Kürbisblätter: Eiweißquelle der Zukunft

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Im Spätsommer ist es wieder soweit – wir essen orange. Ab dann haben Kürbisse bei uns wieder Saison.

Kürbisblätter
Fotolia #122875710 © photo-5000 – Lizenznehmer: food-monitor

Wer Kürbisse anbaut, weiß, dass nicht nur die Früchte groß sind, sondern dass die Pflanzen auch viele große Blätter bilden. Die bleiben bisher aber weitgehend ungenutzt. Nur in China und einigen afrikanischen Ländern werden junge Kürbisblätter als Gemüse gegessen. Über ihren ernährungsphysiologischen Wert und ihre Qualität war bislang allerdings wenig bekannt.

Da weltweit der Bedarf an Nahrungsmitteln steigt, war das Grund genug für chinesische Wissenschaftler, sich näher mit dem ernährungsphysiologischen Wert von Kürbisblättern zu beschäftigen. Sie wollten herausfinden, ob die Blätter als Nahrungsmittel und vor allem als Eiweißquelle geeignet sind. Die Analysen ergaben, dass Kürbisblätter reich an Proteinen, essentiellen Aminosäuren sowie vielen Vitaminen und Mineralstoffen sind.

Dazu kommen signifikante Mengen an sekundären Pflanzenstoffen einschließlich Phenolen, Alkaloiden, Saponinen und Phytaten. Fütterungsversuche mit Mäusen zeigten, dass eine Kürbisblatt-Diät keine negativen Effekte hatte und die Mäuse länger lebten als die Vergleichsgruppe.

Die chinesischen Wissenschaftler, über deren experimentellen Untersuchungen das „Journal of Food Safety and Food Quality“ berichtete, schätzen Kürbisblattpulver als nahrhaft und für den Verzehr sicher ein. Sie sehen durchaus ein großes Potenzial für Kürbisblätter zur Nutzung als Eiweißquelle für die Futtermittel- und Lebensmittelindustrie, aber auch zum Direktverzehr als Grüngemüse.

Quelle: Renate Kessen, BZfE



Rezept: Kürbisblatt-Erdnuss-Eintopf mit weißen Bohnen

Würziger Eintopf mit gegarten Kürbisblättern, weißen Bohnen und Erdnuss
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 300 g junge, zarte Blätter einer essbaren Kürbissorte
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Rapsöl
  • 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • 1 Dose weiße Bohnen, 400 g, abgetropft etwa 240 g
  • 3 EL Erdnussmus
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • ½ TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 250 g Langkornreis
  • Salz und schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Kürbisblätter gründlich waschen, grobe Stiele und feste Blattrippen entfernen und die Blätter in Streifen schneiden. In kochendem Wasser 3 Minuten blanchieren, abgießen und abtropfen lassen.
  2. Reis nach Packungsanleitung in Salzwasser garen.
  3. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und im Öl 3 Minuten glasig dünsten. Paprika und Kreuzkümmel kurz mitrösten.
  4. Tomaten, Brühe, Bohnen, Erdnussmus und blanchierte Kürbisblätter zufügen. Alles unter gelegentlichem Rühren 15 Minuten sanft köcheln lassen.
  5. Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Reis auf vier Schalen verteilen.

Serviervorschlag: Nach Wunsch mit fein geschnittenen, vollständig gegarten Kürbisblättern garnieren.

Hinweis: Nur junge Blätter eindeutig essbarer Kürbissorten verwenden, niemals Blätter von Zierkürbissen. Bitter schmeckende Pflanzenteile nicht verzehren.

Rezept: food-monitor / KI