Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen in der Mischkost etwa zwei Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag.
Die Empfehlung ist ein Orientierungswert, kein starres Tagesziel. Sie wurde 2024 im Rahmen der aktualisierten lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen auf zwei Portionen festgelegt und berücksichtigt neben Gesundheit auch Umweltaspekte.
Wie groß ist eine Portion?
Als praktische Beispiele nennt die DGE unter anderem ein Glas Milch mit etwa 250 Millilitern, einen Becher Joghurt mit etwa 150 Gramm oder eine Scheibe Käse mit etwa 30 Gramm. Zwei Portionen können daher beispielsweise aus Joghurt und Käse oder aus Milch und Käse bestehen.
Die Mengen beziehen sich auf gesunde Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, die Mischkost essen. Für Kinder, ältere Menschen, Schwangere, Stillende oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen können andere Anforderungen gelten. Einen größeren Zusammenhang bietet der Beitrag „DGE-Empfehlungen: Gut essen und trinken im Überblick“.
Welche Nährstoffe liefern Milchprodukte?
Milch und Milchprodukte liefern hochwertiges Eiweiß sowie Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12. Calcium ist wichtig für Knochen und Zähne. Jod trägt zur normalen Funktion der Schilddrüse bei. Ob fettarme oder vollfette Varianten besser passen, hängt von der gesamten Ernährung und dem individuellen Energiebedarf ab.
Joghurt, Kefir und andere fermentierte Produkte können lebende Mikroorganismen enthalten. Daraus lässt sich jedoch nicht pauschal ableiten, dass jedes fermentierte Milchprodukt die Darmflora oder das Immunsystem messbar verbessert. Produkt, Bakterienstämme, Menge und regelmäßiger Verzehr spielen eine Rolle.
Auch verbreitete Behauptungen über Milch sollten sachlich geprüft werden. Der Beitrag „Ernährungsirrtümer aufgedeckt: Milch und Milchprodukte sind Kalziumräuber“ ordnet einen häufigen Mythos ein.
Pflanzendrinks sind ernährungsphysiologisch nicht gleichwertig
Hafer-, Soja-, Mandel- oder andere Pflanzendrinks verursachen im Durchschnitt meist geringere Umweltbelastungen als Kuhmilch. Ihre Nährstoffgehalte unterscheiden sich aber deutlich. Wer Milch ersetzt, sollte insbesondere auf zugesetztes Calcium und Jod sowie auf Vitamin B2 und Vitamin B12 achten. Bei einer veganen Ernährung muss Vitamin B12 zuverlässig ergänzt werden.
Ein Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle lohnt sich: Empfehlenswert sind ungesüßte Produkte mit sinnvoll angereicherten Nährstoffen. Bio-Pflanzendrinks dürfen nach den EU-Vorgaben in der Regel nicht mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden; die Versorgung muss dann über andere Lebensmittel oder gezielt ausgewählte Präparate sichergestellt werden.
Gesundheit und Umwelt zusammen denken
Die Erzeugung von Kuhmilch belastet Klima, Flächen und Ressourcen stärker als die meisten pflanzlichen Alternativen. Haltung, Fütterung und Betriebsweise beeinflussen die Bilanz, heben den grundsätzlichen Unterschied aber nicht vollständig auf. Die DGE verbindet deshalb eine moderate Menge an Milchprodukten mit einer insgesamt stärker pflanzenbetonten Ernährung.
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor
