Alkoholfreie Spirituosen? Bezeichnung, Alkohol und Zucker

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Alkoholfreie Spirituosen sind rechtlich keine Spirituosen. Die geschützten Namen und der tatsächliche Alkoholgehalt verdienen einen genauen Blick.

Alkoholfreier Drink mit Zitrusfrüchten
Foto: bridgesward / Pixabay

Im Handel stehen zahlreiche Produkte, die das Aroma von Gin, Rum, Whisky oder anderen Spirituosen nachbilden sollen. Die verlinkte Warenkunde erklärt am Originalprodukt Herstellung, Reifung, Mindestalkohol und geschützte Bezeichnungen. Übliche neutrale Beschreibungen sind etwa „Spirituosen-Alternative“, „alkoholfreie Alternative“ oder „Botanical Drink“. Zusammensetzung und Geschmack unterscheiden sich stark.

Warum sind es keine Spirituosen?

Eine Spirituose muss nach der EU-Spirituosenverordnung grundsätzlich mindestens 15 Volumenprozent Alkohol enthalten; für einzelne Kategorien gelten höhere Werte. Gin benötigt beispielsweise mindestens 37,5 Volumenprozent und muss durch Aromatisieren von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren hergestellt werden.

Ein wasserbasiertes Getränk ohne diesen Alkohol darf daher nicht einfach die rechtlich vorgeschriebene Bezeichnung einer Spirituose übernehmen. Der Europäische Gerichtshof entschied 2025 ausdrücklich, dass selbst die Bezeichnung „alkoholfreier Gin“ unzulässig ist. Das Urteil in der Rechtssache C-563/24 schützt „Gin“ als festgelegte Produktkategorie.

Wie werden die Alternativen hergestellt?

Ein einheitliches Verfahren gibt es nicht. Hersteller nutzen beispielsweise wässrige Kräuter- und Gewürzauszüge, Destillate, Hydrolate oder Aromen. Bei manchen Verfahren werden Botanicals zunächst mit Alkohol extrahiert und anschließend weiterverarbeitet; andere kommen ohne eine alkoholische Ausgangsbasis aus.

Die Aussage, allen Produkten werde nachträglich der Alkohol entzogen, wäre deshalb zu pauschal. Maßgeblich sind Zutatenliste, Produktbeschreibung und Angaben des Herstellers.

Kann Restalkohol enthalten sein?

Viele dieser Produkte werden als nicht kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke eingeordnet. Die Leitsätze für Erfrischungsgetränke sehen höchstens 2 Gramm Alkohol je Liter vor, entsprechend etwa 0,25 Volumenprozent. Dieser Alkohol darf nur aus Fruchtbestandteilen, Aromen oder als Nebenbestandteil gezielt fermentierter Zutaten stammen; Alkohol oder alkoholische Getränke dürfen nicht direkt zugesetzt werden.

„Alkoholfrei“ bedeutet daher nicht in jedem Fall mathematisch null. Wer Alkohol vollständig meiden möchte, sollte eine eindeutige 0,0-Prozent-Angabe wählen und im Zweifel beim Hersteller nachfragen.

Sind die Getränke zuckerfrei?

Ein Teil der Spirituosen-Alternativen enthält keinen oder nur wenig Zucker, andere werden gesüßt. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Die Nährwerttabelle nennt Zucker und Energie je 100 Milliliter. Bei Mixgetränken kommen außerdem Zucker oder Süßstoffe aus Tonic Water, Limonade oder Sirup hinzu.

Wie Restalkohol bei einer anderen Produktgruppe entsteht, erklärt der Beitrag Alkoholfreier Wein: Herstellung, Restalkohol und Etikett.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / food-monitor



Rezept: Alkoholfreier Gurken-Limetten-Drink

Sprudelnder alkoholfreier Gurken-Limetten-Drink mit Eiswürfeln
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 200 ml mit 0,0 Prozent gekennzeichnete Botanical-Alternative
  • 600 ml gekühltes Mineralwasser mit Kohlensäure
  • 1 kleine Salatgurke
  • 2 unbehandelte Limetten
  • einige Blätter Minze
  • 300 g Eiswürfel

Zubereitung

  1. Getränke mindestens zwei Stunden vor der Zubereitung kalt stellen.
  2. Gurke, Limetten und Minze gründlich waschen. Acht dünne Gurkenstreifen abschneiden. Eine Limette in Spalten schneiden, die zweite auspressen.
  3. Vier Gläser mit Eis füllen. Gurke, Limettenspalten und Minze verteilen.
  4. Je 50 ml Botanical-Alternative und 1 Esslöffel Limettensaft einfüllen. Mit je 150 ml Mineralwasser langsam aufgießen und einmal vorsichtig umrühren.

Sicherheit und Allergene: Die Zutatenliste der Botanical-Alternative auf Allergene und individuelle Unverträglichkeiten prüfen. Obst, Gemüse und Kräuter frisch waschen; den Drink sofort gekühlt servieren. Für einen verlässlichen Verzicht auf Alkohol ausdrücklich ein mit „0,0 %“ gekennzeichnetes Produkt verwenden.

Rezept: food-monitor / KI