Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf
Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese Hormone sind unter anderem für Wachstum, Stoffwechsel sowie die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes wichtig. Ein voll gestillter Säugling erhält Jod über die Muttermilch; deren Jodgehalt hängt auch von der Versorgung der Mutter ab.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Stillende einen Referenzwert von 230 Mikrogramm Jod pro Tag. Für Erwachsene außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit gelten 150 Mikrogramm. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit Jodsalz wird in der Stillzeit ein Supplement mit 100 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen.
Jodreiche Lebensmittel und Jodsalz nutzen
- Beim Kochen sparsam, aber grundsätzlich Jodsalz verwenden.
- Bei Brot und anderen verarbeiteten Lebensmitteln in der Zutatenliste auf Jodsalz achten.
- Milch und Milchprodukte können zur Jodversorgung beitragen. Bei pflanzlichen Alternativen ist der Jodgehalt nur verlässlich, wenn das Produkt entsprechend angereichert ist.
- Ein- bis zweimal pro Woche Meeresfisch zu essen, kann die Jodzufuhr unterstützen.
Die Lebensmittelauswahl allein reicht in der Stillzeit jedoch häufig nicht aus, um die Versorgung zuverlässig sicherzustellen. Das Netzwerk Gesund ins Leben und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen deshalb täglich 100 Mikrogramm Jod als Tablette.
Vorhandene Präparate und Schilddrüsenerkrankungen beachten
Wer bereits ein Kombinationspräparat für Schwangerschaft oder Stillzeit einnimmt, sollte dessen Jodgehalt prüfen, damit die empfohlene Menge nicht unbeabsichtigt mehrfach zugeführt wird. Bei einer bekannten oder vermuteten Schilddrüsenerkrankung ist vor der Einnahme eine ärztliche Rücksprache erforderlich. Das gilt auch bei einer bestehenden Behandlung mit Schilddrüsenmedikamenten.
Algen und Algenpräparate sind kein verlässlicher Ersatz: Ihr Jodgehalt kann stark schwanken und teilweise sehr hoch sein. Eine individuell passende Versorgung sollte bei veganer Ernährung oder mehreren Lebensmittelunverträglichkeiten fachlich begleitet werden.
Weitere Grundlagen zu Bedarf, Mangel und Überversorgung:
Jod: Zu wenig, zu viel oder gut versorgt?
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: gesund-ins-leben.de / food-monitor
