Venere-Reis ist eine in Italien entwickelte schwarze Vollkornreissorte. Er entstand durch konventionelle Kreuzung asiatischer schwarzer Reislinien mit einer für Norditalien geeigneten Reissorte und kam 1997 auf den Markt.

Woher kommt Venere-Reis?
Der italienische Züchtungsbetrieb SA.PI.SE. entwickelte Venere in der Region Vercelli durch konventionelle Kreuzung und Auswahl. Nach Angaben des Züchtungsunternehmens wurde die Sorte 1997 eingeführt. Venere ist damit keine überlieferte chinesische Sorte, sondern eine moderne italienische Reissorte mit asiatischen schwarzen Ausgangslinien.
Erzählungen vom „verbotenen Reis“, der im alten China ausschließlich dem Kaiser vorbehalten gewesen sei, sind populär, aber historisch nicht für die moderne Sorte Venere belegt. Auch die nach der römischen Liebesgöttin Venus gewählte Bezeichnung beweist keine aphrodisierende Wirkung; dafür gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise.
Warum ist der Reis schwarz?
Die dunkle schwarz-violette Farbe sitzt vor allem in den Randschichten des Korns. Verantwortlich sind Anthocyane, also Pflanzenfarbstoffe, die auch in Beeren, Rotkohl und anderen roten bis violetten Pflanzen vorkommen. Beim Garen kann ein Teil der Farbstoffe in das Kochwasser übergehen; die Körner bleiben meist dunkelviolett bis schwarz. Die Aussage, die Farbe gehe beim Kochen überhaupt nicht verloren, ist zu absolut.
Anthocyane zeigen in Labortests antioxidative Eigenschaften. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine gefäßschützende oder krankheitsvorbeugende Wirkung einer Portion Venere-Reis. Solche Gesundheitsversprechen lassen sich aus dem Farbstoffgehalt allein nicht ableiten.
Vollkorn mit nussigem Aroma
Bei Venere wird die unverdauliche Spelze entfernt, die nährstoffreichen Randschichten bleiben jedoch weitgehend erhalten. Deshalb zählt er zu Vollkornreis. Er liefert Stärke, Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Die konkreten Gehalte an Zink, Selen und anderen Nährstoffen schwanken mit Sorte, Boden, Anbau und Verarbeitung.
Venere-Reis schmeckt aromatisch und nussig und bleibt vergleichsweise bissfest. Er passt zu Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch und Meeresfrüchten sowie in Salate und Füllungen. Mit Wildreis ist er nicht zu verwechseln: „Wildreis: Herkunft, Nährwerte und Zubereitung“ erklärt das nordamerikanische Wassergras.
Arsen: Reis abwechslungsreich verwenden
Reis kann anorganisches Arsen aus Boden und Wasser aufnehmen. Weil sich ein Teil davon in den Randschichten anreichert, können Vollkornreisprodukte höhere Gehalte aufweisen als polierter Reis. Der Gehalt ist am Produkt nicht erkennbar und schwankt je nach Herkunft, Sorte und Anbau.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Reis vor dem Garen gründlich zu waschen, in reichlich Wasser zu kochen und überschüssiges Kochwasser abzugießen. Zudem sollte Reis nicht täglich die einzige Getreidebeilage sein; Hirse, Mais, Buchweizen, Kartoffeln oder andere Getreide sorgen für Abwechslung.
Kochzeit und Lagerung
Venere-Reis braucht je nach Produkt meist etwa 35 bis 45 Minuten, vorgegarte Produkte deutlich weniger. Maßgeblich ist die Packungsangabe. Gekochten Reis nicht längere Zeit lauwarm stehen lassen: Sporen von Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe können das Kochen überstehen und sich bei langsamer Abkühlung vermehren. Reste daher flach ausbreiten, rasch kühlen und bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / food-monitor
Rezept: Venere-Reis-Salat mit Ofengemüse und Feta

Zutaten für 4 Portionen
- 250 g Venere-Reis
- reichlich Wasser zum Garen
- 1 TL Salz
- 1 kleine Zucchini (etwa 250 g)
- 1 rote Paprikaschote
- 1 gelbe Paprikaschote
- 1 rote Zwiebel
- 4 EL Olivenöl
- 1 unbehandelte Zitrone
- 150 g Feta
- 1/2 Bund glatte Petersilie
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung
- Venere-Reis in einem Sieb unter fließendem Wasser gründlich waschen. In reichlich frischem Wasser nach Packungsangabe garen, bis die Körner weich sind und noch Biss haben. Kochwasser abgießen.
- Für einen kalten Salat den Reis sofort flach auf einem sauberen Blech oder einer großen Platte verteilen, zügig abkühlen lassen und anschließend in den Kühlschrank stellen.
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zucchini und Paprika gründlich waschen, Paprika entkernen und alles in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebel schälen und in Spalten schneiden.
- Gemüse mit 2 EL Olivenöl und etwa 1/2 TL Salz vermengen. Auf einem Blech verteilen und auf der mittleren Schiene 20 bis 25 Minuten rösten, dabei einmal wenden.
- Zitrone gründlich heiß abwaschen und abtrocknen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. 2 EL Zitronensaft mit Abrieb, 2 EL Olivenöl und Pfeffer verrühren. Petersilie waschen, trocken schütteln und fein hacken.
- Gekühlten Reis und abgekühltes Ofengemüse mit dem Dressing vermengen. Feta würfeln und zusammen mit der Petersilie vorsichtig unterheben. Bis zum Servieren kühlen.
Serviervorschlag: Den farbintensiven Salat gekühlt als Hauptgericht oder Beilage servieren.
Allergen- und Sicherheitshinweis: Feta enthält Milch. Für eine glutenfreie Zubereitung auf entsprechend gekennzeichnete Zutaten achten. Gegarten Reis schnell kühlen, im Kühlschrank aufbewahren und nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen. Gemüse und Kräuter gründlich waschen.
Rezept: food-monitor / KI
