
Pflaumen und Zwetschgen: Hochsaison im Spätsommer
Pflaumen und Zwetschgen gehören zur großen Familie des Steinobsts. Heimische Früchte sind je nach Sorte und Witterung etwa von Juni oder Juli bis Oktober erhältlich; die Hauptsaison liegt meist im August und September. Erntemengen und Anbauflächen schwanken von Jahr zu Jahr. Deshalb nennt der aktualisierte Beitrag keine veralteten Zahlen aus dem Jahr 2019.
Frühe und späte Sorten
Den Auftakt machen frühe Sorten wie Katinka oder die Bühler Frühzwetschge. Danach folgen zahlreiche mittelspäte und späte Sorten, darunter Cacaks Schöne, Auerbacher, Hauszwetschge und Presenta. Die genauen Erntezeiten unterscheiden sich nach Region, Wetter und Anbaujahr.
Eine traditionsreiche regionale Sorte stellen wir im Beitrag „Bühler Frühzwetschge ist der 69. Passagier in der Arche des Geschmacks“ vor.
Was unterscheidet Pflaume und Zwetschge?

Botanisch gehören beide zur Art Prunus domestica. Die Zwetschge gilt als Unterart beziehungsweise Sortengruppe der Pflaume. Im Alltag werden die Bezeichnungen regional unterschiedlich verwendet; außerdem gibt es viele Übergangsformen und Kreuzungen.
Typische Zwetschgen sind länglich-oval, meist blauviolett und besitzen festes, gelblich-grünes Fruchtfleisch. Der flache, längliche Stein lässt sich häufig gut lösen. Pflaumen sind eher rundlich bis oval und weisen oft eine deutlichere Bauchnaht auf. Ihre Schalenfarbe reicht von Gelb und Rot bis Violett oder fast Schwarz; das Fruchtfleisch ist meist saftiger und weicher.
Diese Merkmale bieten eine Orientierung, sind aber keine ausnahmslose Trennlinie. Entscheidend sind Art, Sorte und Reifegrad.
Mirabellen und Renekloden

Mirabellen gehören ebenfalls zur Pflaumenfamilie. Die kleinen, runden Früchte sind bei Reife meist goldgelb und schmecken süß-aromatisch. Sie eignen sich zum Frischessen, für Kompott, Konfitüre, Kuchen und – bei entsprechender Verarbeitung – für Likör oder Obstbrand.

Renekloden, auch Edelpflaumen genannt, sind rundlich und je nach Sorte grün, gelb oder rötlich gefärbt. Ihr Name erinnert an die französische Königin Claude, eine Tochter Ludwigs XII. Das saftige Fruchtfleisch schmeckt süß und häufig leicht würzig. Renekloden sind empfindlich und werden möglichst frisch gegessen oder zu Kompott und Konfitüre verarbeitet.
Weitere Ideen rund um diese Obstarten bietet der Beitrag „Steinobst: Alles tutti-frutti! Backen ist fruchtiger Hochgenuss“.
Nährstoffe ohne Übertreibung
Pflaumen und Zwetschgen bestehen überwiegend aus Wasser und liefern Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Kalium sowie verschiedene Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung enthalten 100 Gramm Pflaumen rund 49 Kilokalorien.
Ballaststoffe können Verdauung und Sättigung unterstützen. Größere Mengen Pflaumen wirken bei manchen Menschen abführend. Bei Fruktosemalabsorption ist die individuelle Verträglichkeit ausschlaggebend; pauschale Verbote allein nach dem Reifegrad sind nicht sinnvoll.
Einkauf und Nachreifen

Gute Früchte sind prall, unbeschädigt und geben auf sanften Druck leicht nach. Pflaumen und Zwetschgen gehören zu den nachreifenden Früchten. Fest gekaufte Exemplare können bei Zimmertemperatur noch weicher werden, entwickeln aber nicht immer dasselbe Aroma wie am Baum ausgereifte Ware.
Die natürliche weißliche Wachsschicht auf der Schale wird umgangssprachlich „Duftfilm“ genannt. Sie schützt vor Austrocknung und sollte erst kurz vor dem Verzehr abgewaschen werden. Die Früchte werden daher ungewaschen gelagert.
Lagerung und Haltbarmachen
Reife Pflaumen und Zwetschgen bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks etwa drei bis vier Tage frisch. Beschädigte oder schimmelige Früchte werden aussortiert. Zum Einfrieren wäscht, halbiert und entsteint man die Früchte; anschließend können sie portionsweise eingefroren werden.
Auch Kompott, Mus und Konfitüre eignen sich zum Haltbarmachen. Beim Einkochen sind erprobte Rezepte, saubere Gläser und die jeweils angegebenen Zeiten und Temperaturen wichtig.
Verwendung in der Küche
Zwetschgen behalten durch ihr festeres Fruchtfleisch beim Backen meist besser die Form und geben weniger Saft ab. Deshalb sind sie der Klassiker für Blechkuchen. Die weicheren, saftigeren Pflaumen eignen sich besonders gut für Mus, Kompott, Crumble und Soßen.
Beide Früchte passen außerdem zu herzhaften Speisen – etwa zu Ziegenkäse, Salaten, Chutneys oder würzigen Fleischgerichten. Ein passendes Rezept finden Sie unter „Dampfnudeln mit Pflaumensauce“.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 12. August 2026
Quelle: Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse; Bundeszentrum für Ernährung / food-monitor
Rezept: Ofenpflaumen mit Zimt und Joghurt
Zutaten für 4 Portionen
- 800 g reife Pflaumen oder Zwetschgen
- 1 EL Zitronensaft
- 1 TL Ceylon-Zimt
- 1 EL Honig oder Ahornsirup
- 300 g Naturjoghurt
- 40 g gehackte Haselnüsse
Zubereitung
- Backofen auf 190 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vorheizen. Früchte waschen, halbieren und entsteinen.
- Mit Zitronensaft, Zimt und Honig mischen und in einer Auflaufform 20 bis 25 Minuten backen.
- Haselnüsse ohne Fett rösten. Die lauwarmen Ofenpflaumen mit Joghurt und Nüssen servieren.
Allergenhinweis: Enthält Milch und Haselnüsse.
Rezept: food-monitor / KI
