Zuckerfabriken in Deutschland stellten im Wirtschaftsjahr 2024/25 4,7 Millionen Tonnen Zucker her – fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Inlandsverwendung stieg ebenfalls um fast zehn Prozent. Damit standen rechnerisch pro Person 33,2 Kilogramm Zucker zur Verfügung; 2023/24 waren es 31,1 Kilogramm. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der Versorgungsbilanz Zucker des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL).
Grund für die gestiegene Herstellungsmenge war eine deutlich höhere Erntemenge an Zuckerrüben, die im Jahr 2024/25 bei 36,7 Millionen Tonnen lag (2023/24: 31,6 Millionen Tonnen). Diese sorgte, trotz niedrigerem Zuckergehalt pro Rübe, für den Anstieg der Herstellungsmenge um rund 400.000 Tonnen.
Prozentual weniger Zucker für Nahrungszwecke, mehr für die Industrie
Die Menge an Zucker, die für die inländische Verwendung zur Verfügung stand, betrug im Wirtschaftsjahr 2024/25 rund drei Millionen Tonnen. Davon wurden im Berichtsjahr 90 Prozent für Nahrungszwecke verwendet (Vorjahr: 93 Prozent). Damit lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 33,2 Kilogramm über dem Vorjahr (31,1 Kilogramm), jedoch niedriger als 2022/23 (33,9 Kilogramm). Darin enthalten sind auch Mengen, die nicht verzehrt werden, beispielsweise Flüssigkeiten aus Konserven, die zwecks Haltbarkeit gezuckert sind. Nicht enthalten hingegen ist der natürlich vorkommende Zucker in Früchten oder Honig.
„Die Zahlen allein sind kein Beleg für einen steigenden Zuckerverzehr in Deutschland, da sie eine rein rechnerische Größe sind“, erklärt BZL-Leiter Dr. Josef Goos. „Der Pro-Kopf-Verbrauch gibt vielmehr an, wie viel Zucker pro Person als Nahrung zur Verfügung steht.“
Zugenommen hat auch die Zuckerverwendung in der Industrie: 267.000 Tonnen Zucker (+53 Prozent) flossen in die Energieherstellung (zum Beispiel Bioethanol-Herstellung) und in die chemische Industrie. Hier wird Zucker beispielsweise bei der Herstellung von pharmazeutischen Produkten als Trägerstoff in Tabletten genutzt.
Die Branche erzielte insgesamt 2024/25 rechnerisch einen Selbstversorgungsgrad von 154 Prozent, so wie im Vorjahr.
Für Zucker gilt das Wirtschaftsjahr 01. Oktober 2024 bis 30. September 2025. Die Versorgungsbilanz Zucker ist abrufbar unter www.ble.de/zucker .
