Canihua: Pseudogetreide, Nährwerte und Zubereitung

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Canihua ist ein kleines Andenkorn mit nussig-röstigem Aroma. Botanisch zählt es wie Quinoa zu den Pseudogetreiden.

Dunkle Canihua-Körner
Foto: 3nafish / Pixabay

Canihua wird auch Cañihua, Kañiwa oder Kaniwa geschrieben. Die Art Chenopodium pallidicaule gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist eng mit Quinoa verwandt. Sie stammt aus den Hochlagen Perus und Boliviens und verträgt Kälte, Trockenheit und große Temperaturschwankungen.

Wie schmeckt Canihua?

Die sehr kleinen braunen bis schwarzen Samen schmecken mild nussig und nach dem Rösten teilweise kakaoartig. „Schokoladenaroma“ beschreibt daher einen sensorischen Eindruck; Schokolade oder Kakao sind von Natur aus nicht enthalten.

In der Andenküche werden die Körner gekocht oder geröstet und zu Mehl verarbeitet. Geröstetes Canihua-Mehl ist unter anderem als Cañihuaco bekannt. Im deutschen Handel findet man ganze Körner, Mehl und gepuffte Produkte.

Ist Canihua glutenfrei?

Canihua enthält von Natur aus kein Gluten. Für Menschen mit Zöliakie reicht diese Eigenschaft allein jedoch nicht: Bei Ernte, Transport oder Verarbeitung kann es zu Verunreinigungen mit glutenhaltigem Getreide kommen. Geeignet sind nur Produkte, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind.

Canihua-Mehl besitzt kein dehnbares Klebergerüst. Beim Brotbacken kann es deshalb nur einen Teil von Weizen-, Dinkel- oder Roggenmehl ersetzen, sofern das Rezept nicht gezielt glutenfrei aufgebaut ist.

Was steckt in den Körnern?

Die Zusammensetzung schwankt nach Sorte, Standort und Verarbeitung. Untersuchungen nennen häufig etwa 14 bis 20 Gramm Eiweiß je 100 Gramm Trockenprodukt sowie nennenswerte Mengen an Ballaststoffen, Fett und Mineralstoffen. Solche Werte sind keine festen Produktangaben; maßgeblich bleibt die Nährwerttabelle auf der Packung.

Bei den Fettsäuren dominiert Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. Die frühere Aussage, fast die Hälfte des Fettes bestehe aus Linolensäure, verwechselte zwei verschiedene Fettsäuren. Eine Analyse von sechs Canihua-Sorten fand bei allen untersuchten Proben mehr als 50 Prozent Linolsäure an den gesamten Fettsäuren.

Canihua richtig zubereiten

Ganze Körner werden nach Packungsangabe in einem feinen Sieb gespült. Anschließend lassen sie sich kurz trocken anrösten und mit ungefähr der dreifachen Menge Wasser oder Milch garen. Je nach Produkt sind etwa 15 bis 20 Minuten Kochzeit und einige Minuten Quellzeit üblich.

Gepufftes Canihua kann direkt in Müsli oder Joghurt. Ganze Körner springen in der heimischen Pfanne nicht immer wie Popcorn auf und verbrennen wegen ihrer geringen Größe schnell. Canihua-Mehl sollte nicht roh in Smoothies eingerührt, sondern in gekochten oder gebackenen Speisen verwendet werden.

Weitere glutenfreie Pseudogetreide stellt der Beitrag Pseudogetreide: Amarant, Buchweizen und Quinoa vor.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor



Rezept: Canihua-Schoko-Porridge mit Birne

Canihua-Schoko-Porridge mit Birne, Joghurt und Haselnüssen
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 200 g Canihua
  • 600 ml Milch oder ungesüßter Pflanzendrink
  • 2 EL ungesüßtes Kakaopulver
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL Zimt
  • 2 reife Birnen
  • 200 g Naturjoghurt oder pflanzliche Alternative
  • 40 g Haselnusskerne
  • 3 EL Ahornsirup

Zubereitung

  1. Canihua in einem sehr feinen Sieb nach Packungsangabe gründlich spülen und abtropfen lassen. In einem Topf ohne Fett bei mittlerer Hitze zwei Minuten anrösten.
  2. Milch, Kakao, Salz und Zimt einrühren. Aufkochen und bei kleiner Hitze zugedeckt 15 bis 18 Minuten köcheln lassen. Mehrmals umrühren.
  3. Topf vom Herd nehmen und das Porridge zugedeckt fünf Minuten quellen lassen. Zwei Esslöffel Ahornsirup unterrühren. Bei Bedarf etwas Flüssigkeit ergänzen.
  4. Haselnüsse grob hacken und in einer trockenen Pfanne rösten. Birnen waschen, vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden.
  5. Porridge auf vier Schalen verteilen. Joghurt, Birne und Haselnüsse daraufgeben und mit dem restlichen Ahornsirup beträufeln.

Sicherheit und Allergene: Enthält Haselnüsse und bei Verwendung von Kuhmilch und Naturjoghurt Milch. Pflanzendrinks können je nach Produkt Soja, Gluten oder Schalenfrüchte enthalten. Bei Zöliakie nur als glutenfrei gekennzeichnetes Canihua und entsprechend geprüfte Zutaten verwenden. Körner vollständig garen und Reste rasch kühlen.

Rezept: food-monitor / KI