslungen mit giftigen Doldenblütlern möglich sind.

7. Koriander besitzt ein markantes Aroma, das manche Menschen als seifig wahrnehmen. Blätter passen unter anderem zu Currys, Salsa, Reis und Hülsenfrüchten; die Samen schmecken anders und werden häufig gemahlen oder geröstet verwendet.
8. Gartenkresse schmeckt scharf und leicht rettichartig. Sie passt zu Brot, Quark, Eiern und Salaten. „Kresse“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Pflanzen; Gartenkresse, Brunnenkresse und Kapuzinerkresse sind botanisch nicht dieselbe Art.
9. Liebstöckel ist intensiv würzig und erinnert an Sellerie. Wenige Blätter reichen meist für Suppen, Eintöpfe und Gemüsegerichte.
10. Lorbeer gibt Schmorgerichten, Brühen und Hülsenfrüchten ein herb-würziges Aroma. Ganze Blätter mitgaren und vor dem Essen entfernen. Sie bleiben fest und können scharfkantig sein.
11. Majoran schmeckt warm, würzig und leicht süßlich. Er passt zu Kartoffeln, Hülsenfrüchten und deftigen Gerichten. Frisch und getrocknet entfaltet er unterschiedliche Aromaprofile.
12. Zitronenmelisse duftet frisch nach Zitrone. Junge Blätter passen zu Obst, Desserts, Salaten und kalten Getränken. Für Kräutertee getrocknete Ware mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und die Ziehzeit auf der Packung beachten.
13. Minze ist je nach Art und Sorte mild bis intensiv mentholartig. Sie würzt Getränke, Desserts, Salate, Gemüse- und Joghurtgerichte. Frische Blätter erst kurz vor dem Servieren zufügen.

14. Oregano ist kräftig, herb und leicht bitter. Getrockneter Oregano schmeckt oft intensiver als frischer und passt zu Tomatensoßen, Pizza und Gemüse. Hinweise bietet auch Würzig und leicht pfeffrig: Oregano.
15. Petersilie ist glatt oder kraus erhältlich. Glatte Petersilie schmeckt meist kräftiger; beide Formen passen zu Salaten, Kartoffeln, Suppen und Soßen. Stiele können fein gehackt oder in Brühen mitverwendet werden.
16. Pimpinelle, meist der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor), schmeckt frisch und gurkenartig. Sie gehört in die Frankfurter Grüne Soße und passt zu Quark und Salaten. Nicht mit ähnlich benannten Pflanzen verwechseln. Ausführliche Hinweise stehen unter Pimpinelle: das würzige Küchenkraut mit Gurkenaroma.
17. Rosmarin schmeckt harzig, würzig und leicht bitter. Ganze Zweige können bei Ofengemüse, Kartoffeln oder Schmorgerichten mitgaren und werden vor dem Servieren entfernt.
18. Salbei besitzt ein kräftiges, herb-bitteres Aroma. Wenige Blätter genügen für Buttersoßen, Kartoffeln, Kürbis oder Fleischgerichte. Nicht mit medizinischer Wirkung werben und wegen des intensiven Aromas nicht überdosieren.
19. Schnittlauch schmeckt frisch und zwiebelartig. Er passt zu Quark, Eiern, Kartoffeln, Salaten und kalten Soßen. Die Halme erst kurz vor dem Servieren schneiden; auch die Blüten sind essbar.
20. Thymian ist würzig, herb und je nach Sorte zitronig oder pfeffrig. Er passt zu Gemüse, Hülsenfrüchten, Suppen und Schmorgerichten. Ganze Zweige können mitgaren.

Einkauf und Lagerung
Frische Kräuter sollten kräftig aussehen und weder welk noch schmierig sein. Bundware lässt sich je nach Art in einem Glas mit wenig Wasser oder locker in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank lagern. Basilikum ist kälteempfindlich und steht besser hell bei Raumtemperatur. Topfkräuter brauchen Licht und regelmäßig Wasser, aber keine Staunässe.
Trocknen: Robuste Kräuter wie Oregano, Thymian, Rosmarin oder Majoran eignen sich gut. Vollständig getrocknete Ware luftdicht, dunkel und trocken lagern.
Einfrieren: Petersilie, Dill oder Schnittlauch waschen, sehr gut trocknen, zerkleinern und portionsweise einfrieren. Aufgetaute Kräuter nicht erneut einfrieren.
Kräuter in Öl: Selbst hergestellte Mischungen aus frischen Kräutern oder Knoblauch und Öl nicht auf Vorrat bei Raumtemperatur lagern. Das BfR warnt vor Botulismusrisiken und empfiehlt, solche Produkte gekühlt aufzubewahren und spätestens am Tag nach der Herstellung zu verbrauchen.
Quelle: Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) / food-monitor
Redaktionell mit Unterstützung von KI aktualisiert: food-monitor, 6. September 2026
Rezept: Frisches Kräuter-Chimichurri
Die argentinisch inspirierte Kräutersoße passt zu Ofengemüse, Kartoffeln, gegrilltem Fisch oder Fleisch.
Zutaten (für etwa 4 Portionen)
- 1 großes Bund glatte Petersilie, etwa 50 g
- 2 EL frische Oreganoblätter oder 2 TL getrockneter Oregano
- 1 kleine Knoblauchzehe
- ½ kleine rote Chilischote, nach Geschmack
- 3 EL Rotweinessig
- 100 ml Olivenöl
- ½ TL Salz
- schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Petersilie und frischen Oregano sorgfältig unter fließendem Trinkwasser waschen und sehr gut trocken tupfen. Blätter und zarte Stiele fein hacken.
- Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Chilischote waschen, längs halbieren, nach Wunsch entkernen und fein schneiden. Danach Hände und Arbeitsgeräte gründlich reinigen.
- Kräuter, Knoblauch, Chili, Essig, Salz und Pfeffer verrühren. Olivenöl unterrühren, bis eine grobe Soße entsteht.
- Chimichurri abgedeckt im Kühlschrank 30 Minuten ziehen lassen und frisch servieren.
Sicherheitshinweis: Wegen der Mischung aus frischen Kräutern beziehungsweise Knoblauch und Öl durchgehend kühlen und spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen. Nicht als Vorrat bei Raumtemperatur lagern.
Allergenhinweis: Das Grundrezept enthält keines der 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene. Bei Beilagen und Fertigzutaten die jeweilige Kennzeichnung beachten.
Rezept: food-monitor / KI
