Kapuzinerkresse bringt mit essbaren Blättern, Blüten und Knospen Farbe und eine senfartig-scharfe Würze in die Küche.

Für Speisen nur sicher bestimmte, unbehandelte Pflanzen verwenden. Besonders zart schmecken junge Blätter und frisch geöffnete Blüten.
Welche Pflanzenteile sind essbar?
Von der Großen Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) werden vor allem junge Blätter, Blüten und geschlossene Knospen verwendet. Die Blätter schmecken pfeffrig bis senfartig und passen fein geschnitten auf Brot, in Salate, Kräuterquark, Kartoffel- und Eierspeisen. Die Blüten sind milder und eignen sich als essbare Dekoration. Knospen und unreife Früchte können in Essig eingelegt werden, sind aber keine botanischen Kapern.
Das Aroma beruht auf Senfölglycosiden, aus denen beim Zerkleinern Senföle entstehen. Laboruntersuchungen zeigen für einzelne Senföle antimikrobielle Wirkungen; daraus lässt sich jedoch keine Behandlung von Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen durch normale Küchenmengen ableiten. Bei Beschwerden ist Kapuzinerkresse kein Ersatz für medizinische Diagnose und Therapie.
Sicher ernten und verwenden
Nur Pflanzen aus dem eigenen, ungespritzten Garten oder ausdrücklich als essbar angebotene Ware verwenden. Zierpflanzen aus Blumenhandel und Gartencenter können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein. Blätter und Blüten auf Insekten und Verunreinigungen prüfen, unter fließendem Wasser vorsichtig waschen und trocken tupfen.
Menschen mit einer Allergie gegen Kapuzinerkressengewächse sollten das Kraut meiden. Wegen der intensiven Senföle zunächst kleine Mengen probieren; bei empfindlichem Magen können größere Mengen reizen.
Küche, Anbau und Aufbewahrung
Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Südamerika. Die frostempfindliche Pflanze wird hier meist einjährig kultiviert und wächst im Beet, Kübel oder Balkonkasten. Je nach Sorte blüht sie gelb, orange, rot oder cremefarben. Regelmäßiges Ernten junger Triebe hält die Pflanze kompakt.
Frisch geerntete Blätter und Blüten möglichst noch am selben Tag verarbeiten. Kurzzeitig lassen sie sich abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Für ein kräftigeres Kräuteraroma passt Kapuzinerkresse zu Brunnenkresse. Grundregeln zum Umgang mit frischen Kräutern fasst die kleine Kräuterkunde zusammen.
Hausgemachtes Pesto aus frischen Kräutern und Öl nicht ungekühlt lagern. Es gehört sofort in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verbraucht oder portionsweise eingefroren werden. Eine Ölschicht allein macht es nicht sicher haltbar.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Fachliche Grundlage zur Küchenhygiene: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Rezept: Kapuzinerkresse-Kräuterquark mit Radieschen
Zutaten für 4 Portionen
- 250 g Speisequark
- 100 g Naturjoghurt
- 6 junge Kapuzinerkresse-Blätter
- 4 Kapuzinerkresse-Blüten
- 1 Bund Radieschen
- 1 Bio-Zitrone
- 1 EL Rapsöl
- Salz und schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Nur unbehandelte, sicher als essbar bestimmte Kapuzinerkresse verwenden. Blätter, Blüten, Radieschen und Zitrone gründlich unter fließendem Wasser waschen und trocken tupfen.
- Blätter fein schneiden. Radieschen putzen und klein würfeln. Zwei Blüten in schmale Streifen schneiden; die übrigen für das Anrichten beiseitelegen.
- Quark, Joghurt und Rapsöl glatt rühren. Etwas Zitronenschale fein abreiben und 1 EL Saft auspressen.
- Blätter, geschnittene Blüten und Radieschen unter den Quark rühren. Mit Zitronensaft, wenig Abrieb, Salz und Pfeffer abschmecken.
- Bis zum Servieren abgedeckt kalt stellen und mit den übrigen Blüten garnieren.
Lebensmittelsicherheit: Milchprodukte durchgehend gekühlt halten. Den Kräuterquark frisch zubereiten, nicht länger ungekühlt stehen lassen und innerhalb eines Tages verbrauchen. Keine behandelten Zierpflanzen verwenden.
Allergene: Quark und Joghurt enthalten Milch. Die Zutatenliste der verwendeten Produkte beachten.
Serviervorschlag: Zu Pellkartoffeln, Vollkornbrot oder Rohkost reichen.
Rezept: food-monitor / KI
