
Whisky wird nicht nur in Schottland, Irland oder den USA hergestellt. Auch bayerische Brennereien erzeugen Destillate aus Getreidemaische und lassen sie mehrere Jahre im Holzfass reifen. Damit ein Produkt in der Europäischen Union „Whisky“ oder „Whiskey“ heißen darf, muss es jedoch klare rechtliche Anforderungen erfüllen.
Wie wird Whisky hergestellt?
Aus gemälztem Getreide – je nach Rezeptur ergänzt durch ungemälztes Getreide – wird eine Maische bereitet. Enzyme des Malzes wandeln Stärke in vergärbare Zucker um. Hefe vergärt diese Zucker zu Alkohol. Anschließend wird die vergorene Maische destilliert.
Die EU-Spirituosenverordnung schreibt für Whisky vor, dass jede Destillation unter 94,8 Volumenprozent erfolgt, damit Aroma und Geschmack der Rohstoffe erhalten bleiben. Das endgültige Destillat muss mindestens drei Jahre in Holzfässern mit höchstens 700 Litern Fassungsvermögen reifen. Der Mindestalkoholgehalt des abgefüllten Whiskys beträgt 40 Volumenprozent.
Zugesetzt werden dürfen nur Wasser und einfaches Zuckerkulör zur Anpassung der Farbe. Eine Süßung, Aromatisierung oder Zugabe weiteren Alkohols ist bei Whisky nicht erlaubt.
Was bedeutet Single Malt?
Die Bezeichnung „Single Malt“ darf nach EU-Recht nur ergänzt werden, wenn der Whisky ausschließlich aus gemälzter Gerste in einer einzigen Brennerei destilliert wurde. „Single“ bedeutet somit nicht, dass nur ein einzelnes Fass verwendet wurde. Abfüllungen können Whiskys verschiedener Fässer derselben Brennerei enthalten.
Die Qualität lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung ableiten. Rohstoff, Gärung, Form und Arbeitsweise der Brennblasen, Fassart, Reifezeit, Lagerklima und die Zusammenstellung der Abfüllung prägen das Ergebnis.
Warum Bourbon nicht aus Bayern stammen kann
Bourbon Whiskey wird aus einer Maische mit mindestens 51 Prozent Mais hergestellt und in neuen, ausgekohlten Eichenbehältern gelagert. Vor allem aber ist „Bourbon“ als eigenständige US-amerikanische Produktbezeichnung geschützt. Das Abkommen zwischen den USA und der EU ordnet Bourbon Whiskey den Vereinigten Staaten zu.
Ein in Bayern erzeugter, maisbetonter Whisky kann daher geschmacklich an Bourbon erinnern, darf aber nicht als „Bourbon Made in Bavaria“ bezeichnet werden. Die entsprechende Aussage im früheren Beitrag war fachlich und rechtlich falsch.
Bayerischer Whisky und regionale Rohstoffe
Bayerische Brennereien können Gerste und anderes Getreide aus der Region verwenden. Wasserqualität, Brennverfahren und Fassauswahl geben jeder Abfüllung ein eigenes Profil. Gebrauchte Wein-, Sherry- oder andere Spirituosenfässer können zusätzliche Aromen beitragen, sofern das Endprodukt die rechtlichen Anforderungen an Whisky erfüllt.
Whisky ist ein alkoholisches Getränk und kein regionales Gesundheitsprodukt. Er sollte nur maßvoll und nicht von Kindern, Schwangeren oder Personen konsumiert werden, die Alkohol meiden. Wer hochprozentige Spirituosen erhitzt, muss zudem Brandgefahren beachten. Hinweise dazu enthält der Beitrag „Feuerzangenbowle sicher zubereiten: Rezept und Brandschutz“.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) / food-monitor
Rezept: Kartoffelstampf mit Whisky-Zwiebel-Soße und Ofenwurzelgemüse

Zutaten für 4 Portionen
- 800 g mehligkochende Kartoffeln
- 500 g Möhren, Pastinaken oder anderes Wurzelgemüse
- 2 EL Rapsöl
- 2 Zwiebeln
- 1 EL Butter
- 60 ml Whisky
- 250 ml Gemüsebrühe
- 100 ml Sahne
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 150 ml Milch
- 30 g Butter für den Kartoffelstampf
- 1 TL Thymian
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Wurzelgemüse in Stücke schneiden, mit Öl, Thymian, Salz und Pfeffer mischen und 30 bis 35 Minuten rösten.
- Kartoffeln würfeln und in Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen. Abgießen, ausdampfen lassen und mit warmer Milch und 30 g Butter stampfen.
- Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in 1 EL Butter bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten goldbraun dünsten.
- Pfanne vom Herd nehmen. Whisky abmessen und aus dem Messgefäß angießen – niemals direkt aus der Flasche und niemals in der Nähe einer offenen Flamme. Gemüsebrühe zufügen, die Pfanne zurück auf den Herd stellen und alles 8 Minuten offen einkochen.
- Sahne und Senf einrühren, weitere 5 Minuten sanft köcheln und abschmecken. Mit Kartoffelstampf und Ofengemüse servieren.
Hinweis zu Sicherheit und Allergenen: Das Gericht enthält Milch und Senf. Produktangaben der Brühe prüfen; sie kann weitere Allergene enthalten. Auch längeres Garen entfernt Alkohol nicht zuverlässig vollständig. Das Gericht ist daher nicht für Kinder, Schwangere oder Personen geeignet, die Alkohol meiden.
