Eine große Beobachtungsstudie zeigt einen Zusammenhang zwischen Ballaststoffzufuhr und geringerem Herzrisiko bei Nachtarbeit.
Wer im Schichtdienst nachts arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Eine ballaststoffreiche Ernährung war in einer großen Beobachtungsstudie mit einem niedrigeren Risiko verbunden. Darauf deutet eine Auswertung von Forschenden der Uppsala Universität in Schweden hin, die Daten von mehr als 220.000 Teilnehmenden ausgewertet haben. Innerhalb von zwölf Jahren wurde bei 12.265 Personen eine koronare Herzkrankheit festgestellt.
Viele Menschen arbeiten nachts im Schichtdienst – etwa im Gesundheitswesen oder in der Logistik. Nachtarbeit bringt jedoch den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers durcheinander und beeinflusst damit wichtige biologische Prozesse. Dies kann die Gesundheit belasten und erhöht unter anderem das Risiko für koronare Herzkrankheiten.
In der aktuellen Untersuchung prüften die Forschenden, ob bestimmte Ernährungsgewohnheiten das Herz schützen können. Dafür wurden Schichtarbeitende im Alter von 38 bis 71 Jahren zur Ernährung befragt und in drei Gruppen eingeteilt: ohne Nachtdienst, mit gelegentlichem Nachtdienst und mit regelmäßigem Nachtdienst.
Das Ergebnis: Bei Nachtarbeitenden war bereits ein moderater Ballaststoffverzehr von 15 bis 19 Gramm täglich mit einem geringeren zusätzlichen Herzrisiko verbunden. Der statistische Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Körpergewicht, körperliche Aktivität oder Schlafdauer bestehen. Daraus lässt sich jedoch nicht beweisen, dass die Ballaststoffe die Ursache des geringeren Risikos waren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich mit der Nahrung aufzunehmen. Gute Lieferanten sind dafür Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.
Mögliche Erklärungen sind positive Effekte auf das Darmmikrobiom und günstigere Blutfettwerte. Neben der Ernährung bleiben nach Ansicht der Forschenden aber auch andere Faktoren für die Herzgesundheit wichtig: nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen und ausreichend schlafen. Zudem seien weitere Studien nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen. Praktische Hinweise für Mahlzeiten und Essenszeiten bietet der Beitrag „Schichtarbeit: Gesunde Ernährung trotz unregelmäßiger Arbeitszeiten“.
Weitere Informationen:
Studie: Night shift work, dietary patterns, and coronary heart disease
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Weiterführend: Darmmikrobiom und Gesundheit: Was belegt ist – 6 Alltagstipps.
Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, bzfe.de / food-monitor / KI
