Die Gewöhnliche Wegwarte ist an ihren himmelblauen Blüten gut zu erkennen. Junge Blätter und kultivierte Wurzeln haben eine lange Küchentradition.

Wegwarte sicher erkennen
Die Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) gehört zur Familie der Korbblütler. Im ersten Jahr bildet sie eine bodennahe Rosette mit länglichen, häufig löwenzahnähnlich gezähnten Blättern. Später wächst ein kantiger, sparrig verzweigter Stängel. Die meist hellblauen Zungenblüten sitzen dicht am Stängel und öffnen sich überwiegend am Vormittag.
Ein einzelnes Merkmal genügt für die Bestimmung nicht. Wer Wildpflanzen essen möchte, sollte Wuchsform, Blätter, Stängel und Blüten sicher zuordnen oder eine fachkundige Person hinzuziehen. Eine Bestimmungs-App allein ist kein ausreichender Nachweis.
Blätter, Blüten und Wurzeln in der Küche
Junge Rosettenblätter schmecken feinherb bis deutlich bitter. Kleine Mengen passen roh in gemischte Salate; größere oder ältere Blätter werden durch kurzes Blanchieren milder. Die Blüten können gewaschen als essbare Dekoration verwendet werden.
Aus gerösteten Wurzeln der kultivierten Zichorie entsteht Zichorienkaffee. Für eigene Versuche sollten nur Pflanzen aus dem eigenen Garten oder Wurzeln aus einer ausdrücklich erlaubten Quelle verwendet werden. Das Ausgraben wild wachsender Pflanzen schädigt den Bestand und ist ohne Zustimmung des Grundstückseigentümers nicht angebracht. Zichorienkaffee enthält von Natur aus kein Koffein.
Wegwarte ist mit Chicorée und Radicchio verwandt. Wie aus Zichorienwurzeln helle Sprosse entstehen, erklärt der Beitrag „Chicorée: gesunde Nährstoffe aus der Dunkelkammer“.
Beim Sammeln auf Standort und Hygiene achten
Nicht an stark befahrenen Straßen, auf gespritzten Flächen, an Hundelaufwegen oder an sichtbar verunreinigten Stellen sammeln. Nur kleine Mengen ungeschützter Pflanzen für den Eigenbedarf entnehmen und örtliche Regeln sowie Eigentumsrechte beachten. Weitere Hinweise bietet der Beitrag „Wildkräuter aus der Stadt“.
Die Pflanzenteile zu Hause aussortieren, unter fließendem Trinkwasser gründlich waschen und möglichst frisch verarbeiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist bei selbst gesammelten Wildkräutern auf Risiken durch Verwechslungen und Verunreinigungen hin. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere oder immungeschwächte Menschen sind rohe Wildkräuter deshalb keine gute Wahl.
Heilpflanzliche Aussagen einordnen
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt Zichorienwurzel für bestimmte traditionelle pflanzliche Arzneimittel gegen leichte Verdauungsbeschwerden und vorübergehenden Appetitmangel. Diese Bewertung beruht auf langjähriger Anwendung, nicht auf ausreichenden klinischen Wirksamkeitsnachweisen. Sie ist nicht auf normale Lebensmittelmengen übertragbar und ersetzt keine medizinische Behandlung.
Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026
Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de / food-monitor
Rezept: Warmer Kartoffelsalat mit Wegwarte
Zutaten für 4 Portionen:
- 800 g festkochende Kartoffeln
- 80 g sicher bestimmte junge Wegwarteblätter
- 1 säuerlicher Apfel
- 1 kleine rote Zwiebel
- 3 EL Rapsöl
- 2 EL Apfelessig
- 1 TL mittelscharfer Senf
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Kartoffeln waschen, gar kochen, etwas abkühlen lassen und in Scheiben schneiden.
- Wegwarteblätter sorgfältig verlesen und gründlich waschen. Eine Minute in kochendem Wasser blanchieren, abgießen und klein schneiden.
- Apfel waschen, entkernen und würfeln. Zwiebel schälen und fein schneiden.
- Öl, Essig, Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Mit den noch warmen Kartoffeln, Wegwarte, Apfel und Zwiebel mischen und sofort servieren.
Lebensmittelsicherheit: Nur zweifelsfrei bestimmte, unbelastete Pflanzen verwenden. Kartoffelsalat nicht länger als zwei Stunden ungekühlt stehen lassen; Reste abgedeckt kalt stellen und innerhalb eines Tages verbrauchen.
Allergene: Senf. Bei gekauftem Senf die Zutatenliste auf weitere Allergene prüfen.
