Süße, sonnengelbe Steinfrüchte: Mirabellen und Renekloden

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Mirabellen und Renekloden gehören zur Pflaumenfamilie, unterscheiden sich aber deutlich in Größe, Farbe und Aroma.

Reife gelbe Mirabellen
Bild von Jean-Louis SERVAIS auf Pixabay

Beide Steinfrüchte sind Formen der Kulturpflaume (Prunus domestica). In der amtlichen Statistik werden Mirabellen und Renekloden gemeinsam erfasst. Nach den endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 in Deutschland rund 5.700 Tonnen Mirabellen und Renekloden geerntet. Zum Vergleich: Bei Pflaumen und Zwetschgen waren es rund 51.300 Tonnen.

Mirabellen: klein, gelb und würzig-süß

Mirabellen werden botanisch häufig als Prunus domestica subsp. syriaca eingeordnet. Die runden Früchte messen meist zwei bis drei Zentimeter. Reif sind sie gelb bis goldorange und können auf der Sonnenseite rote Punkte oder Flecken tragen. Das Fruchtfleisch ist saftig, süß und je nach Sorte feinwürzig. Bei reifen Früchten löst sich der Stein meist vergleichsweise gut.

Die Hauptsaison liegt in Deutschland im August und September. Bedeutende Anbaugebiete befinden sich unter anderem in Lothringen, am Mittelrhein, in der Pfalz und in Mainfranken. Bekannte Sorten sind die „Mirabelle von Nancy“ und die kleinere „Mirabelle von Metz“.

Renekloden: größer und gelbgrün

Renekloden, auch Reineclauden oder Edelpflaumen genannt, werden meist als Prunus domestica subsp. italica geführt. Die kugeligen Früchte sind größer als Mirabellen und je nach Sorte grün, gelbgrün oder gelblich. Ihr Fruchtfleisch schmeckt süß und aromatisch, haftet aber häufig fester am Stein.

Der Name wird traditionell mit der französischen Königin Claude, Ehefrau von Franz I., verbunden. Die genaue historische Herleitung ist nicht in allen Details gesichert. Renekloden sind vor allem von Juli bis September erhältlich; der Zeitraum verschiebt sich je nach Sorte, Region und Witterung.

Einkauf und Verwendung

Mirabellen und Renekloden liefern unter anderem Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Carotinoide. Der Nährstoffgehalt schwankt mit Sorte und Reife. Pauschale Aussagen wie „magenfreundlich“ sind nicht für alle Menschen zutreffend; auch Steinobst kann bei empfindlicher Verdauung Beschwerden verursachen.

Reife Früchte duften aromatisch, sind prall und geben bei sanftem Druck leicht nach. Eine natürliche weißliche Wachsschicht ist kein Schimmel, sondern schützt die Frucht vor Austrocknung. Vor dem Essen oder Verarbeiten unter fließendem Wasser waschen. Schimmelige, gärig riechende oder faulige Früchte vollständig entsorgen.

Im Kühlschrank bleiben einwandfreie Früchte meist zwei bis drei Tage frisch. Für Kompott, Konfitüre, Kuchen, Chutney oder zum Einfrieren werden sie vollständig entsteint. Die inneren Samen der Steine nicht mitessen oder zerkleinern, da sie cyanogene Glykoside enthalten können.

Wie gespaltene Steine bei Pfirsich, Nektarine und Aprikose zu beurteilen sind, erklärt Pfirsich mit gespaltenem Stein: essbar oder entsorgen?. Mehr über verwandtes Steinobst steht in „Aprikose süß und saftig“ und „Zahlen und Tipps zur Kirschenzeit“.

Aktualisiert am 15. August 2026
Quelle: Rüdiger Lobitz, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) / food-monitor / KI



Rezept: Ofen-Camembert mit Mirabellen-Renekloden-Chutney

Gebackener Camembert mit Mirabellen-Renekloden-Chutney und Brot
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 250 g Mirabellen
  • 250 g Renekloden
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 15 g frischer Ingwer
  • 80 ml Apfelessig
  • 70 g brauner Zucker
  • 1 TL Senfkörner
  • 1/2 TL Salz
  • 2 kleine Camemberts à etwa 250 g, für Schwangere aus pasteurisierter Milch
  • 1 TL Rapsöl
  • 4 Zweige Thymian
  • 1 Baguette

Zubereitung

  1. Mirabellen, Renekloden und Thymian unter fließendem Wasser gründlich waschen. Beschädigte Früchte aussortieren. Früchte halbieren, vollständig entsteinen und die Renekloden klein würfeln. Zwiebel und Ingwer schälen und fein würfeln.
  2. Früchte, Zwiebel, Ingwer, Apfelessig, Zucker, Senfkörner und Salz aufkochen. Bei kleiner bis mittlerer Hitze 25 bis 30 Minuten offen köcheln lassen und gelegentlich umrühren, bis ein stückiges Chutney entsteht. Anschließend 10 Minuten abkühlen lassen.
  3. Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei kleine ofenfeste Formen mit Rapsöl ausstreichen. Camemberts vollständig aus Verpackung und Holzschachteln nehmen, in die Formen setzen, oben kreuzweise leicht einschneiden und mit Thymian bestreuen.
  4. Camemberts 12 bis 15 Minuten backen, bis sie auch im Inneren gut heiß und weich sind. Baguette in Scheiben schneiden und in den letzten 5 Minuten auf einem Rost mitrösten.
  5. Jeden Camembert vorsichtig auf zwei Teller verteilen und mit warmem Chutney und Baguette anrichten.

Serviervorschlag: Dazu passt ein grüner Salat.

Allergene: Milch, Gluten und Senf. Apfelessig kann Sulfite enthalten; Kennzeichnung prüfen.

Aufbewahrung: Chutney rasch abkühlen, in ein sauberes verschlossenes Gefäß füllen, im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3 bis 4 Tagen verbrauchen. Gebackenen Camembert und Brot am besten frisch servieren.

Rezept: food-monitor / KI