Bunte Slush-Ice-Getränke können den Zusatzstoff Glycerin enthalten. Für Kinder kann schon eine kleine Portion problematisch sein.

Slush-Ice besteht aus fein gefrorenem Getränk und enthält meist Zucker, Aromen und Farbstoffe. Manche Produkte enthalten zusätzlich Glycerin, auch Glycerol oder E 422 genannt. Der Stoff hält die Masse bei niedrigen Temperaturen weich und trinkbar. In der Europäischen Union ist Glycerin unter anderem in aromatisierten Getränken zugelassen; eine zahlenmäßig festgelegte Höchstmenge gibt es bislang nicht.
Warum Glycerin für Kinder problematisch sein kann
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte Messwerte aus 62 Slush-Ice-Proben. Die Gehalte unterschieden sich stark: In etwa einem Drittel war kein Glycerin nachweisbar, andere Proben enthielten hohe Konzentrationen. Deshalb lässt sich das Risiko nicht allein an Farbe, Geschmack oder Portionsgröße erkennen.
Kinder nehmen wegen ihres geringeren Körpergewichts mit derselben Portion mehr Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht auf als Erwachsene. Das BfR berechnete, dass ein etwa fünfjähriges Kind bei einem durchschnittlich belasteten Slush-Ice schon mit knapp 200 Millilitern eine therapeutisch wirksame Dosis erreichen kann. Bei höheren Konzentrationen genügt deutlich weniger.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) leitete 2026 für den einmaligen Verzehr glycerinhaltiger Getränke eine akute Referenzdosis von 125 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht ab. Modellrechnungen zeigten, dass übliche Verzehrmengen diese Dosis in allen Altersgruppen überschreiten können. Die EFSA empfahl der Europäischen Kommission deshalb, Höchstmengen für Glycerin in Getränken zu prüfen.
Mögliche Beschwerden nach Slush-Ice
Eine hohe Glycerinaufnahme kann unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel oder Benommenheit auslösen. Die Datenlage zu Kindern ist begrenzt, und nicht jeder Beschwerdefall lässt sich eindeutig auf Glycerin zurückführen. Die möglichen Risiken sollten dennoch ernst genommen werden.
Was Eltern beachten können
- Bei offen verkauftem Slush-Ice gezielt nach Glycerin, Glycerol oder E 422 fragen.
- Fehlt eine verlässliche Auskunft, ist Verzicht die sicherste Wahl.
- Bei auffälligen Beschwerden nach dem Verzehr ärztlichen Rat einholen; bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe rufen.
- Als Erfrischung Wasser oder fein pürierte Früchte mit Wasser und Crushed Ice anbieten.
Wie Wasser im Familienalltag zur Gewohnheit wird, erklärt der Beitrag „Wie Kinder mehr trinken lernen“.
Die Risikoeinschätzung wurde anhand der aktualisierten BfR-Informationen zu Glycerin in Slush-Ice fachlich ergänzt.
Die später veröffentlichte Einordnung der akuten Referenzdosis fasst der Beitrag Glycerin in Slush-Ice: Neue Bewertung von BfR und EFSA zusammen.
Aktualisiert am 17. August 2026
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / food-monitor / KI
