Ente, Gans und Braten sicher auftauen

Tiefgekühlte Ente sicher im Kühlschrank auftauen
dti, Fotograf: Peter Rees

Große Fleischstücke und ganzes Geflügel brauchen zum Auftauen Zeit. Am sichersten ist das kontrollierte Auftauen im Kühlschrank. Auftauflüssigkeit, rohe Oberflächen und unvollständiges Durchgaren sind die entscheidenden Hygienepunkte.

Auftauzeit rechtzeitig einplanen

Wie lange Ente, Gans oder ein Braten auftauen, hängt von Gewicht, Form, Verpackung und Kühlschranktemperatur ab. Pauschale Stundenangaben sind deshalb nur grobe Anhaltspunkte. Zuerst die Hinweise auf der Verpackung beachten und genügend Reserve einplanen. Ein noch gefrorener Kern verlängert die Garzeit erheblich und erschwert gleichmäßiges Durchgaren.

Im Kühlschrank auftauen

  1. Die Umverpackung entfernen, sofern die Herstellerangaben nichts anderes vorsehen.
  2. Das Fleisch in ein ausreichend großes, sauberes Gefäß mit Abtropfmöglichkeit legen. Es darf nicht in der Auftauflüssigkeit liegen.
  3. Abgedeckt an der kältesten Stelle des Kühlschranks lagern und strikt von verzehrfertigen Lebensmitteln trennen.
  4. Auftauflüssigkeit und Verpackung sofort entsorgen. Danach Hände, Spüle, Gefäß, Brett und Messer gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen.
  5. Das aufgetaute Fleisch ohne unnötige Verzögerung zubereiten.

Rohes Geflügel wird nicht abgewaschen. Spritzwasser kann Krankheitserreger auf Spüle, Arbeitsfläche und andere Lebensmittel verteilen.

Nicht bei Raumtemperatur oder in warmem Wasser

Auf der Arbeitsplatte, auf der Heizung, in einem warmen Keller oder in warmem Wasser kann sich die Oberfläche bereits stark erwärmen, während der Kern noch gefroren ist. Unter solchen Bedingungen können sich Keime vermehren. Ein Wasserbad ist deshalb kein allgemeiner Ersatz für die Kühlschrankmethode.

Mikrowelle nur mit anschließender Zubereitung

Ist die Mikrowelle laut Produkt- und Geräteanleitung geeignet, kann sie kleinere beziehungsweise passende Stücke auftauen. Dabei entstehen leicht unterschiedlich warme Bereiche. Das Fleisch muss deshalb unmittelbar danach vollständig gegart werden. Für sehr große Gänse oder Braten ist die Methode meist unpraktisch.

Nach dem Auftauen vollständig durchgaren

Geflügel und andere hygienisch sensible Fleischgerichte müssen an allen Stellen ausreichend erhitzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt mindestens 70 °C für zwei Minuten. Bei großen Stücken misst man an der dicksten Stelle, ohne den Knochen mit der Messspitze zu berühren. Farbe, klarer Fleischsaft oder eine leicht lösbare Keule sind keine gleichwertige Temperaturkontrolle.

Erneut einfrieren und Reste lagern

Die pauschale Regel „aufgetaut niemals wieder einfrieren“ greift zu kurz. War rohes Fleisch durchgehend kalt und hygienisch behandelt, ist erneutes Einfrieren grundsätzlich möglich; die Qualität kann leiden. Sicherer und praktischer ist häufig, es vollständig durchzugaren, zügig abzukühlen und portionsweise einzufrieren. War das Fleisch längere Zeit warm, ist eine sichere Weiterverwendung nicht mehr gewährleistet.

Gegarte Reste werden rasch auf unter 7 °C gekühlt, abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht. Beim Wiedererwärmen erneut an allen Stellen mindestens 70 °C für zwei Minuten erreichen.

Passende Vertiefungen

Quellen

Redaktioneller Herkunftshinweis: Verwertbare Auftauhinweise aus „Auftautipps: Weihnachtsente, Gans und Festbraten“ vom 19. Dezember 2024 wurden am 21. August 2026 in diese bereits am 20. Dezember 2023 veröffentlichte Grundlage übernommen, fachlich aktualisiert und mit amtlichen Quellen abgeglichen.