Wildkräuterküche mit der Taubnessel

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Taubnesseln lassen sich süß und herzhaft in der Wildkräuterküche verwenden

Taubnessel
Bild von Thomas auf Pixabay

Junge Blätter und Triebe der Weißen Taubnessel (Lamium album) schmecken mild-würzig bis leicht pilzartig. Die weißen Blüten enthalten etwas süßen Nektar. In der Küche eignen sich sicher bestimmte, saubere Pflanzenteile für Salate, Aufstriche, Kräuterquark, Suppen, Aufläufe und ausgebackene Wildkräuter.

Taubnessel sicher erkennen

Die Weiße Taubnessel gehört zu den Lippenblütlern. Typisch sind gegenständig angeordnete, gezähnte Blätter, ein vierkantiger Stängel und weiße Lippenblüten, die in Quirlen an den oberen Blattachseln sitzen. Anders als die Brennnessel besitzt sie keine Brennhaare. Einzelne Merkmale oder eine Bestimmungs-App allein reichen für den Verzehr dennoch nicht aus.

Gesammelt und gegessen werden sollten ausschließlich Pflanzen, die zweifelsfrei bestimmt sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt generell vor Verwechslungen essbarer Wildpflanzen mit giftigen Arten. Bei Unsicherheit bleibt die Pflanze stehen.

Geeignete Sammelstellen wählen

Nicht direkt an stark befahrenen Straßen, gespritzten Flächen, Hundeauslaufstellen oder sichtbar verunreinigten Orten sammeln. Nur kleine Mengen entnehmen und geschützte Flächen sowie örtliche Regeln beachten. Zu Hause werden Blätter, Triebe und Blüten sorgfältig verlesen, von Insekten befreit und gründlich gewaschen.

Blätter, Triebe und Blüten zubereiten

Zarte Triebspitzen können fein geschnitten in Salate, Dips und Aufstriche gegeben werden. Kurz gedünstet passen sie als spinatähnliches Gemüse, in Suppen oder Aufläufe. Die Blüten eignen sich als essbare Dekoration oder für einen Aufguss. Für empfindliche Personen und beim ersten Verzehr ist eine kleine Menge sinnvoll.

Eine weitere kulinarische Einordnung bietet der Beitrag „Taubnessel in der Küche: Feine Blätter mit Champignonaroma“.

Traditionelle Verwendung ist kein Wirksamkeitsnachweis

Taubnesseln werden traditionell als Heilpflanzen genutzt. Daraus folgt jedoch nicht, dass Speisen oder selbst zubereiteter Tee Schlafprobleme, Husten, Magen-Darm-Beschwerden oder andere Erkrankungen behandeln. Auch pauschale Angaben zu Vitaminen und Mineralstoffen sind ohne Analyse wenig aussagekräftig, weil Sorte, Standort, Erntezeit und Zubereitung die Zusammensetzung beeinflussen.

Welche Pflanzenteile sind essbar?

Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt Blätter, junge Triebe, Blüten und auch die Wurzeln der Weißen Taubnessel als essbar. Für die Küche sind zarte oberirdische Pflanzenteile besonders praktikabel. Auf das Ausgraben der Wurzeln sollte verzichtet werden, wenn Eigentums-, Naturschutz- oder Bestandsfragen nicht eindeutig geklärt sind.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung, www.bzfe.de / food-monitor



Rezept: Ausgebackene Taubnesseltriebe mit Kräuterjoghurt

Goldbraun ausgebackene Taubnesseltriebe mit Kräuterjoghurt und Zitronenspalten auf einem hellen Teller.
Foto: food-monitor / KI

Junge Triebe der Weißen Taubnessel erhalten in einem leichten Teigmantel eine knusprige Hülle. Dazu passt ein unkomplizierter Kräuterjoghurt mit Zitrone.

Zutaten (für 4 Portionen)

  • 24 junge, sicher bestimmte Taubnesseltriebe mit Blättern
  • 100 g Weizenmehl
  • 1 Ei (Größe M)
  • 150 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • etwas frisch gemahlener Pfeffer
  • ca. 400 ml neutrales Pflanzenöl zum Ausbacken
  • 200 g Naturjoghurt
  • 1 EL fein gehackte gemischte Kräuter, zum Beispiel Petersilie und Schnittlauch
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung

  1. Taubnesseltriebe vorsichtig verlesen, gründlich waschen und in einer Salatschleuder oder auf einem sauberen Küchentuch gut trocknen lassen.
  2. Für den Teig Mehl, Ei, Milch, Salz und Pfeffer in einer Schüssel glatt rühren. Den Teig etwa 10 Minuten quellen lassen.
  3. Für den Dip Joghurt mit Kräutern und Zitronensaft verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bis zum Servieren kühl stellen.
  4. Das Öl in einem kleinen, hohen Topf auf etwa 170 °C erhitzen. Die Triebe portionsweise durch den Teig ziehen, kurz abtropfen lassen und 2 bis 3 Minuten goldgelb ausbacken.
  5. Die ausgebackenen Triebe mit einer Schaumkelle herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit dem Kräuterjoghurt sofort servieren.

Serviervorschlag

Als Vorspeise oder kleiner Imbiss mit Zitronenspalten und einem gemischten Blattsalat servieren.

Allergenhinweis: Weizenmehl enthält glutenhaltiges Getreide. Ei, Milch und Naturjoghurt gehören ebenfalls zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen.

Sicherheit: Teigreste mit rohem Ei nicht roh verzehren. Heißes Öl nie unbeaufsichtigt lassen und einen passenden Deckel bereithalten; brennendes Fett niemals mit Wasser löschen.

Aufbewahrung: Ausgebackene Triebe frisch servieren. Reste rasch abkühlen, abgedeckt bei höchstens 7 °C lagern und am nächsten Tag vollständig durcherhitzen.

Rezept: food-monitor / KI