WWF Statement zur Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Verschiebung der EUDR 

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Mit ihrem heutigen Votum zur Verschiebung und Veränderung der Waldschutzverordnung EUDR hat sich das Europäische Parlament sich weitgehend den Forderungen des Umweltrats aus der letzten Woche angeschlossen.

Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland, kommentiert:

„Die heutige Entscheidung des Europäischen Parlamentes ist ein bitterer Rückschlag für den Schutz der Wälder weltweit und für die Glaubwürdigkeit Europas. Noch letzte Woche forderte die EU auf der Weltklimakonferenz mehr Anstrengungen, heute legen Mitgliedstaaten und die Mehrheit der Abgeordneten die Axt an das erste Gesetz zum Schutz vor importierter Abholzung.

Dass die schon 2023 verabschiedete Verordnung noch einmal verschoben und verwässert werden soll, geht vor allem auf die deutsche Forstlobby zurück, die zwar behauptet, nachhaltig wirtschaften zu wollen, aber jeden Beitrag zu einem besseren Waldschutz verweigert. Während Kleinbauern im globalen Süden die Herkunft ihrer Rohstoffe offenlegen, um Entwaldung auszuschließen, blockieren die Waldbesitzer hierzulande jede Transparenz und fordern Sonderbehandlungen unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus.

Die Posse um die EUDR ist ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte: Anstelle sich verlässlich für eine Transformation der Wirtschaft mit Augenmaß einzusetzen, wird der Umweltschutz kurzfristigen Profitinteressen geopfert. Die EU und die Mitgliedstaaten wähnen sich auf einem Kurs der Wirtschaftsförderung, tragen jedoch zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen bei.“

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