Gesundheitsversprechen sind nicht ausreichend belegt

Weizen- und Gerstengras werden als Pulver, Saft oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft und häufig als „Superfood“ beworben. Die jungen Halme enthalten unter anderem Chlorophyll sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Die tatsächlich verzehrte Menge ist bei Pulvern und Säften jedoch meist klein.
Belastbare klinische Belege dafür, dass die Produkte die Leistungsfähigkeit steigern, das Immunsystem stärken, „entgiften“ oder Krankheiten vorbeugen, fehlen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten lässt sich durch Grasprodukte nicht ersetzen.
Pulver können Keime und Schadstoffe enthalten
Getrocknete Blatt- und Grasprodukte werden oft ohne weiteres Erhitzen in Smoothies oder Müsli eingerührt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass solche Produkte mit Krankheitserregern wie Salmonellen sowie teilweise mit Schwermetallen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Toxinen belastet sein können.
Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten getrocknete Blatt- und Graspulver nur nach fachlicher Rücksprache verwenden. Bei Rückrufen und Warnungen ist das betroffene Produkt nicht weiter zu verzehren.
Bei Zöliakie auf geprüfte glutenfreie Produkte achten
Das junge Gras wird in der Regel geerntet, bevor sich glutenhaltige Körner bilden. Bei Anbau, Ernte und Verarbeitung kann es dennoch zu Verunreinigungen mit Getreidebestandteilen kommen. Menschen mit Zöliakie sollten deshalb nur ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnete und entsprechend kontrollierte Produkte wählen.
Selbst anbauen erfordert sorgfältige Hygiene
Wer Weizen- oder Gerstengras selbst zieht, sollte saubere Schalen und geeignetes Saatgut verwenden, Staunässe vermeiden und nur einwandfreie Halme ernten. Sichtbarer Schimmel, muffiger Geruch oder schleimige Stellen sind Gründe, die gesamte Anzucht zu entsorgen. Roh verzehrtes selbst gezogenes Gras ist für empfindliche Personengruppen keine sichere Alternative zu geprüften Lebensmitteln.
Ausführliche Einordnung zu Nährstoffen, Gluten und Produktsicherheit:
Gerstengras und Weizengras: Nutzen und Risiken
Aktualisiert am 14. August 2026
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / food-monitor
