Taubnessel in der Küche: Feine Blätter mit Champignonaroma

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Purpurrote Taubnessel mit violetten Lippenblüten
Purpurrote Taubnessel. Fotolia #165058049 © Otto-Durst – Lizenznehmer: food-monitor

Junge Taubnesselblätter schmecken würzig und entwickeln gegart eine leicht pilzartige Note. Vor dem Sammeln ist eine sichere Bestimmung nötig.

Taubnesseln erkennen

Taubnesseln gehören zur Gattung Lamium und zur Familie der Lippenblütler. Typisch sind vierkantige Stängel, gegenständig angeordnete, gezähnte Blätter und deutlich zweilippige Blüten. Anders als Brennnesseln besitzen sie keine Brennhaare. Das Foto zeigt eine Purpurrote Taubnessel; die häufig verwendete Weiße Taubnessel (Lamium album) trägt weiße Blüten und kann etwa 20 bis 70 Zentimeter hoch werden.

Blütenfarbe und fehlende Brennwirkung allein reichen zur Bestimmung nicht aus. Vor dem Verzehr müssen mehrere Merkmale geprüft werden. Eine App ersetzt keine sichere Artenkenntnis; bei Unsicherheit die Pflanze stehen lassen oder fachkundige Hilfe nutzen.

Junge Blätter und Blüten in der Küche

Die oberen jungen Triebe und Blätter sind am zartesten. Sie können fein geschnitten in kleinen Mengen Salate oder Kräuterquark ergänzen. Gegart passen sie in Suppen, Aufläufe, Gemüsepfannen und Bratlinge. Beim Dünsten wird das Aroma milder und kann an Pilze erinnern.

Blüten schmecken leicht süßlich und eignen sich nach sorgfältigem Waschen als sparsame Dekoration. Weitere Küchenideen enthält der Beitrag „Wildkräuterküche mit der Taubnessel“.

Sammelort und Hygiene

Taubnesseln wachsen häufig an Hecken, Waldrändern, Bachufern, in Gärten und auf nährstoffreichen Wiesen. Nicht an Straßen, Hundelaufwegen, gespritzten Flächen oder sichtbar verunreinigten Stellen sammeln. Weitere Hinweise bietet „Wildkräuter aus der Stadt“.

Nur kleine Mengen ungeschützter Pflanzen für den eigenen Bedarf entnehmen und örtliche Regeln sowie Eigentumsrechte beachten. Blätter und Blüten sorgfältig verlesen, unter fließendem Trinkwasser gründlich waschen und zeitnah verarbeiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist bei rohen Wildkräutern auf mögliche Verwechslungen und Krankheitserreger hin. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen sollten Wildkräuter gegart werden.

Heilversprechen vorsichtig beurteilen

Taubnesseln werden in der Volksmedizin traditionell bei verschiedenen Beschwerden verwendet. Für pauschale Aussagen, selbst zubereiteter Taubnesseltee behandle Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen zuverlässig, fehlen ausreichende klinische Belege. Bei anhaltenden Beschwerden ist medizinischer Rat nötig.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor



Rezept: Kartoffel-Champignon-Pfanne mit Taubnessel

Zutaten für 4 Portionen:

  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 250 g Champignons
  • 100 g sicher bestimmte junge Taubnesselblätter
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 100 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Zubereitung:

  1. Kartoffeln waschen, gar kochen, etwas abkühlen lassen und in Scheiben schneiden.
  2. Taubnesselblätter sorgfältig verlesen, gründlich waschen und grob schneiden. Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und würfeln.
  3. Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Kartoffeln, Zwiebel und Champignons etwa acht Minuten braten.
  4. Taubnessel und Wasser zugeben, abdecken und mindestens fünf Minuten dünsten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Lebensmittelsicherheit: Nur zweifelsfrei bestimmte Taubnesseln von unbelasteten Standorten verwenden und vollständig erhitzen. Reste innerhalb von zwei Stunden abkühlen, kalt stellen und am nächsten Tag einmal gründlich durcherhitzen.

Allergene: Bei Verwendung der genannten reinen Zutaten enthält das Rezept keines der 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene.