Essbare Wildkräuter bringen intensive Aromen und Abwechslung in die Küche. „Superfood“ ist jedoch kein wissenschaftlich definierter Begriff: Entscheidend sind sichere Bestimmung, ein geeigneter Sammelort und Küchenhygiene.

Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere oder Spitzwegerich werden traditionell in der Küche verwendet. Je nach Art, Standort, Erntezeit und Zubereitung unterscheiden sich Aroma und Nährstoffgehalte deutlich. Pauschale Aussagen, Wildkräuter enthielten stets ein Vielfaches der Nährstoffe von Kulturpflanzen, sind deshalb nicht sinnvoll.
Wildkräuter können Salate, Suppen, Kräutersoßen, Pestos oder Quark würzen. Für Einsteigerinnen und Einsteiger sind eindeutig gekennzeichnete Kräuter aus dem Handel oder dem eigenen, sicher bestimmten Anbau die beste Wahl. Wer selbst sammeln möchte, sollte die Pflanzen zunächst unter fachkundiger Anleitung kennenlernen.
Verwechslungen und ungeeignete Pflanzen vermeiden
Nur Pflanzen verzehren, die zweifelsfrei bestimmt wurden. Apps, Fotos oder einzelne Merkmale reichen dafür nicht aus. Besonders beim Bärlauch und bei Doldenblütlern sind Verwechslungen mit giftigen Arten möglich. Einen Überblick über solche Risiken gibt der Beitrag Wildkräuter in der Küche: Grüne Zutaten mit Gefahrenpotenzial.
Nicht jede traditionell genutzte Wildpflanze ist für häufigen oder größeren Verzehr geeignet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt beispielsweise Borretsch, Huflattich und Beinwell als Arten mit gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen, die nicht oder höchstens in sehr kleinen Mengen verzehrt werden sollten. Kleine Kinder, Schwangere sowie Menschen mit geschwächter Immunabwehr sollten laut BfR keine Wildkräuter in grünen Smoothies verwenden.
Geeignete Sammelorte und Hygiene
Nicht an stark befahrenen Straßen, auf gedüngten oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelten Flächen, in Hundezonen oder in Naturschutzgebieten sammeln. Nur kleine Mengen entnehmen und geschützte Arten stehen lassen. Weitere Hinweise zu städtischen Standorten finden Sie unter Wildkräuter aus der Stadt.
Wildpflanzen können durch Erde, Tierkot oder andere Umweltquellen mit Krankheitserregern verunreinigt sein. Das BfR weist darauf hin, dass abhängig vom Fundort auch ein Kontakt mit Eiern des Fuchsbandwurms möglich ist. Sichtbar verschmutzte oder beschädigte Pflanzen aussortieren, die Kräuter gründlich unter fließendem Trinkwasser waschen und möglichst frisch verarbeiten. Erhitzen senkt das mikrobiologische Risiko, ersetzt aber weder die sichere Pflanzenbestimmung noch die Auswahl eines sauberen Sammelorts.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: VerbraucherService Bayern, www.verbraucherservice-bayern.de / food-monitor
Rezept: Ofenkartoffeln mit Wildkräuterquark

Zutaten für 4 Portionen
- 4 große vorwiegend festkochende Kartoffeln, zusammen etwa 800 g
- 250 g Quark
- 150 g Naturjoghurt
- 60 g zweifelsfrei bestimmte essbare Kräuter, zum Beispiel junge Brennnessel, Löwenzahn und Vogelmiere; alternativ Petersilie, Schnittlauch und Kresse aus kontrolliertem Anbau
- ½ Salatgurke
- 1 EL Zitronensaft
- 1 EL Olivenöl
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kartoffeln gründlich waschen, mehrfach einstechen und auf einem Blech 50 bis 60 Minuten backen, bis sie weich sind.
- Die zweifelsfrei bestimmten Kräuter sorgfältig verlesen und unter fließendem Trinkwasser waschen. Wild gesammelte Kräuter etwa 2 Minuten in kochendem Wasser blanchieren, abgießen, kalt abschrecken und gut ausdrücken. Fein hacken.
- Quark und Joghurt glatt rühren. Gurke waschen, grob raspeln, leicht ausdrücken und mit Kräutern, Zitronensaft und Olivenöl unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Gebackene Kartoffeln längs einschneiden und etwas auseinanderdrücken.
- Wildkräuterquark auf die heißen Kartoffeln geben und sofort servieren.
Serviervorschlag: Mit Gurkenscheiben und ausschließlich eindeutig bestimmten Kräutern anrichten.
Sicherheitshinweis: Bei Unsicherheit keine selbst gesammelten Wildpflanzen verwenden. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Menschen besser auf angebauten Küchenkräutern zurückgreifen und diese ebenfalls gründlich waschen.
Allergenhinweis: Enthält Milch und Milchprodukte.
Rezept: food-monitor / KI
