
Physalis, neue Apfelsorten und praktische Gemüseangebote
Dieser Beitrag stellte ursprünglich Neuheiten des Obst- und Gemüsejahres 2020 vor. Inzwischen sind einige davon fester im Handel etabliert, andere bleiben saisonal oder regional erhältlich. Die Verfügbarkeit kann je nach Jahr, Anbaugebiet und Händler variieren.
Regional erzeugte Lebensmittel können durch kurze Wege und eine reife Ernte Vorteile bieten. Eine automatisch bessere Umweltbilanz lässt sich daraus jedoch nicht ableiten: Saison, Energie- und Wasserbedarf, Anbauweise, Lagerung und Transport müssen gemeinsam betrachtet werden.
Gemüse in Dampfgarverpackungen

Unter der Bezeichnung BEHR’S Dampfgenuss wurden ganze oder kombinierte Gemüseportionen in mikrowellengeeigneter Folie angeboten. Solche Produkte sollen die Zubereitung vereinfachen. Ob das jeweilige Angebot aktuell erhältlich ist, entscheidet der Handel.
Beim Garen in der Mikrowelle sind ausschließlich die Zeit-, Leistungs- und Sicherheitshinweise auf der Verpackung maßgeblich. Die Folie darf nur verwendet werden, wenn sie ausdrücklich für diese Zubereitung vorgesehen ist. Kurze Garzeiten und wenig zugesetztes Wasser können wasserlösliche Nährstoffe schonen; wie viel erhalten bleibt, hängt jedoch von Gemüseart, Temperatur und Garzeit ab. Ein pauschales Versprechen, alle „Vitalstoffe“ blieben erhalten, wäre nicht sachgerecht.
Physalis: süß-säuerliche Beere im Lampion

Die Physalis (Physalis peruviana) gehört wie Tomate und Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Namen wie Andenbeere oder Inkapflaume verweisen auf ihre südamerikanische Herkunft. „Kapstachelbeere“ erinnert daran, dass die Pflanze im 19. Jahrhundert über Südafrika weiterverbreitet wurde.
Reife Früchte sind goldgelb bis orange und sitzen in einer trockenen, bräunlichen Hülle. Ihr Geschmack erinnert an Stachelbeere und Ananas. Vor dem Essen wird die Hülle entfernt und die Beere unter fließendem Wasser gewaschen. Die natürliche klebrige Schicht ist gesundheitlich unbedenklich.
Physalis schmeckt pur, im Müsli, Obstsalat und Dessert, aber auch in Chutney oder als Kuchenbelag. Weitere Einzelheiten finden Sie im Beitrag „Physalis – ein exotisches Obst“.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf sollten Physalis fest, goldgelb und frei von Schimmel sein. In der papierartigen Hülle bleiben sie luftig, trocken und kühl gelagert nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung bis zu zehn Tage haltbar. Heimische Früchte können etwa von August bis Oktober angeboten werden; wichtige Importware kommt unter anderem aus Kolumbien.
SweeTango®: frühe Apfelsorte

SweeTango® ist der Markenname einer Kreuzung aus Honeycrisp und Zestar. Die Äpfel werden in deutschen Anbaugebieten meist früh in der Saison geerntet, häufig von Mitte August bis Anfang September. Das Fruchtfleisch wird von den Vermarktern als knackig und saftig beschrieben, der Geschmack als süß-säuerlich mit frischen Fruchtnoten.
Da Ernte und Vermarktung zeitlich begrenzt sind, ist die Sorte nicht ganzjährig frisch verfügbar. Beim Einkauf zählen eine unversehrte Schale, sortentypische Festigkeit und die Herkunftsangabe. Mehr über frühe Äpfel lesen Sie in „Die Frühäpfel sind reif!“.
FRÄULEIN: Zufallssämling aus Deutschland

Die unter der Marke FRÄULEIN angebotene Apfelsorte geht auf einen Zufallssämling aus der Hildesheimer Börde zurück. Obstbauer Gerd Sundermeyer wählte sie nach jahrelanger Beobachtung aus. Heute wird sie in mehreren deutschen Anbaugebieten kultiviert.
Die Markenbeschreibung hebt einen knackig-krispen Biss sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure hervor. Geschmack bleibt dennoch subjektiv und kann außerdem durch Reife, Lagerung und Anbaujahr beeinflusst werden. Aktuelle Angaben zu Herkunft und Anbau veröffentlicht die Sorteninitiative FRÄULEIN.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 10. August 2026
Quelle: Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse; Bundeszentrum für Ernährung / food-monitor
Rezept: Physalis-Apfel-Fruchtaufstrich
Physalis und Apfel verbinden fruchtige Säure und Süße. Für ein sicheres Gelierergebnis sind die Angaben auf der Gelierzuckerpackung zu beachten. Saubere, hitzebeständige Gläser werden vorbereitet und der heiße Aufstrich randvoll eingefüllt. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank.

Zutaten für 2 Portionen:
- 250 g Physalis
- 250 g Apfel
- 200 g Gelierzucker 3:1
- 1 EL Zitronensaft
- 2-3 Zweige Zitronen-Verbene
- Wer mag: Sternanis ins Glas geben.
Zubereitung:
Physalis waschen und pürieren. Wer Fruchtstücke im Aufstrich mag, kann einen Teil der Physalis geviertelt weiterverarbeiten. Äpfel waschen, schälen und kleinschneiden.
Alles in einen Topf geben, Gelierzucker, Zitronensaft dazugeben. Aufkochen und einige Minuten unter Rühren weiter köcheln lassen.
Zitronen-Verbene waschen, trocken schütteln und kleinschneiden.
Danach die Fruchtmasse – bis auf die Physalis-Viertel – pürieren, mit der Zitronen-Verbene (und ggf. Sternanis) vermischen, Marmeladen-Gläser randvoll füllen und diese fest verschließen.
